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Auch zwei Wochen vor dem Sommeranfang müssen Wanderer noch mit Schnee in höheren Lagen rechnen.

Wanderer müssen noch mit Schnee rechnen

Oberstdorf/München - Zwei Wochen vor Sommeranfang müssen Wanderer in höheren Lagen der bayerischen Alpen noch mit Schnee rechnen. Vor allem im Allgäu sind viele Hüttenanstiege und Verbindungswege noch schneebedeckt.

Die Alpinberatung in Oberstdorf muss daher Bergsteiger, die hoch hinaus wollen, zunächst vertrösten. „In vielen Teilen Deutschlands ist schon seit Monaten Frühling. Die Leute können sich nicht vorstellen, dass es in den Bergen noch große Altschneemengen gibt. Viele glauben es erst, wenn man sie auf die Webcams hinweist“, sagte Moritz Zobel, Alpinberater in Oberstdorf. Die meisten Hütten im bayerischen Alpenraum haben nach Angaben des Deutschen Alpenvereins (DAV) in München aber inzwischen geöffnet.

Dass viele Gipfel Mitte Juni noch weiß sind, ist laut Zobel nichts Ungewöhnliches. „Wir hatten endlich wieder mal einen schönen Winter mit viel Schnee.“ Schattenseitig müsse derzeit noch in Höhenlagen bis runter um 1800 Meter mit Schnee gerechnet werden, sonnenseitig bis etwa 1900 Meter. An manchen Stellen seien aber auch noch darunter erhebliche Altschneereste möglich.

Auch der beliebte Heilbronner Weg bei Oberstdorf, eine hochalpine Verbindung zwischen zwei großen Alpenvereinshütten, liegt nach Zobels Angaben noch unter einer dicken Schneedecke. Bergfreunde, die sich dennoch ein Ziel in höheren Lagen aussuchen, bräuchten alpine Erfahrung und die entsprechende Ausrüstung. Sogar die Lawinengefahr spiele in den Höhenlagen noch eine Rolle.

Im übrigen bayerischen Alpenraum sind nach DAV-Angaben hochalpine Unternehmungen wie etwa die Watzmannüberschreitung ebenfalls noch nicht möglich. „Das wird heuer auch erst spät gehen. Wir haben in den Hochlagen noch winterliche Verhältnisse“, sagte DAV-Sprecher Thomas Bucher. Am Alpenhauptkamm seien sogar noch Skitouren möglich. Wie Bucher sagt, hat der schneereiche Winter einigen Hüttenwirten in diesem Frühjahr zu schaffen gemacht. So mussten viele nachhelfen, um die Wege für Wanderer rechtzeitig zum Saisonstart freizubekommen: „Zum Teil mussten sie bis zu zwei Meter hohe Schneewände durchfräsen, damit die Leute überhaupt zu ihnen kommen.“

dpa

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