Brand an Zugstrecke: S-Bahn-Verkehr steht still - Großeinsatz läuft

Brand an Zugstrecke: S-Bahn-Verkehr steht still - Großeinsatz läuft
Wildcamping wird von Bundesland zu Bundesland anders geregelt.
+
Wildcamping wird von Bundesland zu Bundesland anders geregelt.

Regelungen

Außerhalb des Campingplatzes: Wo darf ich in Deutschland wildcampen?

  • Franziska Kaindl
    vonFranziska Kaindl
    schließen

Aufgrund der Corona-Krise sind viele Campingplätze für die nächsten Monate ausgebucht. Aber wie sieht es mit Wildcamping aus? Hier finden Sie heraus, wo es noch geht. 

  • Camping ist in Zeiten von Corona äußerst beliebt.
  • Viele Campingplätze sind für die nächste Zeit ausgebucht.
  • Ist stattdessen Wildcamping möglich?

Camping ist derzeit eine attraktive Alternative für Urlauber, die innerhalb der Landesgrenzen bleiben und dennoch eine wunderschöne Natur genießen wollen. Auf dem Campingplatz ist es im Gegensatz zum Flugzeug oder der Bahn auch eher möglich, Abstand zu anderen Menschen zu halten. Kein Wunder, dass zahlreiche Campingplätze bereits für die nächsten Wochen und Monate ausgebucht sind. Aber wie sieht es mit Camping außerhalb von Campingplätzen aus - also das sogenannte Wildcamping?

Wildcamping: Wo ist es in Deutschland noch erlaubt?

Tatsächlich ist das Wildcamping in Deutschland teilweise verboten. Bevor Sie also mit dem Camper losfahren, sollten Sie sich über die Regelungen des jeweiligen Bundeslandes informieren. In Baden-Württemberg, Berlin, Niedersachen, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Sachsen ist Wildcampen zum Beispiel generell nicht erlaubt. Wer trotzdem dabei erwischt wird, muss mit Bußgeldern in Höhe von 100 bis 5.000 Euro rechnen, wie das Online-Portal Reisereporter berichtet. In anderen Bundesländern geht es nur mit Genehmigung oder aber nur mit Einschränkungen.

Achten Sie zudem darauf, dass bundesweit das Wildcampen auf Naturschutzgebieten verboten ist. Auf Privatgrund brauchen Sie die Zustimmung des Eigentümers.

Wildcamping in Bayern: Wo es erlaubt ist - und wo nicht

Wer in Bayern außerhalb eines Campingplatzes sein Lager aufschlagen will, braucht laut dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz die Zustimmung des Grundstücksberechtigten. Für größere Zeltlager, die aus mehr als drei Zelten bestehen und "nach ihrem erkennbaren Zweck gelegentlich, höchstens für zwei Monate errichtet werden", brauchen Camper in Bayern die Erlaubnis der Gemeinde.

Sie wollen in der Nähe der Donau zelten? Das ist leider auch nicht erlaubt. Wie es weiterhin auf der Webseite des Staatsministerium heißt, ist das Camping auf den bundeseigenen Ufergrundstücken an den Bundeswasserstraßen Main, Main-Donau-Kanal und Donau generell verboten.

Zum Zelten gehört viele auch eine Feuerstelle, um die man sich abends gemütlich versammeln darf. Das Entzünden und Betreiben offener Feuer ist aber auch nur mit Erlaubnis der Kreisverwaltungsbehörde möglich. Gänzlich verboten ist es in

  • Nationalparks,

  • Naturschutzgebieten,

  • als Naturdenkmal geschützten Flächen,

  • geschützten Landschaftsbestandteilen,

  • gesetzlich geschützten Biotopen,

  • Wildschutzgebieten,

  • geschützten Wildbiotopen und

  • Wasserschutzgebieten.

