Ein Vulkanausbruch förderte die Insel Surtsey zutage. Im Foto ist der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajokull von 2010 zu sehen.
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Ein Vulkanausbruch förderte die Insel Surtsey zutage. Im Foto ist der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajokull von 2010 zu sehen.

Kein zutritt

Diese einzigartige Insel ist für Touristen tabu - irgendwann wird sie verschwinden

  • Franziska Kaindl
    vonFranziska Kaindl
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Es gibt kaum noch Flecken auf der Welt, die der Mensch noch nicht für sich entdeckt hat. Eine kleine, einzigartige Insel vor Island ist jedoch für Touristen tabu.

  • Die isländische Insel Surtsey gehört seit 2008 zum UNESCO-Welterbe und ist streng geschützt.
  • Nur Wissenschaftlicher dürfen das kleine Eiland, das zu den Westmännerinseln gehört, betreten.
  • Das Besondere an Surtsey: Die Insel gibt es erst seit 1963.

Die Entstehung von Surtsey: das Eiland vor Island

Am 14. November 1963 bricht mitten in der Nacht die Mannschaft eines Kutters auf, um in der Nähe der Westmänner-Inseln, die zu Island* gehören, ihre Netze auszulegen. Plötzlich nehmen die Fischer einen schwefligen Geruch war: In der Morgendämmerung machen sie in der Ferne eine Rauchwolke aus. Der Kapitän entdeckt über sein Fernglas, die Quelle des Rauches: Ein untermeerischer Vulkan speit Gesteinsbrocken und Asche aus.

Am Nachmittag sind bereits zwei Krater oberhalb der Meeresoberfläche sichtbar. Die Insel* die hier entstanden ist, bekommt den Namen Surtsey - benannt nach Surtur, dem Feuerriesen aus der nordischen Mythologie. Drei Jahre dauert der Ausbruch an, bis 1967 drei Inseln über der Meeresoberfläche sichtbar wurden. Zwei von ihnen sind mittlerweile von Wind und Wellen wieder verschluckt worden. Und auch Surtsey wird nicht ewig bleiben: Forscher vermuten, dass die Insel in 100 Jahren wieder im Meer verschwindet.

Doch bis dahin dient Surtsey der Forschung: Die 2,7 Kilometer große Insel wurde schnell von der Natur erobert und bietet den Wissenschaftlern deshalb optimale Bedingungen, um zu beobachten, mit welcher Geschwindigkeit sich Leben ausbreitet. "Wir konnten auf Surtsey beobachten, wie Pflanzen und Tiere eine Insel besiedeln und sich ein neues Ökosystem bildet", so Borgþór Magnússon, Biologe am Naturkundeinstitut in Reykjavik, laut Deutschlandfunk

Die ersten Pflanzen waren bereits 1965 auf der Insel zu finden, 1970 tauchten dann Seevögel - Eissturmvögel und Trottellummen - auf. Ungefähr 20 Jahre nach der Entstehung von Surtsey kamen auch Robben zum Eiland, um Junge aufzuziehen, wie das Online-Portal Travelbook berichtet. Bis 2004 wurden demnach unter anderem 69 Gefäßpflanzen-, 71 Flechten-, 24 Pilz- und 14 Vogelarten sowie 335 Arten von Wirbellosen notiert. Aufgrund dieses vom Menschen weitestgehend unberührten Ökosystems ist die Insel auch nur für Forscher der Surtsey Research Society zugänglich - für Touristen ist ein Besuch also nicht möglich.

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Westmänner-Inseln in der Nähe von Surtsey: Tolles Ausflugsziel für Island-Reisende

Allerdings finden sich nicht unweit des kleinen Eilands die sogenannten Westmänner-Inseln südlich der isländischen Küste. Bei ihnen handelt es sich um eine Inselgruppe, die ebenfalls vulkanischen Ursprungs ist. Die Westmänner-Inseln sind entweder mit einem Kleinflugzeug von Reykjavík aus zu erreichen oder mit einer Fähre. Mit dem Auto oder dem öffentlichen Bus landen Reisende dann an dem Hafen "Landeyjarhöfn". Von Reykjavík dauert die Fahrt circa 2,5 Stunden.

Gerade in den Sommermonaten lassen sich hier zahlreiche Papageitaucher beobachten. Wer den 283 Meter hohen Berg Heimaklettur besteigt, hat zudem eine wunderbare Aussicht auf die anderen Inseln und das Meer.

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