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Kreuzfahrten liegen bei deutschen Urlaubern nach wie vor im Trend. Foto: Christian Charisius

Nach Rekordjahr

Tourismusbranche geht mit Schwung ins Sommergeschäft

Die Reiselaune der Bundesbürger ist groß. Das Geschäft mit den schönsten Wochen des Jahres läuft auf Hochtouren. Selbst die Nachfrage nach Türkei-Urlaub zieht kräftig an.

Frankfurt/Main (dpa) - Deutschlands Reiseindustrie ist nach der Delle 2016 zurück auf Rekordkurs. Die Branche erzielte im vergangenen Jahr ein unerwartet starkes Umsatzplus und ist mit hohem Tempo ins wichtige Sommergeschäft 2018 gestartet.

"Die bisher eingegangenen Reisebuchungen stimmen zuversichtlich, dass die Urlaubsnachfrage 2018 besonders hoch sein wird und wir mit einem weiteren Umsatzwachstum für das gesamte Touristikjahr rechnen können", sagte Norbert Fiebig, Präsident des Branchenverbandes DRV.

Die Buchungsumsätze für die schönsten Wochen des Jahres im Sommer lagen nach Berechnungen der GfK-Konsumforscher bis Ende Januar zusammengerechnet um satte 18 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Der Januar ist traditionell der stärkste Buchungsmonat. Im gesamten Reisejahr rechnet Fiebig mit einem Umsatzplus der Veranstalter im mittleren einstelligen Bereich. "Im Moment läuft es richtig gut", sagte der DRV-Präsident.

Angetrieben von der Nachfrage vor allem nach Kreuzfahrten und Auslandsreisen stieg der Umsatz im vergangenen Jahr den Angaben zufolge stärker als erwartet. "Es war ein extrem erfolgreiches Jahr", sagte Fiebig wenige Tage vor Beginn der Reisemesse ITB in Berlin (7. bis 11. März).

Insgesamt gaben die Bundesbürger rund 90,9 Milliarden Euro für Urlaubs- und Privatreisen im In- und Ausland aus. Vorab gebucht wurden bei den Reiseprofis Leistungen im Rekordwert von 64,7 Milliarden Euro (plus 8,2 Prozent).

Der Umsatz der Veranstalter stieg den Angaben zufolge im Vergleich zum schwachen Vorjahr um 8 Prozent auf 33,7 Milliarden Euro. Es war laut DRV das stärkste Plus seit der Jahrtausendwende. Reisebüros verzeichneten ein Plus von 1,2 Milliarden Euro auf 26,4 Milliarden Euro. Im Jahr zuvor hatten Anschläge in beliebten Urlaubsgebieten und der gescheiterte Militärputsch in der Türkei die Reiselust der Bundesbürger gedämpft.

Ganz oben auf der Beliebtheitsskala als ausländisches Reiseziel der Bundesbürger stand auch 2017 Spanien bei Veranstalterreisen. Griechenland erlebte geradezu einen Boom und schob sich mit einem Umsatzplus von 30 Prozent auf Platz zwei. Der wichtige türkische Markt verzeichnete angesichts der politischen Spannungen zwischen Ankara und Berlin nach der Verhaftung deutscher Journalisten und Menschenrechtler dagegen erneut Besucher- und Umsatzrückgänge.

Mittlerweile scheine das Land am Bosporus die Talsohle durchschritten zu haben, sagte Fiebig. "Für 2018 sehen wir das Comeback der Türkei." Die Buchungen für den Sommer liegen trotz eines rasanten Nachfragewachstums von gut 100 Prozent aber immer noch unter den Höchstwerten des Jahres 2015.

Spanien und Griechenland dürften auch in diesem Jahr wieder die beliebtesten Flugpauschalreiseziele sein, sagte Fiebig voraus. Ägypten und Tunesien erholten sich weiter. Die Buchungen für die USA liegen dagegen bislang 20 Prozent unter dem ohnehin schon schwachen Vorjahr. "Dabei spielt möglicherweise auch der Trump-Effekt eine Rolle", sagte Fiebig mit Blick auf den umstrittenen US-Präsidenten Donald Trump.

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