Als Geschwindigkeitsproblem bezeichne te HSV-Coach Walter Lang die Szene vor dem 1:0, bei der FC-Angreifer Joni Poniewaz (re.) den Heilbrunnern Sebastian Mertens (li.) und Tom Pföderl einfach davon lief. Foto: Oliver Rabuser

Heilbrunner Trainer Lang nach 0:4 in Garmisch sauer: „Wir pennen“

SV Bad Heilbrunn: Total blutleer am Tiefpunkt

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Garmisch/Bad Heilbrunn – Beim 0:4 in Garmisch-Partenkirchen handelte sich der SV Bad Heilbrunn die nächste Klatsche ein. Bei Coach Walter Lang scheint ein Umdenken einzusetzen, sollte nicht bald eine deutliche Verbesserung im Team eintreten.

Denn vorbei sind die Zeiten, da sich der HSV von Sieg zu Sieg, von Aufstieg zu Aufstieg schoss. „Heute sind wir am Tiefpunkt angekommen“, räumte Lang sichtlich resigniert ein. Der Auftritt seines Team unter der Alpspitze hinterlasse „gewisse Fragen“, kommentierte der HSV-Trainer vielsagend. Sein Grübeln über die eigene Zukunft fußt auf der Tatsache, dass die Leistung einiger Kicker „total blutleer“ gewesen sei.

Verletzte Spieler hin, Rekonvaleszente her – als Fußballer bleiben neben dem Talent immer noch Tugenden wie Rennen und Kämpfen. Doch die Heilbrunner hatten im Stadion am Gröben die Hosen von Beginn an gestrichen voll. Es ging vornehmlich darum, wann der erste Gegentreffer fallen würde. Dass die Personallage ein Übriges tut, steht außer Frage. Toni Krinner saß auf der Ersatzbank; das Wagnis ihn zu früh zum Comeback zu bewegen, brauchte Lang ob des Spielverlaufs nicht einzugehen. Sebastian Mertens, dem man eine Teilschuld am 0:1 ankreiden muss (sein Coach erkannte „ein Schnelligkeitsproblem“), fasste sich nach einer halben Stunde an einen der beiden massiv getapten Unterschenkel – vorzeitiges Dienstende für den Kapitän.

Dann ist da aber auch noch Christoph Hüttl, dessen Rolle im Team zu hinterfragen ist. Fraglos hält der Torsteher sein Team mit reaktionsschnellen Paraden immer wieder im Spiel – so auch am Samstag vor dem 0:1 gegen FC-Angreifer Moritz Müller. Doch Hüttl ist angeschlagen und seit Wochen nicht im Training. Lang bestätigt die suboptimale Situation bei den Torhütern und räumt ein: „Ich war am Freitag kurz davor, Ex-Profi Gerry Hillringhaus anzurufen.“ Hüttls mangelnde Koordination machte sich bei den finalen Gegentreffern bemerkbar. Der 25-Jährige verlor nach Rückpass von Thomas Forster durch sein Zögern die Kontrolle über die Situation und dadurch den Ball an Jonas Poniewaz, der das leere Tor vor sich hatte. Lang schüttelte da nur noch den Kopf und flüchtete sich in Galgenhumor: „Das ist Slapstick pur.“ Das 0:4 hätte Hüttl durch entschlossenes Rauslaufen verhindern können; er stand beim Ball in die Tiefe schon 13 Meter vor seinem Kasten. Durch den Rückwärtsgang machte er den Weg für Moritz Müller erst frei.

Zwischendurch versäumten es die Heilbrunner, beim Eckball von Stefan Lorenz den Rückraum zu bewachen, von wo Stefan Durr zum 0:2 traf. „Da pennen wir“, monierte der Trainer, der ankündigte sich zeitnah zu hinterfragen, sollten sich seine Kicker weiter so gehen zu lassen. Dass der HSV hinten raus zu Chancen von Maxi Specker und Felix Keller kam, war allein dem reduzierten Engagement der Werdenfelser geschuldet. „Wir können froh sein, dass Garmisch aufgehört hat“, meinte Lang.

FC Garmisch-P. – SV Bad Heilbrunn 4:0 (2:0)

Tore: 1:0 (22.) Müller, 2:0 (30.) Durr, 3:0 (53.) Poniewaz, 4:0 (64.) Müller. 

Schiedsrichterin: Barbara Karmann. 

Zuschauer: 300.

SV Bad Heilbrunn: Hüttl, Forster Mertens (37. Schmöller), Petzold, F.Schnitzelbaumer, A.Specker, Pföderl, Pappritz, B.Specker (48. Keller), M.Specker, M.Schnitzelbaumer (64. Kiechle).

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