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Thalys-Reisende müssen am Pariser Nordbahnhof vor Betreten des Zuges eine Sicherheitsschleuse passieren.

Sicherheitsschleusen für Thalys-Züge in Paris

Frankreich verstärkt nach den Terroranschlägen die Sicherheitsvorkehrungen im Bahnverkehr. Wer mit dem internationalen Thalys-Zug fährt, muss künftig sein Gepäck durchleuchten lassen. Es könnte nur ein erster Schritt sein.

Paris - Frankreich hat flughafenähnliche Sicherheitsschleusen für Thalys-Züge eingerichtet, die von Paris aus auch nach Deutschland fahren. Die Kontrollen sollen am Sonntag (20. Dezember) starten.

Auf den zwei Bahnsteigen im Pariser Nordbahnhof, an denen die Thalys-Hochgeschwindigkeitszüge halten, wurden bereits Röntgengeräte für das Gepäck und Metalldetektoren aufgebaut. Auch Spürhunde würden künftig eingesetzt, teilte Thalys mit.

An den Thalys-Halten in Deutschland sind solche Sicherheitsschleusen bislang nicht geplant. Die für Verkehr zuständige Ministerin Ségolène Royal hatte die Kontrollen nach den Pariser Terroranschlägen mit 130 Toten im vergangenen Monat angekündigt. Dem war ein Angriff in einem Thalys vorausgegangen: Ein damals 25-Jähriger eröffnete im August zwischen Brüssel und Paris mit einem Sturmgewehr das Feuer, konnte aber von Fahrgästen überwältigt werden.

Die roten Hochgeschwindigkeitszüge fahren von Paris aus über Brüssel nach Nordrhein-Westfalen beziehungsweise Amsterdam. In Deutschland halten sie in Köln, Aachen, Düsseldorf, Duisburg und Essen. Royal sagte, alle betroffenen Länder hätten Initiativen für stärkere Sicherheitsvorkehrungen ergriffen. Die Bundespolizei setzt nach Angaben eines Sprechers auf Streifen in Zügen.

Nach Angaben einer Sprecherin der französischen Bahn SNCF kosten die Sicherheitsschleusen je Bahnsteig 2,5 Millionen Euro im Jahr, Personalkosten inklusive. Derzeit kommt dafür der Staatskonzern auf. Royal wies darauf hin, dass die nun installierten Detektoren vorher auf der Pariser UN-Klimakonferenz im Einsatz waren.

Die Ministerin sagte, die Kontrolle an den Thalys-Zügen in Paris und dem nordfranzösischen Lille sei eine erste Etappe. Wenn sich das System bewähre, könnte es in Frankreich auf alle Fernzüge ausgeweitet werden. Für die Eurostar-Züge, die von Frankreich und Belgien aus durch den Ärmelkanaltunnel nach London fahren, gibt es bereits seit Jahren Kontrollen wie am Flughafen.

dpa

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