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Thailands zwei Gesichter: Seit dem 20. Mai 2014 steht das Land unter Kriegsrecht. Am 22. Mai hat das Militär die Macht in Thailand übernommen. Die Bundesregierung rät Touristen zu "erhöhter Wachsamkeit".

Die wichtigsten Fragen und Antworten

Putsch in Thailand: Was Urlauber jetzt beachten sollten

Bangkok – Das Militär in Thailand hat das Kriegsrecht verhängt und die Macht an sich gerissen. Was bedeutet das für Touristen? Kann ich jetzt meinen Urlaub kostenlos stornieren? Gibt es Einschränkungen vor Ort?

Erneute Eskalation in Thailand: Seit fast sieben Monaten befinden sich verfeindete Lager im Machtkampf um die politische Vorherrschaft. Regierungsgegner störten Wahlen im Februar so massiv, dass sie später annulliert wurden. Am Rande der Demonstrationen in Thailand kamen in gut sechs Monaten mehr als 25 Menschen ums Leben. In der Nacht zum Dienstag hat das thailändische Militär im gesamten Land das Kriegsrecht ausgerufen, um weiteres Blutvergießen zu verhindern. Am Donnerstag hat sich das Militär schließlich an die Macht geputscht. Die Lage ist deshalb unberechenbar. Antworten auf die wichtigsten Fragen für Reisende:

Auswärtiges Amt rät Thailand-Urlaubern zu erhöhter Wachsamkeit

Wie sieht aktuell die Lage im Land aus? 

Bislang herrscht sowohl an den Flughäfen als auch im öffentlichen Nahverkehr Normalbetrieb, erklärt die thailändische Tourismusbehörde. Banken und Shopping-Malls seien wie gewohnt geöffnet, Sehenswürdigkeiten im gesamten Land uneingeschränkt zugänglich.

Es kommt allerdings immer wieder zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Dies ist auch für die Verbindung von den beiden Bangkoker Flughäfen in die Innenstadt und umgekehrt zu erwarten.

Gibt es besondere Verhaltensregeln?

Die Bundesregierung rät allen Besuchern des Landes zu "erhöhter Wachsamkeit". Bislang verlaufe das öffentliche Leben in der Hauptstadt Bangkok weitgehend normal, doch die Lage könne sich rasch ändern, heißt es in den am Freitag aktualisierten Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes. Darin wird auch auf die nächtliche Ausgangssperre hingewiesen. Bei Nachtflügen müssten die Reisenden deshalb spätestens um 22 Uhr am Flughafen sein. Die Bangkoker Hochbahn stellt am 22.05. ab 20 Uhr ihren Betrieb ein.

Die Tourismusbehörde empfiehlt Reisenden außerdem, sich von Demonstrationen, Kundgebungen und Menschenaufläufen fernzuhalten. Sicherheitshalber sollten sie zudem mehr Zeit für den Transfer zum Flughafen einplanen, da es vereinzelt zu Straßenkontrollen kommen könnte. Auch das Auswärtige Amt rät nachdrücklich, Demonstrationen und Menschenansammlungen im gesamten Bangkoker Stadtgebiet sowie auch in anderen Landesteilen zu meiden.

Wer nicht nach Thailand reisen will, riskiert Stornogebühren

Was können Urlauber vor Ort tun, um auf Nummer sicher zu gehen?

"Reisende vor Ort sollten Kontakt zum Veranstalter aufnehmen und sich erkundigen, ob dieser Änderungen am Reiseverlauf plant", empfiehlt Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale Brandenburg in Potsdam. "Kommt es zu Beeinträchtigungen, etwa, weil Ausflüge ausfallen oder andere Leistungen nicht erbracht werden, liegt ein Reisemangel vor, und ich kann vom Veranstalter einen Teil des Reisepreises zurückfordern", erläutert Fischer-Volk. Rucksacktouristen bleibe indes nur, sich im Internet über die aktuelle Lage zu erkundigen, zum Beispiel auf der Seite des Auswärtigen Amtes oder der thailändischen Tourismusbehörde.

Sollte ich eine gebuchte Thailand-Reise stornieren?

"Möchte ich die Reise nicht antreten, riskiere ich derzeit Stornogebühren", erklärt Fischer-Volk. Allerdings könne man den Reiseveranstalter bitten, die Reise umzubuchen – möglicherweise zeigt er sich kulant.

Thailand-Reisende müssen mit möglichen Verzögerungen beim Transfer rechnen

Wie reagieren die Veranstalter auf die aktuelle Situation?

Das Kriegsrecht in Thailand:

Thailand steht nach monatelangem Machtkampf zwischen verfeindeten politischen Lagern seit Dienstag unter Kriegsrecht. Armeechef Prayuth Chan-ocha begründete den überraschenden Schritt in einer Fernsehansprache damit, dass bei den Protestaktionen von Regierungsgegnern "Kriegswaffen" eingesetzt worden seien. Die Armee wolle weitere Todesopfer verhindern. Nach den Worten des Generals handelt es sich nicht um einen Militärputsch. Die Regierung sei weiter im Amt. Prayuth schränkte als erstes die Pressefreiheit ein. Zehn Fernsehsender, die Regierungsgegnern oder -anhängern nahe standen, mussten ihren Betrieb einstellen. Unter dem Kriegsrecht kann die Armee Aufstände mit Waffengewalt unterdrücken, sie kann Menschen ohne Haftbefehl festnehmen und mehrere Tage ohne Anklage festhalten.

"Unsere Mitarbeiter vor Ort melden uns, das unsere Gäste bislang keine Einschränkungen hinnehmen müssen", sagt Anja Braun vom Veranstalter Tui. Deshalb beschränke man sich derzeit darauf, sie über die aktuelle Situation und die aktuellen Entwicklungen zu informieren. Keine Einschränkungen sieht derzeit auch Mathias Brandes von Thomas Cook/Neckermann. Die meisten Touristen würden Bangkok ohnehin nur als Zwischenstopp nutzen, die große Zahl der Gäste befinde sich in Phuket. "Die Lage ist ruhig, wir weisen unsere Gäste lediglich auf mögliche Verzögerungen beim Transfer hin. Kostenlose Stornierungen sind bislang nicht möglich", sagt Sprecherin Angela de Sando von dem Bausteinveranstalter von DER Touristik.

Wie viele deutsche Touristen befinden sich überhaupt vor Ort?

Relativ wenig: Tui spricht zum Beispiel von rund 180 Tui-Gästen in Bangkok und Umgebung und 730 in anderen Regionen des Landes. "Die Hauptsaison ist im Winter, jetzt, in der Nebensaison, befinden sich nur noch vergleichsweise wenig Touristen im Land", sagt Sibylle Zeuch vom Deutschen Reiseverband (DRV). Natürlich würden die Mitgliedsunternehmen die Lage vor Ort weiter sehr genau beobachten und seien auf alle Eventualitäten vorbereitet – derzeit sehe es jedoch nicht danach aus, dass sich die Situation weiter verschärfe.

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Trauminsel Koh Yao Noi - ein Reisebericht  

dpa/tmn

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