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Der TuS Geretsried II um (schwarze Trikots, v.li.) Johannes Bahnmueller, Rafael Keil und Florian Schneider verlor gegen Christian Thiels rot-weiße Tölzer mit 1:4 und damit auch die Tabellenführung.

Kreisklasse 2 kompakt

Sauerlach mit Kantersieg - Olympic mit Siegtreffer in letzter Minute

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Cem Acikbas wirkte leicht konsterniert, als er nach dem Spiel ein Fazit abgeben sollte.

TuS Geretsried II - SC Rot-Weiß Bad Tölz 1:4 (0:3) – „Da kommt dann alles zusammen“, rang der Coach der Geretsrieder Reserve nach einer Erklärung, „auch vieles, was du nicht beeinflussen kannst.“ Damit spielte er auf eine Szene an, die dem Landkreis-Duell in der ersten Minute eine andere Richtung hätte geben können. Bei einer scharfen Flanke in den Strafraum soll ein Tölzer Verteidiger einen Arm zu Hilfe genommen haben. Ebenso hätten die Gastgeber in der achten Minute in Führung gehen können, als ein Geschoss von Johannes Bahnmüller gegen die Unterkante der Latte krachte und von dort aus dem Blickwinkel des Unparteiischen ins Feld zurücksprang. Was zu diesem Zeitpunkt niemand ahnte: Damit hatte der mit Landesliga-Reservisten gespickte TuS II sein Pulver bereits verschossen.

Auf der Gegenseite sah Acikbas vor der Pause „drei individuelle Fehler, die eiskalt bestraft wurden“. Zunächst schaltete Marinus Estner nach einem von Torhüter Eric Nottbusch zur Seite abgewehrten Ball schneller als sein Gegenspieler - 0:1 in der 29. Minute. Ein Abspielfehler im Mittelfeld ging dem 2:0 (37.) von Branislav Turecek voraus. Als Nottbusch einen weiten Ball erst einen Schritt außerhalb des Strafraums abfing, entschied Florian Rother auf Freistoß, den Riccardo Giaccalone direkt zum 3:0 (45.) verwandelte. Die Höhepunkte der zweiten Halbzeit sind noch rascher aufgezählt: Florian Schneider verkürzte per Elfmeter (63.) auf 1:3. Wenig später erzielte Giaccalone nach Zuspiel von Estner den 4:1-Endstand her. Der TuS agierte ab der 78. Minute in Unterzahl, weil Uros Puskas nur 20 Minuten nach seiner Einwechslung Gelb-rot sah.

„Wer fleißiger gekämpft und den stärkeren Willen hatte, der hat heute gewonnen“, fasste Gästecoach Tarkan Demir seine unverhohlene Freude zusammen, dem TuS II so eindrucksvoll Paroli geboten und als Tabellenführer abgelöst zu haben. Kollege Acikbas musste frustriert feststellen: „Für die Landesliga empfohlen hat sich bei uns heute keiner.“  rst

Olympic Geretsried - SC Gaißach 1:0 (0:0) – In einem ausgesprochen hitzigen Landkreis-Duell behielt Andre Maier am Ende kühlen Kopf: Nach einer Flanke von Christos Tsigouriotis wuchtete der Geretsrieder Goalgetter den Ball in der 89. Minute mit dem Schädel zum 1:0 ins Netz. „Wenn du so spät das Tor kassierst, ist das natürlich bitter“, erklärte Georg Simon, warum die Gäste ziemlich frustriert vom Platz geschlichen waren. „Wir haben über 90 Minuten einen enormen Aufwand betrieben, aber im entscheidenden Moment gepatzt“, sagte der SCG-Teamsprecher, der nicht verhehlte, dass sein Team „viel mit Verteidigen beschäftigt“ gewesen war. Das gelang über weite Strecken recht gut, denn den Gastgebern gelang es nur selten, eine gefährliche Chance zu kreieren.

Die beste Gelegenheit zur Führung bot sich Olympic schon nach acht Minuten: Maier drang von links in den Strafraum und wuchtete das Spielgerät an den Pfosten, den Nachschuss jagte Selim Alas in den Fangzaun. Auf der Gegenseite versuchte es Thomas Lugmair mit einem Distanzschuss, der Olympic-Keeper Marvin Bauer aber wenig Mühe bereitete.

Auch im zweiten Durchgang waren Chancen rar gesät. Pavlos Karamanos klärte eine brenzlige Situation für die Gastgeber gegen Ferdinand Hartl, Adrian Happach versuchte es für Gaißach mit Gewalt, strapazierte aber nur den Fangzaun hinter dem Geretsrieder Kasten. In der 55. Minute verzeichnete Maier mit einem wuchtigen Schuss aus dem Rückraum seinen zweiten Aluminiumtreffer in dieser Partie, ehe ihm kurz vor Schluss der Siegtreffer gelang.

„Wichtig sind am Ende nur die drei Punkte“, freute sich Olympic-Coach Anastasios Fytanidis über den Ertrag. „Mit dem Spiel an sich bin ich nicht zufrieden“, gestand der Spielertrainer, der jedoch positiv bewertete, dass trotz der hitzigen Atmosphäre keiner seiner Spieler wegen Meckerns verwarnt worden war. „Schade“, meinte SCG-Sprecher Simon, „ein Punkt hätte uns gut getan, und der wäre auch drin gewesen.“  rst

TSV Sauerlach - BCF Wolfratshausen II 7:1 (0:0) – Kalt erwischt wurde die Farcheter Reserve beim weiterhin ungeschlagenen Aufsteiger. „Bis zur Halbzeit verlief die Partie noch recht ausgeglichen mit Chancen auf beiden Seiten“, berichtete Coach Gerhard Keilwerth. Kurz nach dem Seitenwechsel gelang Sebastian Amtsbichler das Führungstor für Sauerlach – und das Schicksal nahm seinen Lauf: Bejim Islami (2), Swen Schmeer, Gianluca Simari, Jozo Spikic und Raphael Topcic schossen bis zur 86. Minute einen 7:0-Vorsprung heraus.. „Wir waren bei diesen Temperaturen körperlich nicht mehr in der Lage zuzulegen und insbesondere läuferisch unterlegen. Sauerlach war nach Hausham der beste Gegner, gegen den wir bislang angetreten sind“, so der Farcheter Trainer. Zwei positive Aspekte: Das 1:7 war ein Traumtor von Lars Nummer aus 35 Metern, und der eingesprungene Keeper Tino Klinkmüller bewahrte die Gäste vor Schlimmerem.  tw

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