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„Mein Schiff 1“ lässt Hunderte Passagiere zurück: „Wir hatten schon alles vorbereitet“

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Von: Franziska Kaindl

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Das Tui-Logo an der „Mein Schiff 1“.
Einige Passagiere konnten ihre Reise auf der „Mein Schiff 1“ nicht antreten. © Patrick Franck/Imago

Die Kreuzfahrt-Reederei Tui Cruises hat Passagiere von einer Karibik-Reise mit der „Mein Schiff 1“ ausgeschlossen. Manche bleiben wohl auf einem Teil der Kosten sitzen.

Passagiere werden kurzfristig von Kreuzfahrt ausgeschlossen – Tui bezieht Stellung

Update vom 21. Januar 2022: Die „Mein Schiff 1“ von Tui Cruises ist am Mittwoch mit einer geringeren Anzahl von Passagieren in die Karibik-Kreuzfahrt gestartet als geplant. Zahlreiche Kunden erhielten am Montag eine Absage für die Reise – sehr zur Enttäuschung der Urlauber. Nun sind weitere Details dazu ans Licht gekommen.

„TUI Cruises hat sich am Montag kurzfristig dazu entschlossen, zum Schutz von Gästen und Besatzung auf längeren Reisen wieder strengere Auslastungsgrenzen einzuführen“, erklärte demnach die Pressesprecherin der „Mein Schiff 1“, Friederike Grönemeyer, laut der Hamburger Morgenpost (MOPO). Wir haben die Gäste, die wir nicht mitnehmen konnten, auch am Montag informiert. Insgesamt sind 1.650 Passagiere an Bord.“

Normalerweise ist das Schiff für 2.894 Passagiere zugelassen und war aufgrund der Corona-Pandemie in den letzten Monaten nur zu 80 Prozent ausgelastet. Nun sind die Kabinen aber wohl nur zu circa 60 Prozent belegt. Laut einem Bericht des Westfalen-Blatts sollen circa 600 Passagiere vor der Reise aussortiert worden sein. Dem widerspricht Grönemeyer gegenüber MOPO: „Wir äußern uns nicht zu konkreten Zahlen, aber es sind weniger als die 600, die in einem Medienbericht geschätzt wurden.“

Auch interessant: Booster-Pflicht auf der Kreuzfahrt: Reedereien führen strengere Maßnahmen ein.

Betroffene Passagiere berichten – nicht jeder erhält vollen Reisepreis zurück

Für die betroffenen Passagiere ist diese Stornierung jedoch sehr ärgerlich. Ein Ehepaar berichtet: „Wir hatten schon alles vorbereitet, den PCR-Test gemacht und die Koffer gepackt.“ Am Montagabend sei dann kurz vor 21 Uhr die Absage über E-Mail eingetroffen. Nicht nur die kurzfristige Entscheidung frustriert sie – sondern auch, dass der späte Buchungszeitpunkt als Ausschlusskriterium verwendet wurde. Denn ausgerechnet wegen der Unsicherheiten in der Corona-Pandemie habe das Ehepaar kurzfristig gebucht. Nun bleibt es die kommenden fünf Wochen zu Hause – die Reise hätte nämlich 35 Tage gedauert.

Ein weiterer Betroffener berichtete dem Westfalen-Blatt, dass er im Dezember last minute gebucht habe. Statt der regulären 10.000 Euro zahlte er deshalb nur 6.800 Euro. Den vollen Reisepreis habe er aber nicht zurückerhalten: „Am Dienstag habe ich die Abrechnung bekommen. TUI erstattet mir aber nicht meine 6.800 Euro, sondern hat 469 Euro abgezogen. Soviel hatte ich für das Paket aus Reiserücktritts- und Krankenversicherung bezahlt.“ 

