Campingplatzbesitzer rüsten auf

Skurrile Mietunterkünfte auf dem Campingplatz

Bad Windsheim - Um auch Camping-Unerfahrene die Möglichkeit eines Urlaubes unter freiem Himmel zu bieten, haben sich die bayerischen Campingplatzbesitzer etwas besonderes einfallen lassen.

Bayerns Campingplatzbesitzer wollen künftig verstärkt auch Mietunterkünfte anbieten. Damit sollen Urlauber ohne Campingausrüstung auf die Zeltplätze gelockt werden. „Das ist für die Branche eine Riesenchance“, sagte der stellvertretende Vorsitzende des bayerischen Landesverbands der Campingwirtschaft, Florian Barmbichler, am Montag in Bad Windsheim. Mit solchen Mietunterkünften komme praktisch jeder für einen Camping-Urlaub infrage.

Die Angebote reichten von großen, bewohnbaren Holzfässern und wohnlichen Zirkuswagen bis zu kleinen Chalets, erläuterte der Vorsitzende Georg Spätling auf dem Bayerischen Tourismustag seines Verbands. Die Branche reagiere damit auf den Einbruch im Geschäft mit Dauercampern. In den vergangenen zehn Jahren sank die Zahl der Dauercamper um 10 bis 15 Prozent.

Campen im Wohnfass

Eine Übernachtung in einem einfachen Wohnfass wird für 20 Euro angeboten. Die Übernachtungspreise in einem Familienchalet schwanken je nach Lage zwischen 60 und 90 Euro die Nacht. Mit den einfacheren Unterkünften wenden sich Campingplatzbesitzer etwa an Radfahrer und Wanderer, mit Chalets an „Komfort orientierte, ältere Urlauber, die Naturnähe suchen“, sagte Spätling.

Derzeit böten alle größeren bayerischen Campingplätze mindestens eine Mietunterkunft an. Viele planten einen Ausbau des Angebots, berichtete der Verbandschef. Da gerade attraktive Campingplätze in Landschaftsschutzgebieten liegen, zögerten manche Gemeinden mit der Genehmigung, berichtete der Leiter des Tourismus-Referats im bayerischen Wirtschaftsministerium, Otto Ziegler. Manche Kommunen befürchteten unerwünschte Splittersiedlungen. Bayern strebe daher auf Bundesebene eine Musterempfehlung für die Kommunen im Umgang mit den Mietunterkünften auf Campingplätzen an, sagte Ziegler.

Camping ist Trend

Viele junge, event-orientierte Menschen haben kaum noch Interesse daran, immer an demselben Ort das Wochenende oder den Urlaub zu verbringen. Camping an sich liege aber weiterhin im Trend, berichtete Ulrike Schillo von der Bayern Tourismus Marketing GmbH.

Nach einer Untersuchung der Marketingorganisation stiegen die Übernachtungszahlen auf Campingplätzen im Jahr 2012 auf 4,656 Millionen - das waren gut 30 000 mehr als im Jahr 2011 und rund 75 000 mehr als 2010. Paare und Familien mit Kindern machten dabei den Löwenanteil der bayerischen Campingurlauber aus.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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