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Seit Walter Lang das Kommando hat, geht es beim SV Bad Heilbrunn nur noch bergauf. Aktuell sind die Töler Tabellenführer in der Bezirksliga Süd.

HSV-Coach im Herbstmeister-Interview

Lang: „Aufstieg? Wir werden weiterhin Spielern kein Geld zahlen“

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Der Aufsteiger und Tabellenführer  SV Heilbrunn ist die große Überraschung in der Bezirksliga Süd. Fussball vor Ort hat mit dem SV-Coach gesprochen.

Der SV Bad Heilbrunn, das „galllische Dorf“, wie es Trainer Walter Lang genannt hat, steht als Aufsteiger mit neun Punkten Vorsprung und einem Spiel weniger an der Tabellenspitze. Gegen die beiden direkten Konkurrenten 1. FC Penzberg und SC Unterpfaffenhofen-Germering holten die Tölzer vier Punkte aus drei Spielen. Die Aussichten sind also positiv.

Seit Walter Lang das Sagen beim SV Heilbrunn hat, geht es nur noch bergauf. Er übernahm die Mannschaft in der Saison 2014/2015 - damals als Tabellenletzter in der Kreisklasse 3. Er führte das Team noch zum Klassenerhalt. Zwei Jahre später stieg der 51-Jährige mit seiner Mannschaft souverän in die Kreisliga auf. Von dort gelang dem SV der Durchmarsch in die Bezirksliga Süd. 

Nun könnte Walter Lang die nächste Sensation mit seiner Truppe schaffen. Ende Oktober sicherten sich die Tölzer durch ein 1:1 gegen den FC Penzberg die Herbstmeisterschaft. Nach dem die Mannschaft von Thomas Dötsch am vergangenen Wochenende mit 0:4 gegen den SVN München verloren hat, überwintert Lang mit seiner Elf auf jeden Fall auf dem Platz an der Sonne. 

Herzlichen Glückwunsch zur Herbstmeisterschaft!

Danke, aber die Herbstmeisterschaft interessiert mich nicht.

Wie sehr bist du selbst von deiner Mannschaft überrascht, dass sie auf dem ersten Platz steht?

Schon etwas. Es war nicht erwartbar, dass die Mannschaft in dieser Saison so schnell den nächsten Schritt gemacht hat und dass wir so souverän an der Tabellenspitze stehen. Wir hatten vor der Saison das Ziel Klassenerhalt. Ich habe gesagt, wenn wir 33 Punkte holen, dann haben wir dieses Ziel erreicht. Jetzt haben wir 40 Punkte. Jetzt schauen wir mal, wo der Weg hingeht.

Was ist euer Erfolgsrezept?

Die Stabilität ist gut. Wir kassieren wie schon in den vergangenen Jahren die wenigsten Gegentore. Wir haben eine gute Struktur von vorne nach hinten. Wir haben natürlich auch den Schwung aus dem letzten Jahr mitgenommen und uns schnell an die Bezirksliga gewöhnt und sind routinierter geworden. In der Vorbereitung haben wir uns auch darauf vorbereitet, wie man mit einem Schiedsrichtergespann umgeht. 

Ihr habt kaum Neuzugänge verpflichtet und steht als Aufsteiger an der Spitze. Wie funktioniert das?

Genau, bei uns spielen nur einheimische Jungs. Es sind lediglich zwei A-Jugendliche zur ersten Mannschaft aufgestiegen. Und die zwei sind auch noch seit längerem verletzt. Wichtig war natürlich die Rückkehr von den drei erfahrenen Spielern. Christoph Hüttl, der vorher Feldspieler war und bei uns zum Torwart umgeschult wurde, weil wir keinen anderen hatten. Außerdem haben Florian Kapfhammer und Thomas Forster Erfahrung in das Team reingebracht.

Wer sind bei euch die tragenden Säulen in der Mannschaft?

Das ist natürlich schwer zu sagen, weil wir ein Team sind und unsere Kader nicht so groß ist. Aber natürlich gibt es Spieler, die schwer zu ersetzen sind. Unserer Torwart Hüttl zum Beispiel, unsere Innenverteidiger, die beiden giftigen Sechser oder unserer Stürmer Maximilian Specker.

Du hast euch vor der Saison als „gallisches Dorf“ bezeichnet. Wie ist das gemeint?

Es gibt sicherlich Mannschaften in der Bezirksliga, die ihren Spielern Geld bezahlen. Das ist bei uns nicht so. Bei uns bekommt kein Spieler Geld. Unser Team lebt von der Gemeinschaft und der Kameradschaft. Nach dem Spiel bekommt jeder Spieler etwas zu Essen und zu Trinken. Das war‘s! Aber das ist auch unser größtes Pfund gegenüber anderen Mannschaften.

Was hast du mit der Mannschaft seit deiner Übernahme gemacht? Dein Kapitän Sebastian Mertens schwärmt von dir...

Das Wichtigste ist, dass man ehrlich zueinander ist und authentisch bleibt. Wenn wir auf den Platz gehen, dann wollen wir einfach nur Fußball spielen. Im Training geben wir zwei Stunden Gas. Und keiner will verlieren, ganz egal, ob es ein Freundschaftspiel oder Punktspiel ist. Was ich aber auch sagen muss: Wenn man erfolgreich ist, sind natürlich alle im Team glücklich. 

Sollte ihr tatsächlich aufsteigen, was passiert dann?

Wir nehmen das dann genauso an, wie es kommt. Wir können es dann eh nicht mehr verhindern. Es wird sich nicht großartig etwas ändern. Aber darüber mache ich mir jetzt noch gar keine Gedanken. Da können wir gerne Ende November darüber sprechen, wenn wir die zwei Spiele absolviert haben und in der Winterpause sind.

Aber du wirst doch den Aufstieg im Hinterkopf haben.

Natürlich freuen wir uns, dass wir ganz oben stehen. Und wir wollen diese Position halten. Deshalb wollen wir die nächsten zwei Spiele gewinnen, um zumindest den Abstand auf die Verfolger zu halten.

Könntet ihr den Aufstieg überhaupt stemmen?

Das muss dann gehen. Wir wären der einzige Verein aus unserer Gegend, der jemals so hoch gespielt hat. Wir werden weiterhin an unserer Philosophie festhalten und den Spielern kein Geld bezahlen. Wir werden auch nicht zehn neue Spieler holen. Woher soll das Geld auch kommen? 

Könnt ihr euch nur noch selbst schlagen?

Nein, das denke ich nicht. In der Bezirksliga kann jeder jeden schlagen. Außerdem ist unserer Fallhöhe jetzt sehr hoch. Jeder denkt, diesen Vorsprung können sie gar nicht mehr verspielen. Aber das kann schnell gehen. Verliert man zwei Spiele am Stück, kann es auch schnell wieder nach unten gehen.

Am kommenden Samstag geht es gegen den SV Laim. Wie bereitet ihr euch vor? 

Das wird ein hartes Stück Arbeit. Laim steht unten drin und braucht jeden Punkt gegen den Abstieg. Schaut man auf die letzten Ergebnisse, ist eine positive Tendenz erkennbar. Außerdem werden wir dort wahrscheinlich auf Kunstrasen spielen und dürfen deshalb den Gegner nicht unterschätzen. Unser Ziel ist natürlich ein Dreier.

Interview: Markus Altmann

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