+
Entspannen am Strand von Mallorca: Gut 13 Prozent aller Urlaubsreisen gingen im vergangenen Jahr nach Spanien. Noch beliebter ist bei den Deutschen nur Urlaub in Deutschland – am liebsten in Bayern.

Reiselaune hält an

So verreisen die Deutschen

Urlaubszeit gleich Reisezeit: Diese Rechnung geht auf, wenn der Job sicher und genug Geld auf dem Konto ist. Die Bundesbürger sind in Reiselaune und das wird so bleiben.

Reisen statt Sparen: Die Deutschen sind angesichts der robusten Konjunktur in Urlaubslaune. Von 100 Bundesbürgern haben im vergangenen Jahr 57 eine mindestens fünftägige Reise unternommen, vor fünf Jahren waren es nur 50. Das geht aus der neuen Tourismusanalyse der Stiftung für Zukunftsfragen hervor.

„Die erneute Steigerung lässt sich mit dem wirtschaftlich starken Jahr 2013 erklären“ , berichtete Stiftungsleiter Ulrich Reinhardt. Er spielte auf die geringe Arbeitslosenquote und den hohen Exportüberschuss an. Jeder Fünfte beschränkte sich 2013 nicht mit einem Urlaub, sondern ging mehrfach auf Reisen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einer Steigerung um 3 Prozentpunkte, im Fünf-Jahres-Vergleich fast einer Verdopplung.

Deutsche im Schnitt 12 Tage auf Reisen

Wie sieht es 2014 aus? „Die Vorfreude ist hoch“, sagt Reinhardt. 45 Prozent wollen dieses Jahr auf Tour gehen. Ein Drittel ist noch unentschlossen. Die Erfahrung lehre jedoch, dass sich wenigstens ein Zehntel der Unentschlossenen auf den Weg macht. Reinhardt glaubt: „Trotz aller Unsicherheit und vorhandenem Krisenbewusstsein wird auch 2014 die Mehrheit der Bevölkerung nicht auf Urlaub verzichten wollen.“

Und sei es nur ein Kurztrip. Viele Bundesbürger begnügen sich mit einem kürzeren Aufenthalt, Hauptsache sie sind unterwegs. Konnte man 1980 noch bei Urlaub von den „schönsten Wochen“ des Jahres sprechen, hat die Dauer 2013 mit durchschnittlich 12 Tagen einen Tiefpunkt erreicht: „Aus den schönsten Wochen des Jahres sind zunehmend die schönsten Tage des Jahres geworden“, resümierte Reinhardt. Für Ferien im Inland werden zehn Tage verbraucht, in Europa – je nach Reiseland – durchschnittlich knapp 13 Tage. Geht es auf andere Kontinente, werden im Schnitt zweieinhalb Wochen angesetzt.

Apropos Kosten: 1062 Euro gaben die Bundesbürger 2013 nach Berechnung des Hamburger Instituts durchschnittlich für Urlaub aus – Souvenirs und Trinkgelder inklusive. Das waren rund 31 Euro weniger als im Vorjahr. Wer in Deutschland ausspannte, war mit täglich 75 Euro dabei, in Europa mit 86 Euro. Wer in die Ferne abhob, investierte 120 Euro.

Hier geht's zu unseren Urlaubsangeboten

Leichter Rückgang in Bayern macht Sorge

Bergwanderer am Jenner im Berchtesgadener Land vor der Kulisse der schneeverhangenen Ostwand des Watzmann.

Bei den Reisezielen war im vergangenen Jahr erneut Deutschland am beliebtesten. 37,4 Prozent verbrachten ihren Urlaub im eigenen Land. Erstmals seit vielen Jahren blieben jedoch Zuwächse aus. Lediglich Baden-Württemberg profitierte. Doch sowohl in den Ferienregionen an der Nord- und Ostsee als auch in Bayern gab es Rückgänge. Nominell reisten zwar so viele Deutsche nach Bayern wie nach ganz Afrika, Nordamerika und Fernost zusammen. In Bayern blieben die Gäste – statistisch überwiegend Jungsenioren und Ruheständler – im Schnitt 9,6 Tage und gaben 80 Euro pro Tag aus. Dennoch warnen Tourismuspolitiker, gerade der Süden Bayerns müsse sein Standort-Marketing verbessern. „Unser Hauptproblem: Die Vermarktung muss besser werden“, sagte die Rosenheimer Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig unserer Zeitung. Sie ist die neue tourismuspolitische Sprecherin der Unionsfraktion.

Andere Destinationen – etwa Südtirol, Tirol oder Kärnten – vermarkteten sich deutlich besser und vor allem einheitlich, mahnt Ludwig. „Bei uns hört das oft an der Landkreisgrenze auf.“ Teil des Problems ist dabei auch die Pleite des großen Tourismusverbands München-Oberbayern im Oktober 2012. Er hatte Fördermittel missbraucht. Ein neuer Verband („Tourismus Oberbayern München“) formiert sich gerade.

Spanien beliebtestes Ziel im Ausland

Im Ausland gehörte Spanien zu den Gewinnern der Saison. Mehr als jeder achte Bundesbürger verbrachte 2013 dort seinen Urlaub. Damit reisten mehr Menschen aus Deutschland nach Spanien als in alle Fernreisedestinationen zusammen oder fast doppelt so viele wie in die drittplatzierte Türkei. Diese gewann zwar keine Marktanteile dazu. Sie verringerte den Abstand zu Italien aber, da weniger deutsche Gäste dorthin fuhren. Zuwächse gab es auch wieder in Griechenland. Fernreisen verbuchten laut der Analyse ein Plus von fünf Prozent. Die GfK hat im Januar 4000 Personen ab 14 Jahren befragt.

Hier geht's zu unseren Urlaubsangeboten

dpa/cd

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Auf den Malediven besser die Hauptstadt Malé meiden
Eigentlich sind die Malediven für ihren weißen Sand und ihr blaues Meer bekannt. Doch momentan sorgen politische Konflikte für Aufsehen. Daher sollte man die Hauptstadt …
Auf den Malediven besser die Hauptstadt Malé meiden
Deutsche Gewässer kühlen ab - Mittelmeer bleibt warm
Für einen richtigen Strandurlaub ist das Wasser von Nord- und Ostsee derzeit etwas zu kühl. Urlauber können hier höchstens mit 20 Grad rechnen. Zum Baden lohnt eher ein …
Deutsche Gewässer kühlen ab - Mittelmeer bleibt warm
Touristen strömen nach Terrorwelle wieder nach Paris
Paris bekommt die Olympischen Spiele, auch bei französischen Tourismusmanagern ist nach einem mageren Vorjahr Zuversicht angesagt. Die Deutschen kommen wieder an die …
Touristen strömen nach Terrorwelle wieder nach Paris
Darum dürfen sich Piloten bei Start und Landung nicht unterhalten
Piloten dürfen während Start und Landung strikt nur Unterhaltung über Arbeitsabläufe führen. Die Gründe für diese Regel haben einen traurigen Ursprung.
Darum dürfen sich Piloten bei Start und Landung nicht unterhalten

Kommentare