Maxi Bergner möchte seinen ASV vor dem Abstieg in die Bezirksliga bewahren.
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Maxi Bergner möchte seinen ASV vor dem Abstieg in die Bezirksliga bewahren.

Landesligist im Abstiegskampf

ASV Dachau: Sofort bereit sein, wenn der Startschuss fällt

  • vonMoritz Stalter
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Der ASV Dachau steckt in der Kaugummi-Saison 2019/21 tief im Abstiegskampf. Durch ein katastrophales Jahr 2019 steht der Landesligist auf dem vorletzten Platz.

Dachau – Die Kernfrage landauf und landab lautet: „Wann geht es weiter im Amateurfußball?“ Die korrekte Antwort kennt momentan noch niemand, aber es gibt Anzeichen, dass es nun doch in absehbarer Zeit losgehen könnte. „Wichtig ist, dass wir gut vorbereitet sind, wenn wir wieder spielen dürfen“, sagt Bernhard Ahammer, der Trainer des Fußball-Landesligisten ASV Dachau. 

ASV Dachau: Vertrauen in die eigene Mannschaft

Für seine Mannschaft wird die Vorbereitung wichtiger sein als für einige Konkurrenten, denn: die Stadtwälder starten vom vorletzten Platz aus in das letzte Saisonviertel. Ahammer glaubt an seine Spieler, der ASV hat deswegen in der Pause nicht groß am Kader gebastelt: „Die Jungs haben sich das Vertrauen verdient.“ Eine gute Vorbereitung ist eine Herausforderung. „Zum ersten Spieltag fit, ausdauernd und spritzig zu sein – das ist eine Kunst“, sagt Ahammer. 

Und weiter: „Während der Pandemie ist das noch schwieriger.“ Damit meint der 38-Jährige nicht die Organisation: „Wir könnten spontan starten, der ASV Dachau hat genug Plätze. Die Testspiele waren ja bereits vereinbart und wären schnell organisiert. Auch vor dem Re-Start hatten wir relativ wenig Zeit, trotzdem ging alles zügig. Also kein Problem.“ Eine Vorbereitung von hoher Qualität durchzuführen – das sei die Schwierigkeit. „Ausdauer, Schnellkraft und taktische Dinge nicht in sechs, sieben Wochen, sondern in der Hälfte der Zeit zu trainieren, ist kaum möglich“, so Ahammer. 

ASV Dachau: Immer noch alle Möglichkeiten auf den Nichtabstieg

Seine Mannschaft muss sofort da sein, wenn die Regierung die Spielerlaubnis erteilt. Der ASV Dachau steht in der Tabelle der schier endlosen Saison 2019/2020/2021 mit dem Rücken zur Wand. 23 Punkte nach 26 von 34 Spielen bedeuten momentan Platz 17. Der Tabellenvorletzte hat aber noch alle Möglichkeiten auf den Klassenerhalt. 

Die Abstiegsrelegationsplätze sind nur drei Punkte entfernt. Und gegenüber dem Tabellensechzehnten TSV Ampfing fehlen dem ASV bei einem weniger absolvierten Spiel nur drei Punkte. „Wir müssen fit sein, wenn es wieder losgeht“, betont Ahammer. Für Mannschaften, die um den Auf- oder wie die Dachauer gegen den Abstieg spielen, ist die Vorbereitung noch einmal wichtiger. „Die Ausgangslage ist nicht für alle gleich. Wenn Mannschaften aus dem Tabellenmittelfeld nach 75 Minuten die Puste ausgeht, können sie sich die Kraft in den nächsten ein, zwei Spielen holen. Wir können uns so etwas in unserer Situation nicht erlauben. Wir müssen voll da sein“, erklärt Ahammer. 

