Landesparteitag der SPD Sachen
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Martin Dulig, langjähriger Vorsitzender der Sachsen-SPD, hält eine emotionale Abschiedsrede.

SPD nimmt mit neuem Führungsduo Kurs auf Landtagswahl 2024

Getragen von einer guten Stimmung nach der Bundestagswahl hat die Sachsen-SPD eine neue Führung gewählt. Erstmals gibt es eine Doppelspitze. Die hat ihre Ziele schon festgelegt.

Neukieritzsch - Die sächsische SPD nimmt mit einem neuen Führungsduo Kurs auf die Landtagswahl 2024. Es ist das erste Mal, dass die Sozialdemokraten im Land von einer Doppelspitze geführt werden. Auf einem Parteitag in Neukieritzsch bei Leipzig wählten die Delegierten am Samstag die Bundestagsabgeordnete Kathrin Michel (58) und den Generalsekretär Henning Homann (42) als neues Führungsduo. Sie folgen auf Martin Dulig, der sich nach zwölf Jahren an der Parteispitze zurückgezogen hatte.

Die Perspektive sei jetzt ganz klar die Landtagswahl 2024, sagte die neue Parteichefin Michel. Ein „starkes zweistelliges Ergebnis“ sei das Ziel. Bei der vorherigen Landtagswahl 2019 hatte die SPD mit 7,7 Prozent historisch schlecht abgeschnitten. Dennoch gehört sie der schwarz-grün-roten Regierungskoalition im Freistaat an.

Seit der gewonnenen Bundestagswahl ist die Stimmung bei den Sozialdemokraten allerdings bestens. Mehrere Rednerinnen und Redner betonten auf dem Parteitag, dass eine „neue Energie“ in der Partei zu spüren sei. Die SPD war in Sachsen mit 19,3 Prozent der Zweitstimmen hinter der AfD (24,6) aber noch vor der CDU (17,2) gelandet.

Die neue Parteiführung wurde mit großer Zustimmung gewählt. Die Gewerkschafterin Michel aus Ostsachsen erhielt 93 Prozent der Stimmen. Ihr Co-Vorsitzender Homann, der schon seit 2009 Landtagsabgeordneter und seit 2018 SPD-Generalsekretär ist, wurde mit 90 Prozent gewählt. 132 Delegierte hatten ihren Stimmen abgegeben. Weitere Kandidaten gab es nicht.

Langzeit-Chef Martin Dulig verabschiedete sich mit einer optimistischen und zugleich nachdenklichen Rede. Er sei stolz auf das in den vergangenen zwölf Jahren Erreichte. Zugleich sprach auch er die Landtagswahl 2019 an und bat um Fairness bei der Bewertung seiner Amtszeit. „Ich möchte nicht auf ein Landtagswahlergebnis von 2019 reduziert werden.“ Er werde weiter in der Partei mitarbeiten. „Ich mache ja nichts weiter als die Kapitänsbinde abzugeben, will aber weiter im Spiel bleiben.“

Die SPD wählte zudem ihren kompletten Landesvorstand neu. Die Dresdnerin Sophie Koch und der Oberbürgermeister von Hoyerswerda, Torsten Ruban-Zeh, wurden als neue stellvertretende Landesvorsitzende gewählt. dpa

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