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Die Schlosskirche in Wittenberg wurde für das Reformationsjubiläum 2017 saniert. Foto: Jan Woitas

Mehr Sicherheit, private Betten

Wittenberg bereit für Lutherjahr

Wittenberg hat sich für das Reformationsjubiläum 2017 herausgeputzt: Schloss- und Stadtkirche sind saniert, ein neuer grüner Bahnhof eröffnet. Doch wie steht es um Schlafplätze, Sicherheit und Co.?

Wittenberg (dpa/sa) - Sicherheit, Schlafplätze und Parkangebote: Wittenberg bereitet sich auf das Reformationsjahr 2017 vor. "Nächstes Jahr sind wir die kleinste Großstadt der Welt", sagte Wittenbergs Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos).

Der historische Ort im Osten des Landes erwarte dann rund eine Millionen Gäste aus aller Welt, davon viele Tagestouristen. Für zusätzliche Betten und Parkplätze sei gesorgt. Zu einem der wichtigsten Punkte gehöre das Thema Sicherheit, sagte Zugehör. Experten tüftelten an einem Konzept für die Großevents. Bis ins Detail werde geklärt, wie die ärztliche Versorgung und Logistik bei einem Großereignis ablaufe. "Eine hundertprozentige Sicherheit kann es nie geben", so das Stadtoberhaupt. Die Sorgen der Menschen würden aber ernst genommen - ganz im Sinne des Reformators. "Denn wenn Luther eines war, dann mutig, aber nicht leichtsinnig."

Daneben müsse es genügend Schlafplätze für die Besucher geben, sagte Zugehör. Mit knapp 48 000 Einwohnern sei Wittenberg zwar die viertgrößte Stadt des Landes, dennoch aber verhältnismäßig klein. In Hotels, Ferienwohnungen und Pensionen gebe es rund 2000 Betten. Weitere 1000 Plätze könnten dank privater Angebote wie Airbnb und Couchsurfing dazukommen. Ein Highlight sei ein Hotelschiff mit mehr als 110 Betten, das ab März 2017 im alten Elbehafen der Stadt anlege, sagte eine Sprecherin der Staatlichen Geschäftsstelle "Luther 2017".

Für die Anreise per Auto seien Sonderparkplätze mit Shuttle-Bussen geplant, schilderte das Stadtoberhaupt. In der Altstadt selbst gebe es normalerweise rund 1300 Parkplätze, einige fielen jedoch wegen der Veranstaltungen weg. Am besten reisten Besucher per Zug an, sagte Zugehör. Seit Anfang Dezember sei auch der Bahnhof fertig. Das Gebäude sei besonders klimafreundlich und einladend.

Auch die Tourist-Information der Stadt bereitet sich auf die erwarteten Besuchermassen vor. Das Personal werde im kommenden Jahr auf bis zu 20 Mitarbeiter aufgestockt, sagte die Leiterin des Hauses, Kristin Ruske. Derzeit gebe es 14 Angestellte. In diesem Jahr kamen rund 135 000 Gäste zur Touristen-Information und stellten Fragen zu Luther, Cranach und anderen touristischen Highlights.

Wittenberg ist der Ursprungsort der Reformation. Am 31. Oktober 1517 soll der Theologe Martin Luther (1483-1546) 95 Thesen gegen den Ablasshandel an die Tür der Schlosskirche geschlagen haben. Damit wurde die Reformation ausgelöst. Der historische Ort wurde in den vergangenen Jahren umfassend saniert, ebenso wie andere Luther-Stätten in Wittenberg.

Mit einem Festreigen feiert die Stadt 2017 das Ereignis. Zu den wichtigsten Höhepunkten gehörten eine Weltausstellung von Mai bis September 2017, ein Festgottesdienst als Abschluss für den Kirchentag am 28. Mai 2017 mit rund 200 000 Menschen sowie der 500. Reformationstag im Herbst.

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