+
Ball und FC im Blick: Stefan Raffeiner und sein FC Kochelsee Schlehdorf wollen die Garmisch-Partenkirchner zum Auftakt ärgern.

Derby: Keiner will die Favoritenrolle

Der FC Kochelsee Schlehdorf im Wechselbad der Gefühle. Die Vorfreude auf die neue Spielklasse ist beim Aufsteiger zweifellos da. Endlich in der Kreisliga angekommen, und dann gleich mit einem Landkreis-Duell zu Beginn.

Es schwingt aber auch ein wenig Verunsicherung mit. Denn nach einer durchwachsenen Vorbereitung mit einigen personellen Engpässen, weiß in Schlehdorf niemand so genau, wie sich die Mannschaft tatsächlich präsentieren wird. Und, ob sie gegen gestandene Fußballer mit teilweise höherklassiger Erfahrung bestehen kann. Allesamt Problemchen, mit denen sich der 1.FC Garmisch-Partenkirchen nicht herumplagen muss. Die Elf von Christoph Saller geht nach intensiver Vorbereitung bestens präpariert und als Favorit in diese Auftaktbegegnung. Beim 6:1-Pokalerfolg in Oberau ließ der 1. FC bereits einige Male seine Qualität aufblitzen: Der Ball zirkuliert flott durch die eigenen Reihen, das Gegenpressing des ganzen Teams funktionierte.

Dazu gibt auch noch Srdjan Ivkovic sein Punktspiel-Debüt. Noch kennen ihn wenige. Das dürfte sich aber ändern. Der 23-Jährige heuert – mit einer starken Trefferquote in Serbiens dritthöchster Spielklasse als Empfehlung – am Gröben an. Der zweite interessante Neuzugang: Momo Diaby, 22 Jahre alt, Senegalese und über zwei Meter groß. Er bewies in der Testphase, dass er das zentrale Mittelfeld deutlich verstärkt. Torgefährlich ist Diaby obendrein. Zusammen mit Stefan Durr habe man auf der Sechser-Position ein Pärchen, das „spielerische Akzente setzt, aber auch nach hinten arbeitet“, erläutert Saller. In der Favoritenrolle sieht der 43-Jährige den 1.FC aber nicht.

Schlehdorf beklagt vor dem Saisonstart die durchwachsene Vorbereitung, der 1. FC seine vielen Abgänge

Der 1.FC habe „viele Abgänge und eine blutjunge Mannschaft“. Eine, die Fehler machen darf und wird. Vielmehr entscheiden Einstellung und Tagesform, glaubt Saller. Michael Pössenbacher, FCKS-Trainer, betont indes, dass er und seine Mannschaft vor einer gewaltigen Standortbestimmung stehen. Alles erst mal auf sich zukommen lassen – so lautet die Devise der Schlehdorfer. Sein Team setzt auf die „eigene Heimstärke“. Seit Jahren ein Faustpfand. Natürlich hofft Pössenbacher auch auf den Rest Euphorie, der noch vom Aufstieg übrig ist. Allein, weil die Vorbereitung beim FCKS alles andere als optimal ablief. Zu viele Ausfälle prägten den Trainingsalltag.

Selbstvertrauen ließ sich da nur schwer generieren. Dennoch gibt Pössenbacher zu bedenken, dass „erste Punkte sehr wichtig“ für seine Schützlinge wären. Mit dem Gegner konnte er sich bislang nicht beschäftigen. Er ist eben kein Trainer, der „jede Minute ausnutzt“, um die anderen Mannschaften zu beobachten. Dazu habe er den „falschen Beruf“, betont der 31-jährige Landwirt. Zudem sei es nicht immer zielführend, sich zu sehr an der Konkurrenz zu orientieren. Dadurch vernachlässige ein Coach die „eigenen Belange“ zu sehr. Eine Tatsache aber hält Pössenbacher für unumstößlich: „Der 1.FC ist klarer Favorit. Da brauchen wir nicht drum herum reden.“

Viele „gute Spieler“ und Erfahrung in der Kreisliga nennt der Übungsleiter als primären Beleg. In der Theorie sind die Neuerungen für seine Elf klar: „Keine Angst vor Fehlern haben, und schon bei Ballannahme wissen, wo man danach hinspielen möchte“. Pössenbacher erwartet ein laufintensives Spiel. Die Frage ist nur, ob – wegen der Mängel während der Vorbereitung – die Fitness ausreicht.

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

SV Bad Heilbrunn feiert 60-jähriges Jubiläum gegen TSV 1860 II 
Nahtlos erfolgt für die Fußballer des SV Bad Heilbrunn der Übergang von der Bezirksliga-Saison 2018/19 zur Landesliga-Spielzeit 2019/20. Einerseits soll am Samstag, 22. …
SV Bad Heilbrunn feiert 60-jähriges Jubiläum gegen TSV 1860 II 
Derby zwischen TuS Geretsried und SV Bad Heilbrunn am zweiten Spieltag
Schon in drei Wochen wird es wieder ernst für die Fußballer des TuS Geretsried und des SV Bad Heilbrunn. Am ersten Spieltag der Landesliga Südwest tritt die Mannschaft …
Derby zwischen TuS Geretsried und SV Bad Heilbrunn am zweiten Spieltag
„Frühschoppen dauerte schon 21 Uhr“ - Wilka ist ein Urgestein bei Bad Tölz
Wenn der Begriff Vereinsnarr auf einen Sportler zutrifft, dann auf Otto Wilka. Endlos ist die Reihe der Aufgaben, die er bei „seinem“ SV Bad Tölz übernommen hat:
„Frühschoppen dauerte schon 21 Uhr“ - Wilka ist ein Urgestein bei Bad Tölz
Tölzer Bua, Vereinsnarr, Hundetratzer: Otto Wilka ist ein Urgestein beim SV Bad Tölz
Otto Wilka und der SV Bad Tölz - diese Liaison währt inzwischen seit fast sieben Jahrzehnten, und es gibt keinen Posten in dem Traditionsverein, der Wilka nicht schon …
Tölzer Bua, Vereinsnarr, Hundetratzer: Otto Wilka ist ein Urgestein beim SV Bad Tölz

Kommentare