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Die wirtschaftliche Lage der Taxifahrer ist schwierig. Im Schnitt verdienen die Taxler weniger als sieben Euro pro Stunde.

Mindestlohn

Zeitung: Taxifahren wird deutlich teurer

Taxifahren wird in vielen Städten und auch auf dem Land laut einem Zeitungsbericht zufolge deutlich teurer. In Hamburg sind die Preise schon um bis zu 30 Cent pro Kilometer gestiegen.

Wegen der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns Anfang kommenden Jahres haben Taxiverbände einer Umfrage der "Süddeutschen Zeitung" zufolge in hunderten Städten und Landkreisen teils kräftige Tariferhöhungen beantragt. In Hamburg seien die Preise bereits am 1. Oktober um 7,8 Prozent erhöht worden, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" am Mittwoch. In Dresden habe der Stadtrat beschlossen, ab Dezember pro gefahrenem Kilometer die Preise um 20 bis 30 Cent zu erhöhen.

Die von den Verbänden geforderten Preisaufschläge seien allerdings meist noch höher, berichtete die Zeitung. So würden in Hannover und Duisburg 25 Prozent mehr gefordert, in Stuttgart 20 Prozent und in Delmenhorst sogar 30 Prozent. Genehmigt würden jedoch meist Aufschläge, die unter den Forderungen lägen. Zuständig sind demnach bundesweit mehr als 800 Genehmigungsbehörden.

Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro haben von Januar an rund 200.000 angestellte Taxifahrer. Sie gehören nach Angaben des Statistischen Bundesamtes zu den am schlechtesten bezahlten Beschäftigten in Deutschland. Bezieht man die Wartezeiten mit ein, belaufen sich ihre Löhne im Durchschnitt auf weniger als sieben Euro pro Stunde. Tarifverhandlungen über einen Mindestlohn für Taxifahrer waren Mitte September gescheitert.

Die Branche kann unter bestimmten Bedingungen eine Übergangszeit bis 2017 ausschöpfen, bis sie die Entgelte auf das Mindestniveau bringen muss. Die Arbeitgeber und -nehmer können tarifvertraglich klären, wie sie dabei im Einzelnen vorgehen. Gelingt ihnen das nicht, gilt der gesetzliche Mindestlohn. Der Deutsche Taxi- und Mietwagenverband (BZP), der nach eigenen Angaben 25.000 der 33.000 Unternehmen der Branche vertritt, warnte bereits, viele Betriebe könnten den höheren Stundenlohn nicht zahlen. Ein Viertel der rund 200.000 Arbeitsplätze in der Branche sei gefährdet.

AFP

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