+
Zahlreiche Piloten sollen an Depressionen - und sogar Suizidgedanken leiden. Doch die Forschung tut sich schwer. Denn die Piloten halten dicht.

Schockierende Studie

Viele Piloten leiden an Depressionen - und nehmen keine Hilfe an

  • schließen

Laut einer neuen Studie sollen hunderte Piloten weltweit an Depressionen leiden. Doch Hilfe können sie aus Angst nicht annehmen.

Piloten müssen viel aushalten können. Schließlich sind sie tagtäglich für das Wohlbefinden ihrer Fluggäste verantwortlich. Dass das psychischen (Leidens-)Druck erzeugt, wundert da kaum. Laut einer neuen Studie geht es sogar soweit, dass viele Piloten an Depressionen erkranken.

Studienergebnis zeigt: Piloten weltweit sollen Depressionen haben

Das schockierende Ergebnis: Hunderte Piloten weltweit könnten psychische Probleme haben. Bei bereits mehr als jedem zehnten Piloten seien sogar Anzeichen für eine Depression erkennbar. Das ergab jetzt eine anonyme Online-Studie der Elite-Universität Harvard unter Piloten. Die Studie erschien nun im Fachjournal "Environmental Health".

Keine Behandlung gegen Depressionen wegen Angst vor Jobverlust

Doch warum lassen sie sich nicht behandeln? Schließlich stellen sie so ein Risiko für die Flugsicherheit ihrer Gäste dar. Genau das sei das Problem, glaubt der Hauptautor der Studie, Assistenzprofessor Joseph Allen. Die Piloten hätten schlichtweg Angst um ihren Job.

"Wir haben herausgefunden, dass viele Piloten, die derzeit fliegen, mit depressiven Symptomen kämpfen und es könnte sein, dass sie keine Hilfe suchen, weil sie Angst vor negativen Auswirkungen auf ihre Karriere haben", gibt Allen zu bedenken. "Es gibt einen Schleier der Verschwiegenheit um psychische Probleme im Cockpit." Und genau wegen dieses Stigmas um das Thema sei die Forschung daher sehr schwierig.

Schlafmittel, sexuelle oder verbale Belästigung: Viele Piloten haben Suizidgedanken

An der anonymen Online-Studie nahmen 3500 Piloten aus mehr als 50 Ländern teil, etwa die Hälfte beantwortete auch Fragen zu ihrer psychischen Gesundheit. Das Pikante daran: 12,6 Prozent der Befragten zeigten psychische Auffälligkeiten, etwa vier Prozent berichteten sogar von Suizidgedanken innerhalb der vergangenen zwei Wochen.

Dabei fiel auf, dass besonders diejenigen davon betroffen waren, die hohe Dosen an Schlafmitteln nahmen oder sexuell oder verbal belästigt worden waren.

Das gibt natürlich zu bedenken. Schließlich hatte erst im März 2015 ein angeblich psychisch kranker deutscher Copilot eine Germanwings-Maschine in den französischen Alpen absichtlich zum Absturz gebracht. Dabei starben alle 150 Insassen der Maschine.

Von Jasmin Pospiech

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Pilot verrät erschreckenden Fakt, warum Sie im Flugzeug immer Schuhe tragen sollten
Piloten wissen um unerwartete Situationen, die beim Fliegen auftreten können. Ein Pilot warnt daher, stets die Schuhe während des Fluges anzulassen.
Pilot verrät erschreckenden Fakt, warum Sie im Flugzeug immer Schuhe tragen sollten
Diese Ziele fährt FlixBus wieder an - und worauf Bus-Reisende achten müssen
FlixBus kehrt auf deutsche Straßen zurück: Ab dem 28. Mai 2020 nimmt FlixBus den Betrieb wieder auf. Doch Bus-Reisende müssen sich an einige Regelungen halten.
Diese Ziele fährt FlixBus wieder an - und worauf Bus-Reisende achten müssen
Reise-Neuigkeiten aus Deutschland
Urbane Entdeckungen in Berlin, Boot fahren in Bayern, den Wald erleben im Hunsrück: Drei Tipps für Reisen in Deutschland.
Reise-Neuigkeiten aus Deutschland
Fahrrad-Boom im Autoland Italien
Ins Büro oder zum Einkaufen mit dem Fahrrad? Für viele Italiener war das lange ein Unding. Schlagloch-Pisten, drängelnde Autofahrer und Smog - wer mag da schon radeln? …
Fahrrad-Boom im Autoland Italien

Kommentare