Kathrin Jarosch, Sprecherin beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft in Berlin, weist darauf hin, dass Betroffene nicht auf ihre Reiserücktrittsversicherung hoffen dürfen: „Die tritt nur ein, wenn der Grund für die Absage oder den Reiseabbruch beim Urlauber liegt.“ Allerdings könnten sie Anspruch auf Schadenersatz haben, wie Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg e.V. der MOPO erklärt – zum Beispiel die Erstattung der Versicherungsprämie oder eine Entschädigung für nutzlos aufgewandte Urlaubszeit. Dies sei aber nur möglich, wenn die Absage nicht auf einem „unvermeidbaren außergewöhnlichen Umstand“ beruhe: „Ob das vorliegend so ist, werden wohl letztlich die Gerichte entscheiden“, sagt Rehberg.

Von Reise ausgeschlossen: Tui Cruises sortiert Kreuzfahrt-Passagiere aus

Originalmeldung vom 20. Januar 2022: Die Kreuzfahrtbranche hat erneut mit der Pandemie zu kämpfen: So kam es in letzter Zeit auf Schiffen häufiger zu Corona-Ausbrüchen zudem wurden manche Reisen komplett abgesagt. Unter Kunden herrscht daher aktuell große Unsicherheit darüber, ob ihre geplante Reise stattfinden kann – darunter auch bei Passagieren, die einen Karibik-Urlaub auf der „Mein Schiff 1“ von Tui Cruises gebucht hatten. Wie sich nun herausstellt, bestätigte sich diese Befürchtung für einige Passagiere tatsächlich: Die Reederei sortierte nämlich kurz vor der Reise einige Gäste aus, wie unter anderem das Kreuzfahrt-Portal schiffe-und-kreuzfahrten.de berichtet.

Tui Cruises sortiert Passagiere zwei Tage vor Kreuzfahrt aus

Am 19. Januar 2022 startete Tui Cruises mit der „Mein Schiff 1“ in die dritte 35-tägige Deutschland-Karibik-Kreuzfahrt, allerdings ohne eine kleine Auswahl an Gästen. Laut einer Mitteilung an die betroffenen Kunden, die dem Portal schiffe-und-kreuzfahrten.de vorliegt, habe man sich aufgrund der aktuellen Corona-Lage dazu entschieden, strengere Auslastungsgrenzen einzuführenwodurch manchen Passagieren die Reise storniert werden musste.

Dabei haben offenbar diejenigen Passagiere, die später gebucht haben, den Kürzeren gezogen: „Wohl wissend, dass es hier keine ‚gerechte‘ Lösung gibt, haben wir die Auswahl nach dem Zeitpunkt der Buchung vorgenommen“, heißt es. Außerdem: „Uns ist bewusst, dass dies eine große Enttäuschung für Sie ist und Sie sich auf die Zeit an Bord gefreut haben. Es tut uns wirklich sehr leid. Wir können an der Stelle nur um Verständnis für diese sehr kurzfristige Entscheidung bitten.“

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Von Kreuzfahrt ausgeschlossen: Zwiegespaltene Meinungen in den sozialen Netzwerken

Die Reederei bietet den betroffenen Kunden einen 10 Prozent Preisvorteil für eine Neubuchung einer Kreuzfahrt-Reise* bis zum 31.12.2022 an. Ob das für die Passagiere ein ausreichender Trost ist, bleibt aber fraglich. Schließlich erhielten sie die Nachricht erst zwei Tage vor Abfahrt und haben sicherlich viel Organisationsaufwand in die Planung der 35-tägigen Reise gesteckt. Wie das Portal Moin.de berichtet, gibt es in den sozialen Netzwerken einige kritische Stimmen dazu. „Zehn Prozent, Ernsthaft? Dafür, dass man fast auf gepackten Koffern sitzt“, soll es da unter anderem heißen. Manche haben aber auch Verständnis für die Reederei: „Tui macht alles, um eine Reise stattfinden zu lassen“, meint demnach ein User auf Facebook. (fk) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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