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Geschnitzte Figuren vom Innsbrucker Tischlermeister Brugger aus seiner „Brugger“-Krippe.

Im Volkskunstmuseum

Ausstellung in Tirol: Krippenkunst von damals bis heute

Weihnachten ohne Krippe ist in Tirol undenkbar! Von der langen Krippentradition zeugt eine Ausstellung im Volkskunstmuseum. Zu sehen sind über 30 Krippen vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Beginn der Krippentradition im Jahr 1608 

In Tirol wurde 1608 in der Innsbrucker Jesuitenkirche die erste Krippe aufgestellt.  Sie bildet den Beginn der bis in die Gegenwart andauernden Krippentradition. Bei den frühen Kirchenkrippen handelt es sich meist um einige wenige bewegliche Figuren mit Wachs- oder Holzköpfen und prächtigen Kleidern, die die Geburt Christi und die Anbetung der Hirten darstellen. Königsdarstellungen werden erst in den Urkunden aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts öfters angeführt. Ihre ganze Pracht entwickelte die gekleidet Krippe im 18. Jahrhundert. Im Laufe der Zeit wurden die Figuren kleiner und zahlreicher.

Kaiser Josef II. verbannte die Krippe aus der Kirche. Nach seinem Tode wurde 1790 die Wiedereinführung der "althergebrachten Andachtsübungen" gestattet und die Krippe kehrte in die Kirchen zurück.

Krippen-Ausstellung im Tiroler Volkskunstmuseum

Krippen-Ausstellung im Tiroler Volkskunstmuseum

Im 19. Jahrhundert fand die Krippe in den Häusern der ländlichen Bevölkerung immer mehr Aufnahme. Es waren in der Folge immer mehr Laien als Krippenkünstler tätig, die den zunehmenden Wunsch nach einer eigenen Krippe zu erfüllen suchten. Der eine griff zum Schnitzmesser, der andere zu Pinsel und Farben, kopierte die großen Vorbilder oder gab seiner eigenen Vorstellung vom Weihnachtsgeschehen Ausdruck. So entstanden landauf, landab kleinere und größere Krippenwerke, die zu Weihnachten den Herrgottswinkel, oft auch einen guten Teil der Stube ausfüllten.

Sammlung: Krippen aus drei Jahrhunderten

Die Krippensammlung des Tiroler Volkskunstmuseum in Innsbruck gibt bis Sonntag, 2. Februar 2014, unter dem Motto "Kommt und schaut" einen groß angelegten Überblick über die Geschichte und Entwicklung der Krippe in Tirol.  Über 30 Krippen werden gezeigt und geben Einblicke in die Krippenkunst des 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Die „Gasser-Krippe“ aus Heiligkreuz bei Hall mit den paradierenden Engeln, den Königen und dem Königsgefolge ist ein hervorragendes Beispiel für die barock, gekleidete Krippe mit Wachsköpfen und geschnitzten Händen und Füßen. Ein Großteil der auf ca. 10 Quadratmetern positionierten Figuren stammt aus dem 18. Jahrhundert, andere wie z. B. die Wachsengel oder die Dromedare sind erst im 19. Jahrhundert entstanden.

Ein herausragendes Beispiel für die orientalische Krippe ist die vom Innsbrucker Max Gehri, die neben den hervorragend geschnitzten Figuren auch durch den fließenden Übergang von Krippenberg zum gemaltem Krippenhintergrund beeindruckt.

Seit 1900 findet die heimatliche oder Tiroler Krippe, die eine bäuerliche, alpine Umwelt wiedergibt, mehr Freunde. Sie wurde stark durch Josef Bachlechner aus Bruneck, der in Hall eine Werkstätte betrieb, beeinflusst. Seinen Stil verkörpert die Krippe von Stephan Plankensteiner mit einem Südtiroler Krippenberg und einer Hintergrundmalerei, die den Talkessel von Bozen zeigt.

 Zu den jüngeren Krippen in der Ausstellung zählt die „Altstadtkrippe“ von 1985. Claudius Molling versetzt das Weihnachtsgeschehen in die winterliche Innsbrucker Altstadt zu mitternächtlicher Stunde. Der Bogen des Kolbenturms am Beginn der Schlossergasse gibt den Blick frei auf die heilige Familie.

Termine der Krippen-Ausstellung

  • Krippen-Führungen werden am Sonntag, 8. Dezember, und am Sonntag, 22. Dezember, jeweils um 11 Uhr angeboten.
  • Ein Familien-Rundgang unter dem Motto "Jesuskindl, Ochs und Esel", findet am Sonntag 15. Dezember, um 15 Uhr statt.
  • Eine Kinder-Werkstatt „Weihnachtsengel aus Filz“, wird am Mittwoch, 18. Dezember angeboten. Diese geht von 14 bis 17 Uhr. Teilnehmen können alle Kinder ab 5 Jahren. (Anmeldung unter anmeldung@tiroler-landesmuseen.at, Telefon: 0043 512/594 89-111)
  • An Heiligabend findet im Museum im Zeughaus ein Familiennachmittag „Rundum Weihnacht“ von 14 bis 17 Uhr statt.
  • Am 24. Dezember Gratis-Eintritt in alle Häuser der Tiroler Landesmuseen!

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