Camping außerhalb der Campingplätze in Brandenburg

In Brandenburg ist Camping nur auf den dafür vorgesehenen Campinglätzen erlaubt. Eine Ausnahme sind laut Paragraf 22 des Brandenburgischen Naturschutzausführungsgesetzes nur Zelte von Fuß-, Rad-, Reit- und Wasserwanderern und -Wanderinnen, die auf Biwakplätzen aufgestellt wurden. Diese müssen von "der Gemeinde im Rahmen der sonstigen naturschutzrechtlichen Vorschriften und mit Gestattung des Grundstückseigentümers oder der Grundstückseigentümerin in der freien Landschaft ausgewiesen" sein.

Bremen: Was sind die Regeln für Wildcamper

In Bremen sind die Möglichkeiten zum Wildcampen rar, weswegen diese Angelegenheit nur schwammig im Bundeswaldgesetz angesprochen wird. Dort heißt es, dass "die Belange des Naturschutzes, der anderen Erholungssuchenden und die Rechte der Eigentümer oder sonstigen Nutzungsberechtigten nicht unzumutbar beeinträchtigt werden" sollen. Damit ist das Wildcamping in Bremen wohl eher zu vermeiden. Insbesondere ist es zudem "verboten, in Wald und Flur in der Zeit vom 1. März bis zum 31. Oktober Feuer anzuzünden oder zu rauchen", heißt es weiterhin.

Wildcamping in Hamburg - nur mit Erlaubnis

In Hamburg ist das Betreten des Waldes und der freien Landschaftsflächen mit Hinblick auf das Bundesnaturschutzgesetz erlaubt. Das Landeswaldgesetz Hamburg hält aber im Speziellen fest, dass "das Zelten, Abstellen von Fahrzeugen und Anhängern sowie das Aufstellen von Bienenstöcken nur mit besonderer Erlaubnis des Waldbesitzers gestattet" ist. Die zuständige Behörde kann das Benutzungsrecht außerdem noch zusätzlich einschränken.

Wer trotzdem in Hamburg beim Wildcamping in geschützten Gebieten erwischt wird, kann laut Bußgeldkatalog eine Strafe von 25 bis 2.500 Euro kassieren. Mit dem Wohnwagen sind es mindestens 50 bis 2.500 Euro. 

Hessen: Was Sie beim Wildcampen beachten müssen

Das Wildcamping in Wäldern Hessens ist im hessischen Waldgesetz festgelegt. Demnach ist "das Zelten und Abstellen von Wohnwagen und anderen fahrbaren Unterkünften nur mit Zustimmung des Waldbesitzers erlaubt.

Wildcamping in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern müssen Sie beim Camping zwischen Wald und freier Landschaft unterscheiden. In Paragraph 29 des Landeswaldgesetzes steht, dass  das "Zelten sowie das Abstellen von Wohnwagen, Wohnmobilen und Verkaufsständen" unzulässig sind. "Ausnahmen bedürfen der vorherigen Genehmigung durch die Forstbehörde und der Zustimmung des Waldbesitzers."

In der freien Landschaft ist den Wildcampern aber mehr erlaubt, allerdings gelten hier je nach Fall andere Regeln. In Paragraph 27 des Naturschutzausführungsgesetzes heißt es hinsichtlich von Stränden, dass es verboten ist "außerhalb der gekennzeichneten Wege zu fahren, zu zelten sowie Wohnwagen, Wohnmobile oder andere Fahrzeuge aufzustellen". Allgemein in der freien Landschaft dürfen jedoch nicht-motorisierte Wanderer "außer in Nationalparken, Nationalen Naturmonumenten und Naturschutzgebieten abseits von Zelt- und Campingplätzen in der freien Landschaft für eine Nacht zelten, wenn sie privatrechtlich dazu befugt sind und keine anderen Rechtsvorschriften entgegenstehen. Auf Grundstücken, die zum engeren Wohnbereich gehören, dürfen Zelte und sonstige bewegliche Unterkünfte für den persönlichen Gebrauch aufgestellt werden, wenn die Belange der öffentlichen Sicherheit und Ordnung gewährleistet sind".

