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Kulisse für viele Filme: die Ruine von Dunnotar Castle bei Stonehaven.

Schottland: Wie von Künstlerhand erschaffen

Schottland bietet einen Kontrastreichtum, der Herz und Seele berührt. Im Einklang mit der Natur ist die Philosphie, die sich wie ein roter - pardon - grüner Faden durch das Land zieht und Urlauber immer wieder fasziniert.

Nur das sanfte Rascheln der Blätter , das leichte Rauschen des Flußes Dee und ab und zu das melodiöse Zwitschern eines Vogels ist zu hören. Und natürlich die Anweisungen von Ian Murray, der - in wasserdichter Anglerhose gekleidet - zwei Meter vom Ufer entfernt im gerade einmal sechs Grad warmen Dee steht. "Hello, Good day, Cheerio!" Es klingt fast wie ein Mantra, wenn Murray, Führer im Cairngorms Nationalpark im Osten Schottlands, seinen Gästen das kleine Einmaleins des Lachsangelns beibringen will.

Lachsangeln: Einfach anzusehen, schwer zu meistern

Magischer Ort für spannende Golfturniere und zauberhafte Nächte: das Old Course Hotel am Rande der Universitätsstadt St. Andrews.

Dabei sieht es so einfach aus: "Hello" - die Angel wird seitlich über den Kopf im 90-Grad-Winkel hochgezogen. "Good day" – die Angelrute beschreibt in der Luft zum Schwungholen die Form einer Acht. "Cheerio" - mit einer sanften Bewegung gleitet die Angelschnur aus der Hand ins Wasser. Doch was bei Murray elgant wirkt, beinahme wie die Arbeit eines Dirigenten mit dem Taktstock, sieht bei den meisten seiner Schüler steif und ungelenk aus. Nur gut, dass die Reisegruppe beim Fischen nicht fürs Abendessen sorgen muss. Denn gefischt wird im Cairngorms Nationalpark inmitten der berühmten Highlands nach genauen Vorgaben - nur zu bestimmten Zeiten, niemals mit zu vielen Personen. Und wenn ein Fisch an der Angel zappelt, wir er sofort vom Haken befreit und in die Freiheit entlassen. Ganz im Einklang mit der Natur.

Im Einklang mit der Natur - eine Philosphie, die sich wie ein roter - pardon - grüner Faden durch Schottland zieht. So verwundert es auch nicht, dass das schottische Fremdenverkehrsamt für 2013 das "Jahr der Natur" ausgerufen hat. Ein Motto, dass auch im Osten des Landes allgegenwärtig ist.

"The Five Coastal Path" 140 km der Küste entlang

Wer die schottische Hauptstadt Edinburgh Richtung Norden verlässt, braucht nur wenige Kilometer zu fahren, um den Trubel der Großstadt hinter sich zu lassen. Und tief in eine natürliche Schönheit einzutauchen, die Ihresgleichen sucht. Das Königreich Five, Stammsitz der schottischen Monarchen und für seine traumhaften Golfplätze und -anlagen weltberühmt, bietet eine kontrastreiche Landschaft, die Seele und Herz berührt. Sanfte Hügel und eine zarte Blumen- und Pflanzenwelt wechselt sich ab mit felsigen Buchten und Sandstränden, die zum Spazierengehen einladen.

Perfekte Bedingungen für einen mehrtägigen Ausflug finden Reisende dabei auf dem fast 140 Kilometer langen “The Five Coastal Path” (www.fifecoastalpath.co.uk), einem Wanderweg, der sich vom kleinen Ort Kincardine über die durch Prinz William und Kate bekannte Universitätsstadt St. Andrews bis zur Großstadt Dundee der Künste entlang schlängelt. Übernachtet wird auf dem Campingplatz oder in einem der zahlreichen Fischerdörfer, zum Schwatz mit den stets freundlichen Einheimischen laden die unverwechselbaren Pubs ein.

Schottland: Eins mit der Natur

Schottland: Eins mit der Natur

Highlands: Dudelsackspieler, Schottenröcke und Whiskey

Frisch gestärkt kann es dann auch weitergehen – in die majestätischen und sagenumwobenen Highlands, das schottische Hochland, das sich bis in den Nordwesten Schottlands erstreckt. Hier zeigt sich die Region von seiner wohl schottischsten Seite – inklusive Dudelsackspielern, Schottenrockträgern und der weltbekannten Whiskeyproduktion.

Der Dee schlängelt sich mal wild und rau, mal sanft und leise durch den Cairngorms Nationalpark.

