Willkommen, Manuel Haupt! ASV-Abteilungsleiter Michael Dietrich (r.) und Daniel Steininger, er bleibt auch unter Haupt Co-Trainer, begrüßen den neuen Coach am Stadtwald. 
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Willkommen, Manuel Haupt! ASV-Abteilungsleiter Michael Dietrich (r.) und Daniel Steininger, er bleibt auch unter Haupt Co-Trainer, begrüßen den neuen Coach am Stadtwald. 

Überraschender Trainerwechsel beim Landesligisten

ASV Dachau: Ahammer tritt zurück - Manuel Haupt übernimmt

  • vonMoritz Stalter
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Bernhard Ahammer tritt überraschend als Trainer beim Landesligisten ASV Dachau im Sommer zurück. Manuel Haupt wird neuer Trainer.

Dachau – Große Überraschung beim ASV Dachau: Der Fußball-Landesligist hat ab der kommenden Saison einen neuen Trainer. Manuel Haupt folgt auf Bernhard Ahammer, der den Klub Anfang Februar informiert hat, dass er aus persönlichen Gründen eine Pause einlegen möchte.

„Ich war total überrascht. Wir waren sehr zufrieden mit Berni. Eigentlich hatte ich vor, mit ihm langfristig weiter zu machen“, sagt Michael Dietrich, der Fußball-Abteilungsleiter der Stadtwälder.

Mit dem ehemaligen Kammerberg-Coach Manuel Haupt fanden die Dachauer schnell einen Ersatz. Der 36-Jährige kommt vom SV Vötting und gilt als akribischer Arbeiter und absoluter Fachmann.

Manuel Haupt: Erste Schritte bei der SpVgg Kammerberg

„Wir hatten ein paar Kandidaten und Manu war im engsten Kreis. Er ist einer, der seine Philosophie durchdrücken will und kleinere Reibereien nicht schaut. Das gefällt mir“, sagt Dietrich.

Manuel Haupt, der einst für den TSV Eching und Eintracht Freising im Mittelfeld die Fäden gezogen hat, startete seine Trainerkarriere 2015 bei der SpVgg Kammerberg. Zunächst als Spielertrainer, gegen Ende schaute er meist von der Seitenlinie aus zu.

Unter ihm etablierte sich die Spielvereinigung in der Bezirksliga, schrammte 2018 knapp an der Aufstiegsrelegation zur Landesliga vorbei. Ein Jahr später gab er bekannt, dass er in Kammerberg aufhören werde. „Es waren vier intensive Jahre in Kammerberg. Außerdem habe ich ein Haus gebaut“, erklärt Haupt.

Er machte einen Schritt zurück und wechselte zum SV Vötting. „Ich habe in der Winterpause zugesagt. Vötting stand auf Platz fünf und war seit Jahren in der Kreisliga. Doch dann haben sie alles verloren“, erzählt Haupt. Vötting stieg ab und Haupt übernahm ein Team aus der Kreisklasse. Neuland für ihn. Mittlerweile kann er darüber schmunzeln. Mit Vötting steht er aktuell auf Rang drei. „Eigentlich wollten wir aufsteigen. Wir hätten noch alle Chancen, aber wer weiß, ob noch einmal gespielt wird“, sagt Haupt.

ASV Dachau: Frank Peuker als Maßstab aller ASV-Trainer

Als Michael Dietrich anrief, musste er nicht lange überlegen: „Ich musste nur für mich selbst entscheiden, ob ich wieder mehr Zeit in den Fußball investieren will. Und das wollte ich“, sagt Haupt. Und weiter: „Das erste Gespräch war gut, die weiteren noch besser. Die Entscheidung ist schnell gefallen.“

Dietrich ist froh, dass Haupt kommt und der ASV nach Ahammer einen Trainer gefunden hat, der eine Mannschaft führen kann. Das heißt nicht, dass es immer ruhig zugehen muss.

„Nur mit Kuscheleinheiten geht es nicht. Das war Berni und auch bei Frank nicht immer so“, sagt Dietrich. Und da war er wieder, der Name Frank Peuker – nicht als Kandidat, sondern als Maßstab. Der ehemalige ASV-Coach ist einer der bekanntesten und anerkanntesten Trainer im Landkreis Dachau. Er wird für seine fachliche Kompetenz und seine Art gleichermaßen geschätzt. Peuker hat die Messlatte für alle ASV-Trainer hochgehängt.

„Berni war auch so ein Typ. Auch deshalb haben wir ihn gefragt, ob er nach unserem schlechten Saisonstart übernimmt“, sagt Dietrich. Und weiter: „Wir finden es extrem schade, dass er aufhört. Aber wir verstehen seine Entscheidung.“

Bernhard Ahammer: Keine Zeit mehr für die Aufgabe als Landesliga-Trainer

Umstimmen konnte Dietrich seinen Trainer nicht. Ahammer sagt: „Wenn ich eine Mannschaft wie den ASV Dachau trainiere, will ich es gut machen. Und in nächster Zeit ist es mir zeitlich nicht möglich, das Amt eines Landesliga-Trainers so auszuüben, wie ich es mir vorstelle – und wie es sich der ASV vorstellt.“

Die Entscheidung sei ihm extrem schwer gefallen, aber alternativlos gewesen. „Das habe ich den Jungs gesagt und das haben sie auch verstanden. Einige haben noch mal angerufen und sich bedankt, da wurde es auch emotional“, sagt Ahammer.

Haupt ist bereits in die Kaderplanung mit eingestiegen. „Michi und die bisherigen Trainer hatten schon geplant. Ich bin involviert und habe meine Ideen eingebracht“, sagt Haupt. Und weiter: „Die Pandemie und die Tatsache, dass wir noch nicht wissen, in welcher Liga wir spielen, macht es natürlich schwerer.“ Denn: Der ASV Dachau steht aktuell auf einem direkten Abstiegsplatz. Würde die Saison abgebrochen und gewertet werden, müsste das Team runter in die Bezirksliga. Haupt weiß das. Entscheidet der Verband, dass kein Team absteigt, darf Haupt erstmals einen Landesligisten trainieren. Er kann also dieses Mal nur gewinnen - anders als vor zwei Jahren in Vötting.

(Moritz Stalter)

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