Camper, die bis zu zehn Tage in geschützten Gebieten übernachten, zahlen mit dem Zelt oder Wohnwagen Strafen von 50 bis 1.000 Euro, wie es im Bußgeldkatalog heißt. Für jeden Tag darüber hinaus können nochmal Bußgelder von 10 bis 100 Euro verlangt werden.

Rheinland-Pfalz: So ist Wildcamping geregelt

In Rheinland-Pfalz verhält es sich wie in Hessen: Das Wildcamping in Wäldern ist laut Landeswaldgesetz nur mit Zustimmung des Waldbesitzers erlaubt.

Auch interessant: Diese Dinge sollten Sie zum Camping-Urlaub einpacken - und fast keiner hat sie auf dem Schirm.

Camping in Sachsen-Anhalt - im Freien nur mit Erlaubnis

Bezüglich der freien Landschaft heißt es in Paragraph 22 des Landeswaldgesetzes von Sachsen-Anhalt, dass "das Zelten oder das Aufstellen von Wohnwagen oder Wohnmobilen" und "das Anlegen von Feuerstellen" der vorherigen Zustimmung des Nutzungsberechtigten bedarf.

Schleswig-Holstein begrüßt Wildcamper

Schleswig-Holstein bildet eine Ausnahme, was Wildcamping angeht. Hier wurden extra 20 Trekkingplätze für Wildcamper geschaffen, damit Fußgänger und Radfahrer im Freien - und nur für maximal eine Nacht - übernachten können. Camper dürfen jeweils ein bis zwei Drei-Personen-Zelte aufbauen. Die Übernachtung ist kostenlos. Infos dazu gibt es auf der Webseite Wildes Schleswig-Holstein

Thüringen

Wildcamper, die im Wald ihre Nachtstätte aufbauen wollen, müssen nach Paragraph 6 des Landeswaldgesetzes ebenfalls zuvor die Zustimmung des Waldbesitzers einholen. Dadurch dürfen "die Waldfunktionen und sonstigen Rechtsgüter sowie Belange des Naturschutzes dürfen dadurch nicht beeinträchtigt werden".

Bei Wildcamping von bis zu zehn Tagen mit dem Zelt oder dem Wohnwagen drohen Urlaubern 15 bis 500 Euro Bußgeld. Für jeden weiteren Tag kommen 8 bis 100 Euro obendrauf.

Lesen Sie auch: Gehen Sie gerne campen? Warum Sie sich an diese Regeln auf jeden Fall halten sollten.

Traumhafter Inselurlaub: Das sind zehn der schönsten Strände von Mallorca

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Maskenpflicht in Urlaubsländern: Bis zu 400 Euro bei Verstößen
In vielen Urlaubsländern gilt momentan eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum. Bei Nichtbeachtung regnet es teilweise saftige Bußgelder. Eine Übersicht.
Maskenpflicht in Urlaubsländern: Bis zu 400 Euro bei Verstößen
Menschenleeres Venedig: So einzigartig haben Sie die Lagunenstadt noch nie gesehen
Der einstige Touristen-Magnet Venedig ist aufgrund der Corona-Krise zu einer Geisterstadt geworden. Einmalige Bilder zeigen die leergefegte Lagunenstadt.
Menschenleeres Venedig: So einzigartig haben Sie die Lagunenstadt noch nie gesehen
Mallorca kündigt Vorgehen gegen "Sauftourismus" an
Klar, Alkohol lässt die Hemmungen sinken. Wer betrunken ist, denkt wohl kaum noch an das Tragen einer Schutzmaske oder an Abstandregeln - vor allem nicht die …
Mallorca kündigt Vorgehen gegen "Sauftourismus" an
Glücksmuseum in Kopenhagen eröffnet
Laut dem World Happiness Report gehört Dänemark schon seit einigen Jahren zu den drei glücklichsten Ländern der Erde. Was den dänischen Weg zum Glück so besonders macht, …
Glücksmuseum in Kopenhagen eröffnet

Kommentare