Beliebtes Ziel bei Naturfreunden: der Cairngorms National Park im Südosten der Highlands, der nicht nur Wanderern unzählige Routen mit Panoramablicken über die Bergwelt und die Seenwelt bietet, sondern selbst Queen Elisabeth und ihrem Urlaubschloss Balmoral eine Heimat schenkt. Fast schon königlich können Besucher dort dann auch übernachten. Zwar nicht auf Balmoral, dafür aber beispielsweise auf dem Mar Lodge Estate, einem altehrwürdigen Areal mit Herrenhaus, in dem einst Prinzessin Louise, Enkelin von Königin Victoria, ihre Sommer verbrachte. Wer noch mehr in die Vergangenheit Schottlands eintauchen möchte, sollte sich auf seiner Tour dann wieder Richtung Küste bewegen. Denn wenige Kilometer südlich der Ölstadt Aberdeen, die zu den aufstrebendsten Städten Europas zählt, präsentiert sich dem Besucher bei Stonehaven ein Anblick, der einem wahrhaftig den Atem raubt. Auf einer Felskante, die Steil zum Meer abfällt, liegt die Ruine von Dunnotar Castle. Majestätisch erhebt sich das Mauerwerk auf dem grünbewachsenen Felsen übers Meer und lässt den staunenden Besucher in längst vergangene Zeiten eintauchen, als beispielsweise die schottische Königin Maria Stuart 1562 der Burg einen Besuch abstattete. Kein Wunder, dass die Ruine heutzutage immer wieder als Filmkulisse dient - und jährlich Tausende Besucher in ihren Bann zieht. Als ob ein Künstler hier sich für alle Zeiten verewigt hätte.

Fortmartine's: Schottische Leckereien für zu Hause

Zwar nicht für alle Zeiten, zumindest aber bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum hält ein Stück Natur, das sich Schottlandreisen unbedingt mit nach Hause nehmen sollten. Nur wenige Kilometer nördlich von Aberdeen, in der kleinen Ortschaft Ellon, residiert das Unternehmen Formartine's (www.fortmartines.com), das mit seinen Angeboten im Sturm die Herzen aller Genießer erobert. Als kleine Oase mit Spielplatz, Spazierwegen durch den Wald, Räucherhäuschen und eigenem Restaurant angelegt bietet Geschäftsführer John Cooper den Besuchern nach ökologischen Gesichtspunkten produzierte Spezialitäten, die das schottische Lebensgefühl auf der Zunge zergehen lassen. Vom köstlichen, leicht salzigen Shortbread über Chutneys aus heimischem Obst und Gemüse bis zu verschiedenen Whiskys der unzähligen lokalen Destillerien gibt es im zugehörigen Feinkostladen alles, was Herz und Gaumen begehren. Selbst das schottische Nationalgericht Haggis, eine Spezialität aus Schafinnereien, kann dort frisch produziert und für den Transport eingeschweißt erworben werden. Und wer immer noch dem in den Fluss Dee zurückgeworfenen Lachs nachtrauert, bekommt hier Fischspezialitäten aus der eigenen Räucherkammer. Und das ganz ohne Anglerglück und dem mantraähnlichen "Hello, Good day, Cheerio".

Tipp: Reiseführer "Schottland" von Dumont

Wer Schottland eingehend ergründen will, sollte vor und auf der Reise auch den passenden Reiseführer zur Hand haben. Das Reise-Handbuch "Schottland" aus dem Hause Dumont liefert dem Reisenden alle wertvollen Infos über das Land des Dudelsacks. Auf über 400 reich bebilderten Seiten findet der Leser dabei nicht nur geschichtliche Hintergründe oder die Beschreibung von Sehenswürdigkeiten in den Metropolen Edinburgh, Glasgow und Aberdeen, sondern auch Tipps zu zahlreichen Touren durch die Highlands und ausführliche Informationen über die bunte Inselwelt. Kompletiert wird das Reise-Handbuch durch eine Extra-Reisekarte und den umfassenden Serviceteil mit Informationen über Hotels, Restaurants, Zahlungsmittel und vieles mehr. Das Reise-Handbuch "Schottland" ist im Buchhandel für 22,95 Euro unter ISBN 978-3-7701-7692-2 erhältlich.

Schottland - Weitere Infos

Wer eine Reise nach Schottland plant, bekommt beim schottischen Fremdenverkehrsamt unter www.visitscotland.com/de sowie – auch für ganz Großbritannien – unter www.visitbritain.comausführliche Informationen und Tipps für die Wahl des Hotel, den Besuch von Sehenswürdigkeiten und spannenden Veranstaltungen. Ein besonderer Tipp für Reisende, die von München aus Richtung Schottland starten: Die Fluggesellschaft Easyjet bietet bis einschließlich 25. Oktober täglich einen Direktflug nach Edinburgh an.

Mathias Weinzierl

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