Einheimische Reiseleiterin in Athen: Die Profis sollten sich am Reiseziel gut auskennen. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
1 von 6
Einheimische Reiseleiterin in Athen: Die Profis sollten sich am Reiseziel gut auskennen. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Touristen auf dem Markusplatz in Venedig. Viele vertrauen auf die Führung durch ihren Reiseleiter oder örtliche Stadtführer. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
2 von 6
Touristen auf dem Markusplatz in Venedig. Viele vertrauen auf die Führung durch ihren Reiseleiter oder örtliche Stadtführer. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Immer dem Reiseleiter nach: Kreuzfahrt-Touristen auf einem Landausflug in der Wüste von Safaga in Ägypten. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
3 von 6
Immer dem Reiseleiter nach: Kreuzfahrt-Touristen auf einem Landausflug in der Wüste von Safaga in Ägypten. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Sonja Wagenbrenner ist Pressesprecherin beim Bundesverband der Gästeführer in Deutschland (BVGD). Foto: Werbeagentur 3WM/dpa-tmn
4 von 6
Sonja Wagenbrenner ist Pressesprecherin beim Bundesverband der Gästeführer in Deutschland (BVGD). Foto: Werbeagentur 3WM/dpa-tmn
Dieter Gauf ist Geschäftsführer beim Busreiseverband RDA. Foto: RDA/dpa-tmn
5 von 6
Dieter Gauf ist Geschäftsführer beim Busreiseverband RDA. Foto: RDA/dpa-tmn
Walter Ruß arbeitet bei der IHK Kassel-Marburg. Foto: Funke/IHK Kassel-Marburg/dpa-tmn
6 von 6
Walter Ruß arbeitet bei der IHK Kassel-Marburg. Foto: Funke/IHK Kassel-Marburg/dpa-tmn

Animateur und Krisenmanager

So erkennt man gute Reiseleiter

Sie sind mit Schirm oder Infomappe bewaffnet, bringen Touristen Wissenswertes über Land und Leute näher und führen sie zum nächsten Restaurant. Aber wer garantiert eigentlich, dass der Reiseleiter vorne im Bus nicht nur Unsinn erzählt?

Offenbach (dpa/tmn) – Ziel und Hotel stehen fest, ebenso Reisedauer und Tagesprogramm. In einem wichtigen Punkt bleibt eine Gruppenreise aber eine Fahrt ins Ungewisse: Wer sie durch den Urlaub begleitet, können Touristen nicht beeinflussen.

Welche Qualifikationen Reiseleiter mitbringen müssen, ist in Deutschland nicht geregelt, eine feste Ausbildung gibt es nicht. "Sie sagen, ich bin Reiseleiter, und schon können Sie anfangen", sagt Heinz-Jürgen Nees, Geschäftsführer beim Reiseleiter und Tour Guide Verband (RTGV).

Für Urlauber bedeutet das: Wer da gerade ausschweifend die Vorzüge der römischen Küche anpreist, kann ganz unterschiedliche Erfahrungen mitbringen. Was zeichnet Könner aus? Professionelle Reiseleiter seien eine Mischung aus psychologischem Ansprechpartner, Vertrauensperson und Animateur, sagt Dieter Gauf, Geschäftsführer beim Busverband RDA.

"Ein guter Guide sollte nicht nur Wissen und Zahlen oder Fakten herunterbeten, sondern seinen Gästen die Stadt, das Weinland oder den Naturpark auf lebendige, unterhaltsame und sehr persönliche Art nahe bringen", sagt Sonja Wagenbrenner, Pressesprecherin beim Bundesverband der Gästeführer in Deutschland (BVGD). Gästeführer unterscheiden sich insofern von Reiseleitern, dass sie sich auf eine bestimmte Region spezialisieren.

Reiseleiter müssen sich auch mit Abrechnungen und Hotelreservierungen auskennen, Hilfe bei der Abwicklung von Grenzformalitäten leisten können sowie Reklamationen bearbeiten. Und sie tragen bei Notfällen die Verantwortung tragen.

Einen Anhaltspunkt, ob der Reiseleiter auf der eigenen Reise diese Fähigkeiten mitbringt, sind Zertifikate. Bisher gibt es verschiedene Weiterbildungsangebote. Einige davon sind von der IHK zertifiziert, zum Beispiel die Seminare beim Reiseleiterverband von Nees. Außerdem vergibt der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) zusammen mit der Hochschule Bremen Zertifikate für Reiseleiter. Der Bundesverband der Gästeführer in Deutschland (BVGD) tut das Gleiche für Gästeführer, mehr als 2000 Zertifikate hat er schon ausgestellt. Dazu werden Ausweise nach einem Sterne-System vergeben.

Die Zertifikate sind begehrt, weil sie sowohl von Urlaubern als auch von Reiseveranstaltern als Referenz wahrgenommen werden. Einheitlich sind sie aber nicht. Und sie garantieren Urlaubern nicht, dass sie einen wirklich guten Führer vor sich haben. "Das sagt nur, dass sie einen Reiseleiter haben, der die Theorie durchlaufen hat", erklärt Nees. Auch das IHK-Zertifikat bedeutet nur, dass die Ausbildung den Ansprüchen der IHK genügt.

Ob jemand fundierte Kenntnisse über das bereiste Land oder die Sehenswürdigkeiten vor Ort hat, ist damit nicht garantiert. Dieses Wissen müssen sich die Reiseleiter selbst aneignen. Nees rät daher, sich beim Veranstalter schon vor einer Reise darüber zu informieren, wer einen da durch den Urlaub begleiten wird und wie oft er zum Beispiel schon vor Ort war.

Unabhängig davon kommt es dann noch auf die persönliche Note an: Manche Menschen kommen bei Kunden besser an, andere schlechter. Wenn Reisende unzufrieden sind, sollten sie Wagenbrenners Ansicht nach zunächst dem Gästeführer die Gelegenheit zur Erklärung geben. Kommt man dabei nicht weiter, könne man sich gegebenenfalls immer noch an die Tourist-Info oder den Reiseveranstalter wenden.

Auch interessant

Meistgesehene Fotostrecken

Urlaub in Deutschland: 14 herrliche Reiseziele für den Sommer
Warum nicht den Urlaub in Deutschland verbringen? Für viele Menschen klingt dies äußerst attraktiv. Einige der schönsten Ziele haben wir für Sie zusammengestellt.
Urlaub in Deutschland: 14 herrliche Reiseziele für den Sommer
Paradiesisch: Das sind die schönsten Strände Europas
Sommerzeit ist Urlaubszeit: Wer noch nicht weiß, wo er oder sie die schönste Zeit des Jahres verbringen soll, der bekommt hier die perfekte Inspiration.
Paradiesisch: Das sind die schönsten Strände Europas
Was die Hotelmarken der Veranstalter bieten
Badeurlaub in einem austauschbaren Standardhotel? Das ist für viele sonnenhungrige Urlauber nicht mehr interessant. Die Reiseveranstalter bieten daher zunehmend …
Was die Hotelmarken der Veranstalter bieten
Der Glacier-Nationalpark in Montana
Von den enormen Gletschern, denen der Glacier-Nationalpark in den Rocky Mountains seinen Namen verdankt, sind zwar noch Reste übrig. Die Hauptattraktion der Region sind …
Der Glacier-Nationalpark in Montana

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.