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Zehn Möglichkeiten die aktuelle Saison zu beenden.

Die Trainer im Landkreis rätseln über die Fortsetzung der Saison und ihre Wertung

Martin Lindner: „Ich glaube, es wird alles auf null gestellt.“

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Die Trainer des Landkreises Bad Tölz/ Wolfratshausen rätseln über die Fortsetzung der Saison und ihre Wertung. Lindner ist sich sicher: „Es wird alles auf Null gestellt“

Bad Tölz/Wolfratshausen – Wie geht es weiter? Diese Frage beschäftigt die Trainer der Fußballklubs im Landkreis. Der Bayerische Fußball-Verband hat auch ihnen eine Zwangspause verordnet, um einen Beitrag zu leisten und die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Mindestens bis zum 19. April, dem Ende der Osterferien, ruht der Ball. Dass danach der Spielbetrieb wieder aufgenommen wird, hoffen zwar viele. Wirklich daran glauben mag jedoch derzeit kaum jemand. „Wenn der Verband es schafft, dass wir noch alle Spiele hinkriegen, wäre es mir recht“, sagt Christos Georgiadis. Eine ganze Saison zu annullieren, findet der Coach des SV Münsing „sinnfrei“. Wofür dann eine Hinrunde? Wofür eine intensive Vorbereitung im Winter? „Alles wäre plötzlich nichtig.“

Sein Liga-Kollege Dragan Pesic sah seinen neuformierten SV Eurasburg-Beuerberg für die noch verbleibenden zwölf Saisonspiele gerüstet. „Der Umbruch ist uns gut gelungen, die Stimmung sehr, sehr gut“, betont der neue Coach des Tabellenzehnten. Ob seine Mannschaft ihre Form in Punktspielen zeigen kann, bleibt jedoch ungewiss. „Wir müssen abwarten, vielleicht ist es ja in vier bis sechs Wochen wieder möglich zu spielen, dann könnte man die Saison bis Ende Juni, Anfang Juli verlängern“, schlägt Pesic vor. Sollte diese Lösung nicht klappen, hält er einen kompletten Neustart im Sommer für die beste Variante. Eine – wie auch immer geartete – Regelung für Auf- und Abstieg nach nur einer halben Saison hält er für ein „zweischneidiges Schwert“.

„Ich glaube, es wird alles auf null gestellt.“

Davon betroffen wäre der Lenggrieser SC. Mit zwei Punkten Rückstand auf Tabellenführer TSV Otterfing haben die Isarwinkler beste Chancen, in die Bezirksliga aufzusteigen. „Deshalb wäre unser Wunsch natürlich, weiter zu spielen“, sagt Trainer Martin Lindner. Dafür müsste allerdings die Saison verlängert werden. „Im Amateurbereich kann man nicht ständig Englische Wochen spielen“, gibt der LSC-Coach zu bedenken. An einen verspäteten Start nach Ostern hält er für unwahrscheinlich. „Ich glaube, es wird alles auf null gestellt.“

Zunächst stehen andere Probleme an, als sich den Kopf über die Fortsetzung des Spielbetriebs zu zerbrechen, hebt Michael Rödl hervor. „Wir wissen alle nicht, wie es weiter geht. Die ganze Situation ist ätzend genug. Es gibt jetzt wirklich Wichtigeres als Fußball“, betont der Trainer des BCF Wolfratshausen. Walter Lang unterstützt den Kollegen. „Es gibt jetzt Sachen, die sind brutal wichtiger als unsere Fußballspiele“, sagt der Coach des Landesliga-Neulings aus Bad Heilbrunn. Natürlich könne es sein, dass zu einem späteren Zeitpunkt weitergespielt wird. Doch auch Lang geht davon aus, dass die Saison beendet ist und die Ligen-Zusammensetzung erhalten bleibt – „bis runter in die C-Klasse“.

Davon ist auch Guido Herberth überzeugt. Seine Waldramer Fußballer befinden sich in einer recht entspannten Lage – für den Fall einer Generalabsage. Ihnen bleibt der Abstiegskampf in der Kreisliga erspart. Trotzdem betont der Trainer: „Mir wäre es recht, wenn wir sportlich den Nicht-Abstieg schaffen. Ich bin fest überzeugt, dass wir das schaffen würden.“ Nur: An eine Fortsetzung glaubt er nicht. „Ich wüsste nicht, wie man das zeitlich alles aufholen sollte.“

Aktuellen Situation: Große Chance, Zeitplan und Struktur im Amateurfußball zu überdenken

Martin Grelics sieht in der aktuellen Situation gar eine große Chance, Zeitplan und Struktur im Amateurfußball zu überdenken und womöglich grundlegend zu ändern. Ein paar Ideen gehen ihm durch den Kopf. „Wir haben jedes Jahr das Problem mit der Urlaubsplanung im August“, betont der Coach des TuS Geretsried. Seine Überlegung: lieber entspannt die Saison ab Mitte Mai bis in den Juli hinein zu Ende spielen, statt alle Partien in fünf Wochen zu pressen. Danach eine Sommerpause im August einlegen. Der Monat, in dem ohnehin viele Fußballer Urlaub machen. In seinem Modell könne man am besten gleich die ganze Struktur anpassen, sagt Grelics. „Das wäre meine Wunschlösung.“

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