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Überzeugendes Gespräch: Guido Stocker (li.) tauscht sich mit Max Gögler über Inklusionsfußball-Teams aus. 

„Der Vorstand steht komplett dahinter“

SC Reichersbeuern möchte Inklusionsteam ins Leben rufen

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Guido Stocker macht sich für ein Inklusionsteam bem SC Reichersbeueren stark. Es ist eine Herzensangelegenheit, denn der eigene Sohn ist betroffen.

Reichersbeuern – „Wer einmal das Leuchten in den Augen und den unverkrampften Umgang miteinander gesehen hat, egal ob die Kinder in irgendeiner Form beeinträchtigt oder gesund sind, kann sich der Magie solcher Augenblicke nie wieder entziehen“, so beschreibt Guido Stocker, der Betreiber des „Altwirt“ in Reichersbeuern die besondere Faszination eines inklusiven Fußballangebots.

Stocker und seine Frau Julia sind selbst betroffen, ihr Sohn gehört seit Jahren zu einem solchen Team. In Inklusionsmannschaften spielen Menschen mit und ohne Handicap ohne Leistungsdruck, aber dafür mit unbändiger Freunde gemeinsam Fußball. Es gibt keine Ligen und Tabellen, dafür jedoch regelmäßige Freundschaftsturniere. In Bayern gibt es aktuell rund 30 solcher Mannschaften.

„Ein Paradebeispiel für eine positive Vereinsentwicklung“

Seit Julia Stocker Max Gögler, dem Trainer des SC Reichersbeuern, davon erzählt hat, wurde dessen Drang immer größer: „Eine solche Mannschaft soll es jetzt auch beim SCR geben“, sagt Gögler. „Inklusionsteams sind ein Paradebeispiel für eine positive Vereinsentwicklung durch soziales Engagement.“

Für die Menschen mit Behinderung ist es das Größte, Fußball zu spielen. Die Teamkameraden ohne Behinderung haben keinerlei Berührungsängste und lernen mit den Stärken und Schwächen anderer umzugehen. Die Trainerinnen und Trainer genießen die pure Freude der Sportler, von ihnen wird keine spezielle Ausbildung verlangt. Voraussetzung ist lediglich ein gewisses Maß an Einfühlungsvermögen und eine Gestaltung des Trainings, sodass die nicht beeinträchtigten Spieler auf ihrem individuellen Niveau gefördert werden.

SC Reichersbeuern sucht Freiwillige

Der SC Reichersbeuern möchte ein bis zwei Trainingseinheiten wöchentlich anbieten – unterstützt durch mehrere Trainer und Betreuer. Gögler: „Dabei sind wir auch auf die Mithilfe von Freiwilligen angewiesen.“ Der Leistungsgedanke sollte nicht im Vordergrund stehen. Gögler hat sich umgehört: „Bei einem Verein gibt es einen Spastiker, der es liebt, im Tor zu stehen. Der lässt Bälle durch, die ein andere gehalten hätte. Aber er wird trotzdem eingesetzt, weil ihm der Spaß nicht genommen werden soll.“

Auch ein Ligabetrieb mit Punktspielen würde diesem Gedanken entgegenstehen. Deshalb werden in der Saison alle vier bis sechs Wochen Turniere veranstaltet. Der Anfang in Reichersbeuern ist zum neuen Spieljahr geplant. Termin: 1. August. Bis dahin hofft Gögler auf viele Meldungen von Spielern (oder deren Eltern) mit und ohne Handicap die sich beteiligen wollen. Auch Betreuer und Trainer werden benötigt.

„Der Vorstand steht komplett dahinter“

Beim SC Reichersbeuern findet Göglers Vorhaben großen Anklang. „Der Vorstand steht komplett dahinter“, freut sich der 29-Jährige und blickt hoffnungsvoll nach vorne. „Auch die Gemeinde hat sich positiv geäußert und versprochen, die aktuellen Platzprobleme zu beheben. Dann können wir auch bestmögliche Voraussetzungen bieten.“

Weitere Infos gibt es bei Max Gögler: Tel. 0176/ 64 97 79 51, E-mail info@sc-reichersbeuern.com  dh

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