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Interne Lösung: Sebastian Wagner neuer Trainer beim SC Rot-Weiß Bad Tölz

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Neuer Trainer für die neue Saison in der neuen Liga (v.li.): Vereinspräsident Wolfgang Männer, Coach Sebastian Wagner und Team-Manager Alem Muharemovic.
Neuer Trainer für die neue Saison in der neuen Liga (v.li.): Vereinspräsident Wolfgang Männer, Coach Sebastian Wagner und Team-Manager Alem Muharemovic. Foto: Ewald Scheitterer © Ewald Scheitterer

Die Nachfolge von Tarkan Demir beim SC Rot-Weiß Bad Tölz ist geregelt. Sebastian Wagner übernimmt beim Kreisliga-Aufsteiger.

Bad Tölz – Etwas schockiert waren die Verantwortlichen des Tölzer Fußballvereins Rot-Weiß schon, als ihnen Erfolgstrainer Tarkan Demir mitteilte, dass er nicht mehr weitermachen wolle. Doch dann ergab sich ziemlich schnell eine interne Lösung. „Ich hatte irgendwie gar nicht mehr auf dem Schirm, dass Sebastian Wagner bereits als Spielertrainer tätig war“, erklärt Team-Manager Alem Muharemovic und reagierte schnell: In intensiven Gesprächen wurden die Positionen abgeklärt, auch große Teile der Mannschaft begrüßten diese Entscheidung. „Da das Gesamtpaket stimmig war, denke ich, dass das genau die richtige Lösung für unsere Erste ist“, meint der Abteilungsleiter.

„Mit meinen ramponierten Knien hätte ich ohnehin so nicht mehr weiterspielen können“, sagt der 35-jährige gebürtige Saarländer, der in der Aufstiegssaison 2021/22 noch teilweise zu Einsätzen kam. Es war eher dem Zufall zu verdanken, dass der Wirtschaftsingenieur vor drei Jahren zum einen in Tölz und dann auch noch beim Rot-Weiß gelandet war. „Noch während des Studiums habe ich meine Trainerausbildung absolviert“, erzählt Wagner, Inhaber der B-Lizenz, der es mit seinem Heimatverein FC Niederkirchen in seiner aktiven Zeit bis zur Landesliga gebracht hatte. „Der Liebe wegen“, war er 2015 nach Kärnten umgezogen, wo er beim SV Tainach in den letzten eineinhalb Jahren in der fünften österreichischen Liga als Spielertrainer fungierte.

„Mit einem externen Trainer hast du ja auch keine Garantie, dass es gut geht.“

Team-Manager Alem Muharemovic.

Als im März 2019 Corona so richtig ausbrach, wollte er zurück nach Bayern in die Nähe der Landeshauptstadt. „München selbst war zu teuer, in Tölz hingegen haben wir eine passende Wohnung gefunden. Und da das Sportgelände an der Kohlstattstraße nicht weit von meiner Wohnung entfernt ist, bin ich schließlich bei Rot-Weiß gelandet“, berichtet Wagner. Obwohl er mittlerweile fast drei Jahre in der Isarstadt lebt, „fühlt es sich wegen der Pandemie-Einschränkungen gerade wie eine richtige Saison an.“ Beruflich ist Wagner in einer Ingenieurs-Gesellschaft in Tegernsee als Assistent des Vorstands beschäftigt.

Dass er jetzt der „Vorgesetzte“ seiner ehemaligen Kameraden sein soll, sei für ihn überhaupt kein Problem: „Es ist doch eher ein Vorteil, dass ich alles hier bereits sehr gut kenne, die Mannschafts- und die Vereinsstruktur.“ Da er Persönliches sehr gut von seinem neuen Aufgabengebiet trennen könne, sieht er auch keine Probleme, den nötigen Respekt bei der Mannschaft zu erlangen. „Und mit einem externen Trainer hast du ja auch keine Garantie, dass es gut geht“, wirft Muharemovic ein.

„Das ist zwar unser Ziel, aber das wird schwer genug.“

Sebastian Wagner peilt mit seinem Team die Aufstiegsrunde an.

Wagner zeigt sich angetan von dem was Demir mit Rot-Weiß erreicht hat und will „im Prinzip auch so weitermachen.“ Er fordert nur, dass das Team in der Kreisliga taktisch etwas flexibler werden müsse: „In der Kreisklasse haben wir immer versucht, unser Spiel durchzusetzen, und die Gegner mussten sich nach uns richten. Jetzt eine Liga höher, müsse man eventuell auch auf den jeweiligen Gegner reagieren können.“ Wagner ist davon überzeugt, „dass wir auch in der Kreisliga bestehen. Ich denke, dass wir dieses Abenteuer für den Rot-Weiß positiv gestalten können.“

Als reizvoll empfindet der neue Coach auch die Möglichkeit, gleich nach dem neuen System des BFV-Pilotprojekts starten zu können. Als spannende Konstellation empfindet er die Auftaktgruppe mit Real Kreuth, Otterfing, Holzkirchen II, Lenggries, Sauerlach und Mitaufsteiger Hausham. Um später in die Aufstiegsrunde zu kommen, muss man Tabellenplatz eins bis drei belegen. „Das ist zwar unser Ziel, aber das wird schwer genug“, meint der Coach.

Freilich wird er auf einige routinierte Spieler verzichten müssen. So will sich etwa Alexander Baumgärtner endgültig aufs Altenteil zurückziehen, und ob Goalgetter Branislav Turecek wieder aus der Slowakei zurückkehrt, steht noch in den Sternen. Auch der Einsatz von Riccardo Giacalone ist nach seinem Kreuzbandriss in diesem Jahr fraglich. „Aber von den A-Junioren kommen einige interessante Spieler. Die wollen wir in den Kader gleich mit einbauen.“ (EWALD SCHEITTERER)

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