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Die Blechlawine rollt wieder: Mit längeren Staus – wie hier auf der A9 Richtung Süden – müssen Autofahrer auch dieses Jahr zu Ostern rechnen. Doch auch bei Stillstand oder langsam rollendem Verkehr ist es verboten, auf der Standspur rechts vorbei zur Ausfahrt zu fahren.

Ansonsten könnte e teuer werden

Spielregeln im Stau: Diese sechs Dinge sollten Sie wissen

München - Rund um Ostern sorgen Staus im Straßenverkehr wieder für jede Menge Frust. Doch auch im Stopp-and-Go gibt es regeln. Und wer sie nicht beherzt, muss blechen.

Update vom 31. März 2017: Wo wird es an den Oster-Feiertagen wieder eng? Wir haben zusammengefasst, auf welchen deutschen Autobahnen an Ostern 2017 Staus drohen.

„Wie jedes Jahr wird Ostern auch 2016 das erste große, lange Stauwochenende des Jahres. Ostersonntag und -montag drohen lange Schlangen speziell auf den Autobahnen“, prognostiziert Katrin Müllenbach-Schlimme vom ADAC. Vor allem im Rückreiseverkehr, bei der Einreise nach Deutschland, kann es angesichts von Grenzkontrollen eng werden. Der ADAC und der österreichische Autoclub ÖAMTC warnen hier vor Engpässen. Die Kontrollen an den Grenzübergängen Walserberg bei Salzburg, Rottal-Ost auf der A3 bei Passau und Kiefersfelden bei Kufstein verursachen seit dem Beginn der Flüchtlingskrise immer wieder Staus bei der Einreise.

Wichtig für alle Auto- und Motorradfahrer ist deshalb, sich daran zu erinnern, dass auch im Stau Verkehrsregeln gelten. Ansonsten drohen teilweise Bußgelder und Punkte in Flensburg. Wir haben in Zusammenarbeit mit dem ADAC die wichtigsten Regeln im Autobahnstau zusammengestellt.

Fahrbahn nur zur Unfallsicherung

Die Fahrbahn darf laut Straßenverkehrsordnung (StVO) nur zur Unfallsicherung betreten werden. Ohne Stau ist das, manchmal bei Eltern mit Kleinkindern zu beobachtende, Halten auf dem Standstreifen verboten. Wer dagegen verstößt, muss ein Verwarnungsgeld von 30 Euro zahlen. Wer sogar parkt, riskiert ein Bußgeld von 70 Euro und einen Punkt in Flensburg. Auch wer im Stau steht, muss sich zumindest offiziell an die Regeln halten.

Weder ein „menschliches Bedürfnis“ noch das Wickeln eines Kindes stellen einen vom Gesetzgeber anerkannten Notfall dar. In solchen Fällen heißt es, bis zum nächsten Park- oder Rastplatz weiterzufahren. Bei Zuwiderhandlung drohen 10 Euro Verwarnungsgeld. Müllenbach-Schlimme: „Natürlich ist die Realität speziell in langen Staus mit Vollsperrung manchmal eine andere. Die Polizei hat auch die Möglichkeit, ein Auge zuzudrücken, wenn sich Leute im Stau die Füße auf der Fahrbahn vertreten. Dabei dürfen aber in keinem Fall Rettungskräfte behindert werden.“

Rettungsgasse im Stau bilden

Die Bildung einer Rettungsgasse ist die wichtigste Maßnahme im Stau. Nur so können Rettungsfahrzeuge passieren. Wer also nicht an den rechten oder linken Fahrbahnrand fährt, damit die Rettungsfahrzeuge passieren können, riskiert ein Verwarnungsgeld von 20 Euro. In der Rettungsgasse fahren dürfen nur berechtigte Fahrzeuge der Polizei, des Notarztes, der Feuerwehr oder des THW. Man darf als normaler Autofahrer natürlich auch nicht in der Rettungsgasse hinter den Rettungskräften herfahren.

Wenden und Schlängeln verboten

Auch der Seitenstreifen darf nicht dazu genutzt werden, um schneller zum Rastplatz oder zur Autobahnausfahrt zu gelangen. Wer das dennoch tut, riskiert 75 Euro Bußgeld und einen Punkt. Ausnahme dabei sind die Standstreifen, die über eine Verkehrsleitanlage wie auf der A9 vor München freigegeben werden können. Rückwärtsfahren oder gar wenden ist natürlich auch im Stau tabu, es sei denn, die Polizei fordert dazu auf. Sonst droht neben Geldbuße und Punkten auch ein Fahrverbot.

Wichtig für Motorradfahrer: Hindurchschlängeln ist verboten und wird mit einer Geldbuße von 100 Euro und einem Punkt geahndet. Links überholen ist zwar erlaubt, in den meisten Fällen bleibt dem Motorradfahrer jedoch nicht genug Platz, um einen ausreichenden Sicherheitsabstand zur Fahrzeugkolonne einzuhalten.

Rechts Überholen nur unter Auflagen

Rechts überholen ist nur dann erlaubt, wenn der Verkehr auf dem linken Fahrstreifen steht oder sich mit höchstens 60 km/h bewegt. Bei stehendem Verkehr darf man rechts mit maximal 20 km/h fahren. Ist der Verkehr auf dem linken Fahrstreifen in Bewegung, darf rechts mit einer Differenzgeschwindigkeit von höchstens 20 km/h überholt werden. Wer sich nicht daran hält, riskiert eine Geldbuße von 100 Euro sowie einen Punkt.

Reißverschluss anwenden

Auch ein großer Frust-Faktor im Stau ist das Einordnen, wenn wegen einer Baustelle ein Fahrstreifen wegfällt. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass dann das Reißverschlussverfahren anzuwenden ist. Dabei darf der Übergang vom endenden Fahrstreifen auf den durchgehenden erst unmittelbar vor Beginn der Verengung erfolgen. Wer anderen das Einordnen auf den durchgehenden Fahrstreifen nicht ermöglicht, dem droht ein Verwarnungsgeld von 20 Euro. Also tief durchatmen und eine Lücke lassen!

Hände weg vom Handy

Auch während eines Staus haben die Hände nichts am Handy zu suchen. Zuwiderhandlungen werden mit einem Bußgeld von 60 Euro und einem Punkt im Verkehrszentralregister geahndet. „Das Handy darf erst in die Hand genommen werden, wenn der Motor ausgeschaltet ist. Die beste Lösung ist aber ohnehin eine Freisprechanlage. Dann können sie den Stau immerhin dazu nutzen, ihre Liebsten anzurufen“, rät Verkehrs-Expertin Müllenbach-Schlimme.

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Von Lars Becker

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