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Paradies an Australiens Ostküste: Die traumhaft schönen Whitsunday Islands.

Pfingstsonntagsinseln

Besuch beim Heiligen Geist

Wer an der australischen Ostküste eine Flugsafari zu den Whitsunday Islands macht, lebt für ein paar Stunden wie die Schickeria...

...und auch ein bisschen wie James Cook, der einst den Pfingstsonntagsinseln ihren Namen gab.

Das Flugzeug sinkt, kommt der Wasseroberfläche näher, setzt auf. An Bord macht sich eine erwartungsvolle Aufregung breit. Die Passagiere rutschen auf den Ledersitzen des Wasserflugzeugs hin und her, recken ihre Hälse. Die Cessna Caravan schaukelt im Ozean rund 70 Kilometer von der Festlandküste des australischen Bundesstaates Queensland entfernt inmitten von Korallenbänken. Ringsherum nur Blau, kein Land in Sicht. 1770 durchkreuzte der Entdecker James Cook am Pfingstsonntag die Inselwelt. Die Strecke nannte er später Whitsunday Passage.

Die Flugsafari hat schon phänomenal begonnen: Korallenformationen aus der Vogelperspektive. Ein wenig erinnern die Muster an Pustebilder, die man in der Schule mit Wasserfarben und geblähten Backen kreierte.

Pilot Dan Bolton und sein Sitznachbar Chad Banfield springen auf die Schwimmer und zerren an einem Tau, bis das Flugzeug und ein an der Hardy Lagoon geankertes Boot Seite an Seite liegen. Die Nussschale ist ein halbes U-Boot: Die Wände des Rumpfes sind verglast. Ein Napoleonfisch schwimmt vorbei, bunte Papageienfische sind in Schwärmen unterwegs und zeigen den Besuchern ihre schmollenden Lippen.

Eine kleine Ewigkeit, dann ist die Cessna wieder in der Luft. Ein Start aus dem Wasser braucht länger als von einer Betonpiste. Schon nach wenigen Minuten taucht Postkartenmotiv Nummer zwei auf: Whitehaven Beach, ein als „weißester Sandstrand der Welt“ vermarkteter Acht-Kilometer-Streifen. Wieder surren die Kameras um die Wette – bis das Flugzeug erneut aufsetzt. Die beiden Piloten lassen die Hosen runter, und Badehosen kommen zum Vorschein. Dann hüpfen sie ins knietiefe Wasser und reichen den Gästen zum Aussteigen die Hand.

Whitehaven, der „weiße Hafen“, empfängt die Besucher mit Quietschlauten. „Der Sand ist so fein, dass er unter den Füßen diese Geräusche macht“, sagt Dan Bolton. Schuhe sind überflüssig: „Wegen seiner besonderen Zusammensetzung heizt sich der Sand in der Sonne nicht auf“, sagt Chad.

Die Flugtouristen stellen sich im Wasser für Ich-war-hier-Bilder auf oder wandern andächtig am menschenleeren Strand entlang, als sei tatsächlich der Heilige Geist vor Ort, der ja an Pfingsten über die Jünger Jesu gekommen sein soll. Die Gäste reden vom Paradies und benutzen Wörter, die einem einfallen, wenn einem die Worte fehlen. Malerisch oder traumhaft.

Nach einer Stunde bläst Chad zum Abflug. In der Kabine herrscht Ruhe. In Handtücher gehüllt oder in Sommerkleidung mit Flecken von nassen Badesachen sitzen die Touristen in ihren Sitzen und geben keinen Laut von sich.

Stefan Weissenborn

Reise-Infos zu den Pfingstsonntagsinseln

REISEZIEL Die Pfingstsonntagsinseln (Whitsunday Islands) sind eine Gruppe von 74 Inseln (17 davon bewohnt) vor der Ostküste des australischen Bundesstaates Queensland nahe des Great Barrier Reef. Sie wurden von James Cook, der am 4. Juni 1770 durch die Inselgruppe segelte, benannt.

ANREISE Von München aus gibt es nur Umsteigeverbindungen nach Queensland. Mit Singapore Airlines kostet derzeit der Flug nach Brisbane ab 1059 Euro (hin und zurück), in Singapur kann zum Preis ab 13 Euro eine Stopover-Übernachtung gebucht werden. Das Angebot ist bis 13. Juni im Reisebüro oder unter www.singaporeair.com buchbar.

FORMALITÄTEN Touristen aus der EU brauchen einen Reisepass und müssen sich online unter www.immi.gov.au bei Australiens Behörden anmelden.

GELD Ein Euro entspricht 1,47 australischen Dollar AUD.

REISEZEIT Das angenehmste Klima herrscht zwischen April und November.

ÜBERNACHTEN Es gibt einige Zeltplätze, die vom Nationalpark-Services betrieben werden. Infos dazu unter www.nprsr.qld.gov.au. Das Wassertaxi von Airlie Beach kostet hin und zurück ab 65 AUD (etwa 44 Euro). Info und Buchung unter www.whitsundaycamping.com.au.

Auf acht der Inseln befinden sich Resorts, die Unterkünfte in den verschiedensten Preisklassen anbieten (DZ ab 129 AUD, etwa 88 Euro). Infos unter www.tourismwhitsundays.com.au.

RUNDFLUG Mehrere Unternehmen bieten Flüge mit Helikoptern oder Flugzeugen von Airlie Beach an. Ein fünfstündiger Ausflug mit Air Whitsunday kostet 475 AUD (rund 320 Euro) pro Person. Info: www.airwhitsunday.com.au.

AUSKUNFT Deutsches Büro von Tourism Queensland, München, Tel. 089/759 69 88 69, E-Mail: germany@tq.com.au, www.queensland-australia.eu.

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