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Eine feste Definition gibt es leider nicht: Als Bausteine werden lediglich die Reiseleistungen bezeichnet, aus denen sich eine Urlaubsreise zusammensetzt. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Schlauer reisen

Was ist eine Bausteinreise?

Immer mehr Urlauber buchen Bausteinreisen. Doch was ist das eigentlich? Eine genaue Antwort gibt es darauf leider nicht, denn der Begriff ist nicht gesetzlich definiert und jeder versteht etwas anderes darunter.

Kempten (dpa/tmn) - Urlauber können eine klassische Pauschalreise buchen oder ihre Ferien ganz individuell organisieren. Und dann gibt es da noch die Bausteinreise, mit der Veranstalter, Reisebüros und Online-Reisevermittler werben. Was ist das genau?

"Es gibt keine gesetzliche Definition, jeder versteht darunter etwas anderes", erklärt der Reiserechtsexperte Prof. Ernst Führich aus Kempten. Streng genommen sei jede Pauschalreise mit Flug, Hotel und Transfer eine Bausteinreise, wenn sie auf Wunsch des Kunden zu einem Paket zusammengestellt wird. Als Bausteine werden schlicht die Reiseleistungen bezeichnet, aus denen sich eine Urlaubsreise zusammensetzt.

Entscheidend für den Kunden ist, wer eine organisierte Reise in welcher Form verkauft - ob als Veranstalter oder Vermittler. Denn die Bausteine können von einem einzigen Veranstalter kommen, etwa von der Tui. Oder der Urlauber stellt eine Reise mit Bausteinen verschiedener Anbieter zusammen - etwa das Hotel von Tui, der Flug von Ryanair und ein Mietwagen von Avis. Wer als Anbieter verschiedene Leistungen kombiniert, tritt meist als Vermittler der Bausteine auf. Das kann das Reisebüro oder ein Online-Portal wie Expedia sein. 

Der Kunde schließt in diesem Fall verschiedene Verträge mit den jeweiligen Leistungsträgern der Bausteine. "Das ist derzeit in 99 Prozent der Fälle keine Pauschalreise", erklärt Führich. Das heißt, es gilt auch nicht das deutsche Pauschalreiserecht, etwa mit einer besseren Absicherung für den Urlauber im Krisenfall, der Insolvenzabsicherung und der Möglichkeit, bei Reisemängeln den Preis zu mindern. Kurzum: Das Schutzniveau ist bei einer Reise aus vermittelten Bausteinen geringer.

Die neue EU-Pauschalreiserechtlinie sieht aber vor, dass bei solchen kombinierten Reisen der Vermittler ab der Sommersaison 2018 zum Reiseveranstalter wird. Der Hintergrund: Immer mehr Urlauber buchen Bausteinreisen, sind aber bislang nicht durch das Pauschalreiserecht geschützt, so Führich. "Derzeit übernehmen die Vermittler keine Veranstalterhaftung."

Oft werben Veranstalter mit Bausteinreisen, die eigentlich klassische Pauschalreisen sind. Es kann aber auch sein, dass der Vermittler einer Bausteinreise zum Veranstalter wird - wenn er unter seinem Namen ein fertiges Reisepaket als eigene Leistung verkauft. Urlauber fragen bei der Buchung im Zweifel nach, ob der Anbieter Reiseveranstalter oder Vermittler ist.

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