Sachsen-Anhalts Mittelstand erholt sich langsam von Krise

Auch wenn die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus steigt, atmet die mittelständische Wirtschaft in Sachsen-Anhalt etwas auf: Die Geschäfte laufen bei den meisten Betrieben gut.

Halle - Die mittelständischen Unternehmen in Sachsen-Anhalt erholen sich langsam von den Auswirkungen der Corona-Krise. 63,2 Prozent von rund 460 befragten Unternehmen im Land bezeichnen ihre derzeitige Geschäftslage als sehr gut oder gut, wie aus einer gemeinsamen Umfrage der Wirtschaftsauskunftei Creditreform und dem Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hervorgeht. Deren Ergebnisse wurden am Donnerstag in der Saalestadt vorgestellt.

Noch seien die Unternehmen vom Normalbetrieb jedoch weit entfernt, sagte Creditreform-Prokurist Martin Plath. Eine Rückkehr zum Niveau der Zeit vor der Krise sei in den nächsten Monaten unrealistisch. Von den Auswirkungen der Pandemie seien 22,8 Prozent der Befragten voll betroffen, 43,9 Prozent zumindest zum Teil. Vor allem die Eigenkapitalquote, die angibt, wie viel eigenes Kapital Unternehmen zur Verfügung steht, sei stark unter Druck geraten. Eine als solide geltende Eigenkapitalquote von mehr als 30 Prozent könne nur noch rund ein Drittel der Befragten aufweisen.

Von einer ungenügenden Geschäftslage berichteten den Angaben zufolge lediglich 4,8 Prozent der Betriebe. Im Vorjahr hatte diese Quote noch bei 10,9 Prozent gelegen. Die Erwartungen an die Umsatzentwicklung standen jedoch noch unter dem Eindruck der Corona-Einschränkungen. Fast 30 Prozent der Unternehmen mussten Umsatzrückgänge hinnehmen. Ebenfalls fast 30 Prozent rechnen aber mit wieder steigenden Umsätzen. Mehr als die Hälfte erwartet zumindest stabile Umsätze.

Teilweise optimistisch sind auch die Blicke auf den Arbeitsmarkt: Etwa 24 Prozent der Unternehmen wollen ihren Personalbestand aufstocken. Mehr als 70 Prozent wollen ihn zumindest unverändert lassen. Nur 4,2 Prozent haben vor, Personal abzubauen. dpa

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