Will seine Mannschaft zum Klassenerhalt peitschen: ASV-Trainer Bernhard Ahammer hat sich für den Rest der Rekordsaison 2019/2020 viel vorgenommen. 
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Will seine Mannschaft zum Klassenerhalt peitschen: ASV-Trainer Bernhard Ahammer hat sich für den Rest der Rekordsaison 2019/2020 viel vorgenommen. 

Der Klassenerhalt ist weiterhin möglich

ASV Dachau will das „kleine Wunder“

  • vonMoritz Stalter
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Der einst abgeschlagene Landesligist konnte sich nach dem Re-Start wieder an die Relegationsplätze heranpirschen. Die sensationelle Aufholjagd möchte man 2021 fortsetzen.

Dachau - Am Stadtwald rätselt man: Kam die vorgezogene Winterpause für den abstiegsgefährdeten ASV Dachau genau zum richtigen oder zu einem ungünstigen Zeitpunkt? Im letzten Spiel vor dem Lockdown light und dem folgenden vorzeitigen Eintritt in die Winterpause kassierte der Tabellenvorletzte der Landesliga Südost seine höchste Saisonniederlage, ein 1:5 im Derby beim TSV Eintracht Karlsfeld.

Doch der Trend spricht für die Kicker vom Stadtwald. Sie pirschten sich immer näher heran an den TSV Ampfing, den direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Auf das Wunder, von dem Trainer Bernhard Ahammer vor zwölf Monaten sprach, müssen er und seine Spieler nicht mehr hoffen. Doch diese Tage waren für die Köpfe der Spieler wichtig.

Coach Ahammer: „Wir brauchen ein kleines Wunder

Rückblick, November 2019: Der ASV Dachau hat die Hinrunde auf dem letzten Tabellenplatz beendet. Einen Spieltag vor der Winterpause betrug der Rückstand auf die Abstiegsrelegationsplätze acht Punkte, der sichere Klassenerhalt war sogar 13 Zähler entfernt. „Wir müssen nicht um den heißen Brei herumreden: Wir brauchen ein kleines Wunder“, hatte Trainer Ahammer damals gesagt. Und hätte seine Mannschaft das abschließende Spiel gegen den TSV Waldkirchen verloren, wäre der ASV verloren gewesen. Doch die Dachauer siegten mit 4:0, mit „nur“ noch fünf Punkten bewegte sich der Rückstand auf den Abstiegsrelegationsplatz 16 in einem erträglichen Rahmen. Und noch wichtiger: Die Spieler glaubten wieder an sich. „Und das hat man in der Vorbereitung im Winter deutlich gespürt“, so Ahammer.

Die Spieler erhielten in der Winterpause einen Plan, um sich fit zu halten. „Sie sollten austrainiert zum Vorbereitungsstart erscheinen. Wir wollten eine Basis haben, um in jeder Partie über die volle Distanz voll da sein zu können“, erklärt Ahammer.

ASV Dachau: Harte Arbeit zahlt sich aus

Ein Pionier ist der Dachauer Coach nicht, auch andere Trainer geben ihren Spielern Hausaufgaben mit. Wie gewissenhaft die ASV-Cracks den Plan durchzogen, überraschte Ahammer dann aber doch: „Die Jungs haben alle brutal gearbeitet. 90 Prozent waren in einem überragenden Zustand“, so Ahammer.

Im ersten Punktspiel nach der Pause machte sich die Arbeit bemerkbar. Der ASV kämpfte sich gegen Eintracht Freising nach einem Rückstand zurück und holte gegen die Mannschaft aus dem oberen Tabellendrittel ein 1:1-Remis. Ahammer spürte: „Wir sind gut unterwegs. Da könnte was gehen.“ Rückblickend bezeichnet er diese Zeit als entscheidend – auch wenn sie durch die erste Corona-Zwangspause gestört wurde.

Auslandsurlaub der Spieler sorgte für Engpässe

Als sich der ASV im Juni zum zweiten Mal in diesem Jahr vorbereitete, sah Ahammer „den Großteil in einem sehr guten Zustand, auf dem wir aufbauen können“. Doch es gab ein Aber: Wie bei anderen Mannschaften fuhren Spieler ins Ausland. Nach dem Urlaub mussten sie auf die Ergebnisse der Corona-Tests warten, was die Ausfallzeit verlängerte. „Wir hatten nicht den Fitnesszustand aus dem Frühjahr“, so Ahammer.

Das Ziel sei deshalb gewesen, sich vor der Winterpause keinen zu großen Rückstand auf die Relegationsplätze einzufangen. Als der ASV Ende September mit einem 2:1 gegen den TSV Grünwald in die Liga startete, war Ahammer erneut überrascht: „Wir waren doch nicht so schlecht unterwegs. Viele Spieler waren besser drauf als gedacht.“

Es folgte ein 3:1-Sieg beim SB Rosenheim. Es war ein Spiel, das die Dachauer in der Vorrunde wahrscheinlich verloren hätten. Rosenheim hatte mehr vom Spiel, verschoss außerdem einen Elfmeter. „Wir haben gemerkt, dass wir auch Spiele gewinnen können, in denen wir nicht besser sind. Und wir hatten Spielglück. Diese Erkenntnis hat Kräfte freigesetzt“, erzählt Ahammer. Ein Dämpfer war das 1:1 im direkten Abstiegsduell gegen Ampfing – trotz Überzahl. Eine Woche später kassierte der ASV beim 1:5 in Karlsfeld die erste Niederlage des Jahres – nach einem 0:0 zur Halbzeit.

ASV Dachau: Nur wenige schlechte Minuten

Es war außerdem die erste Pleite nach fünf Partien, aus denen der ASV elf Punkte geholt hatte. Auch deshalb fällt Ahammers sportliches Fazit für das Jahr 2020 positiv aus. „Gegen Ampfing hatten wir eine schlechte Viertelstunde, gegen Karlsfeld waren es die zehn Minuten nach der Halbzeitpause. Diese 25 waren die einzigen schlechten Minuten in diesem Jahr“, so der ASV-Coach.

Nachdem die Winterpause vorgezogen wurde, setzte Ahammer auf Abstand. Es sei wichtig, den Kopf freizubekommen nach einem anstrengenden Jahr, um Ende Januar 2021 in die nächste Vorbereitung zu starten. „Wir haben drei Punkte Rückstand, noch ein Nachholspiel und damit alles in der eigenen Hand. Wir sind auf einem guten Weg, der ist aber noch weit“, sagt Ahammer. Träumen müssen die Dachauer nicht mehr, der Klassenerhalt ist durchaus realistisch. 

(Moritz Stalter)

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