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Der Dom St. Johannes und St. Laurentius ist ein Jahrtausend alt - Merseburg war eine bedeutende Königspfalz und schon früh ein Bischofssitz.

Sonderausstellung zu "1000 Jahre Kaiserdom Merseburg"

Ein Reichskreuz, eine Mitra und seltene Handschriften: Das sind die spektakulären Exponate in der Sonderausstellung "1000 Jahre Kaiserdom Merseburg". Die Schau wird im August eröffnet.

Merseburg - Der Merseburger Dom ist schon ein ganzes Jahrtausend alt. Aus diesem Anlass gibt es in diesem Sommer eine Sonderausstellung im Dom und Schloss der Stadt in Sachsen-Anhalt.

Vom 10. August bis 9. November sind zahlreiche Exponate zur Geschichte des Merseburger Doms zu sehen, wie die Tourismusorganisation des Landes mitteilt. Dazu zählt zum Beispiel ein Reichskreuz aus der Zeit des Investiturstreits und eine Mitra, die ein Merseburger Bischof auf dem Kopf getragen hat und die nun in der Dresdner Rüstkammer aufbewahrt wird.

Die Sonderausstellung unter dem Titel " 1000 Jahre Kaiserdom Merseburg" zeigt außerdem seltene Handschriften. Die älteste stammt aus dem achten Jahrhundert. Als ungewöhnliches Ausstellungsstück gilt ein sogenanntes Sakramentar aus den Merseburger Archiven, eine Handschrift, die bei feierlichen Gottesdiensten in der Kathedrale genutzt wurde. Bischof Thietmar registrierte darin die Sterbedaten und einen Teil der Geburten von Mitgliedern des Königshauses.

Thietmar (975 bis 1018) schrieb ausführlich über die Zeit der Jahrtausendwende. Er ließ 1015 auch den Grundstein des Doms legen. Merseburg war damals nicht nur in religiöser Hinsicht, sondern auch politisch bedeutend: Dort trafen sich gekrönte Häupter, um Verträge auszuhandeln, Erbstreitigkeiten zu schlichten, Urkunden zu signieren und um dem Kaiser zu begegnen. Die Pfalz Merseburg war einer der bevorzugten Aufenthaltsorte für den kaiserlichen Hof. Das gilt besonders für Heinrich II. und dessen Frau, die nach ihrem Tod - als einziges Kaiserpaar des Deutschen Reiches - heiliggesprochen wurden.

Neun Räume im Dom St. Johannes und St. Laurentius und im Kulturhistorischen Museum Schloss Merseburg werden für die Sonderausstellung umgestaltet. Im Dom beispielsweise zeigen zwei große Fotoleinwände dann Impressionen vom Inneren des Gotteshauses in der Zeit der Romanik. Auf ähnliche Weise können Besucher in der Grabkapelle Sigismunds von Lindenau eine Zeitreise in das Jahr von dessen Tod 1544 machen. Ein umfangreiches Programm begleitet die Sonderausstellung. Das Spektrum reicht dabei von Konzerten und Lesungen bis zu Themenführungen und solchen für Kinder oder bei Kerzenschein.

Informationen:

Die Öffnungszeiten sind Montag bis Sonntag 9.00 bis 18.00 Uhr. Der Eintritt beträgt neun Euro für Erwachsene.

Besucherservice Dom und Schloss Merseburg, Domplatz 7, 06217 Merseburg, Tel.: 03461/21 00 45; fuehrung@merseburger-dom.de.

dpa/tmn

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