ASV Dachau: 2020 hat die Ausgangslage verbessert

Die Dachauer hängen seit dem Beginn der Saison im Tabellenkeller fest. In den vergangenen zwölf Monaten mit seinen fünf Pflichtspielen haben die Stadtwälder ihre Ausgangslage verbessert. Sie spielten nicht wie ein Absteiger. Acht Punkte aus fünf Partien, das war keine schlechte Ausbeute. Hochgerechnet auf die 26 absolvierten Partien wären dies 42 Punkte. Damit stünde der ASV im gesicherten Mittelfeld auf Rang sieben – und nicht auf dem vorletzten Platz. 

Ausgerechnet im direkten Duell mit Ampfing haben es die Dachauer versäumt, ihre Ausgangslage zu verbessern. Die Stadtwälder verschossen einen Elfmeter und nutzten eine halbstündige Überzahl nicht aus. Das einzig Positive beim damaligen 1:1-Remis: Der direkte Vergleich aus Hin- und Rückspiel endete unentschieden, das Torverhältnis spricht für den ASV. In den vier Partien neben dem Ampfing-Spiel gab es zwei Siege, ein Remis und eine Niederlage im Derby gegen Karlsfeld.

ASV Dachau: Katastrophenjahr 2019 hängt nach

Die Kicker vom Stadtwald spielten im ersten Jahr 2020 nicht wie ein Absteiger. Ganz anders schaute es zwölf Monate vorher aus. Ein Rückblick in den November 2019: Die Dachauer hatten die Hinrunde auf dem letzten Tabellenplatz beendet. Einen Spieltag vor der Winterpause betrug der Rückstand auf die Abstiegsrelegationsplätze acht Punkte, der sichere Klassenerhalt war sogar 13 Zähler entfernt. 

„Wir müssen nicht um den heißen Brei reden: Wir brauchen ein kleines Wunder“, hatte Trainer Ahammer damals gesagt. Und hätte seine Mannschaft das abschließende Spiel gegen den TSV Waldkirchen verloren, wäre der ASV bereits verloren gewesen. Doch die Dachauer siegten mit 4:0, mit „nur“ noch fünf Punkten bewegte sich der Rückstand auf den Abstiegsrelegationsplatz 16 in einem erträglichen Rahmen.

Ahammer: „Die Jungs bringen Eigenmotivation mit“ 

Und noch wichtiger: Die Spieler glaubten wieder an sich. „Und das hat man in der Vorbereitung im Winter 2019/2020 deutlich gespürt“, so Ahammer. Es wird ein spannender Endspurt. Wichtig ist Ahammer, dass alle Teams mit den gleichen Voraussetzungen in das letzte Viertel der Saison gehen: „Sollte es eine Regelung über Inzidenz-Werte in den Landkreisen geben und einige Mannschaften trainieren dürfen und andere nicht, wäre das schlecht“, sagt Ahammer. Herrsche Chancengleichheit, traue er seiner Mannschaft den Klassenerhalt zu. 

Eigeninitiative „Die Jungs bringen Eigenmotivation mit und haben im Februar einen internen Laufwettbewerb organisiert. Es ist cool, dass sie das selbst in die Hand nehmen“, sagt Ahammer. Auf „strikte Laufpläne“ verzichtete er. „Ich habe volles Vertrauen in die Jungs. Im vergangenen Jahr vor dem Re-Start hat es auch super geklappt“, so der ASV-Trainer weiter.

ASV Dachau: Keine Veränderungen im Kader

Die Belohnung für den vorbildlichen Einsatz der aktuellen Spieler folgte umgehend. „Wir haben nicht einmal über Neuzugänge nachgedacht“, so Ahammer. Mit Maximilian Bergner und dem in den letzten Spielen vor der Winterpause gesperrten Andreas Roth sind zwei Schlüsselspieler wieder einsetzbar. „Wenn alle Teams die gleiche Vorbereitungszeit bekommen, haben wir gute Chancen auf den Klassenerhalt“, so Ahammer. Ob in dieser Saison noch einmal der Ball rollt, entscheiden andere.

(Moritz Stalter)

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