Freestyle-Zweikampf: ASV-Kapitän Christian Roth hindert den Ampfinger Daniel Toma auf ungewöhnliche Art und Weise an der kontrollierten Ballannahme.
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Freestyle-Zweikampf: ASV-Kapitän Christian Roth hindert den Ampfinger Daniel Toma auf ungewöhnliche Art und Weise an der kontrollierten Ballannahme.

Bergner und Andreas Roth fehlen beim ASV

ASV Dachau: Dreifache Überzahl und vergebener Elfer - ein Punkt im Abstiegsgipfel

  • vonMoritz Stalter
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Wieder ein 1:1 zwischen dem ASV Dachau und dem TSV Ampfing. Dabei hatte der ASV nach drei Ampfinger Platzverweisen und einem späten Elfmeter alle Chancen auf drei Zähler.

Dachau - Er hätte zum Held werden können, wenn der Flachschuss aus elf Metern im linken unteren Eck eingeschlagen hätte. Da Torhüter Issa Ndiaye parierte, blieb es bei einem Treffer von Sebastian Mack – und beim 1:1-Remis des ASV Dachau im Kellerduell gegen den TSV Ampfing. Dass die Gäste sich nicht von ihrer besten Seite zeigten und drei Platzverweise kassierten, sah ASV-Coach Bernhard Ahammer nicht als Vorteil: „Es hat uns nicht in die Karten gespielt. Auch wenn sich das komisch anhört.“ Ahammer war während der Partie hin- und hergerissen, wie er reagieren sollte. Gleiches galt für die Einschätzung des Ergebnisses.

Ahammer: „Wir wollen gewinnen, aber nicht um jeden Preis“

Es war ungemütlich im Dachauer Sepp-Helfer-Stadion. Niedrige Temperaturen und Regen, ein tiefer Platz – Abstiegskampf eben. Die Heimelf ging vom vorletzten Platz in die Partie, die Gäste aus Ampfing mit drei Punkten mehr vom Abstiegsrelegationsplatz 16. Das Hinspielduell –- auch das ist wichtig – endete mit einem 1:1-Remis. „Wir wollen gewinnen, aber nicht um jeden Preis“, sagte ASV-Trainer Ahammer vor der Partie, denn bei einer Niederlage wäre der Rückstand nicht nur auf sechs Punkte angewachsen, die Dachauer hätten dann aufgrund des verlorenen direkten Vergleichs sogar sieben Punkte auf den Gegner gutmachen müssen.

ASV Dachau: Bergner und Andreas Roth fehlen - Selimovic bringt Ampfing sehenswert in Front

Die Dachauer mussten ohne Andreas Roth (gesperrt) und Maximilian Bergner (Urlaub) und damit die beiden gefährlichsten Offensivspieler auskommen. Auch die kopfballstarken Zvonimir Kulic und Milos Kobilarov hätte dem ASV gegen den tief stehenden Gegner gutgetan. Doch auch ohne das Quartett ging Ahammers Plan auf: Seine Mannschaft musste bis kurz vor der Pause nur eine knifflige Situation meistern – das gelang ihr. Doch dann brach die 45. Minute an: Nach einem Foul spielte Anel Salibasic von der Mittellinie an die Strafraumgrenze zu Goran Divkovic, der den Ball behauptete und ablegte. Der Ball landete über den Fuß eines Dachauers bei Irfan Selimovic, der aus 14 Metern abzog und ins rechte Kreuzeck traf. Ein schöner Treffer, der den ASV ins Mark traf. „Es war der schlechteste Zeitpunkt“, sagte Ahammer.

ASV Dachau: Einwechslungen von Dworsky und Kornprobst machen sich bezahlt

Aus dem Nichts waren die Dachauer in die Situation geraten, die sie auf keinen Fall wollten. Mindestens ein, besser zwei Treffer mussten her. „Wir haben uns aber im letzten Drittel schwergetan und vorne nicht gut antizipiert“, sagte Ahammer. Kurz nach dem Seitenwechsel hatten die Dachauer Glück, dass Ampfing eine gute Chance nicht zum 0:2 nutzte. Ahammer reagierte: Er wechselte Jonas Dworsky und Michael Kornprobst ein. „Jonas wollte ich einwechseln, damit er uns hinten raus mit seinem Tempo auf dem Flügel hilft“, erklärte der Trainer. Die Wechsel zeigten Wirkung. Der Druck auf Ampfings Defensive wuchs – und wurde noch größer, als Danut Moisi nach einem taktischen Foul die Ampelkarte gesehen hatte (56.).

ASV Dachau: Mack erzielt erst den Ausgleich und scheitert dann vom Punkt

In der 64. Minute griffen die Dachauer über rechts an, Dworsky passte von der Grundlinie in den Rückraum zu Mack und der traf zum 1:1-Ausgleich. Zehn Minuten später wurde Kornprobst im Strafraum gefoult. Die Gäste bedrängten den Schiedsrichter, der Hilfe von seinem Assistenten erhielt. Nachdem sich das Rudel aufgelöst hatte, waren die Gäste nur noch zu neunt, denn Salibasic hatte Rot gesehen. Die lange Pause vor dem Elfmeter schadete den Dachauern jedoch: Mack, der den etatmäßigen Elfmeterschützen Roth vertrat, scheiterte an Ndiaye (77.). Zwei Minuten später sah Ante Petrovic nach einer Grätsche glatt Rot. Das Spiel war hitzig – und das schadete der Dachauer Schlussoffensive.

Ahammer: „Hätte er getroffen und wir gegen acht Spieler verloren, wäre das ziemlich sicher der Abstieg gewesen“

Die Heimelf versuchte alles, kam gegen die tief stehenden Ampfinger, die sich mit sechs Feldspielern den Strafraum verbarrikadierten, nicht durch. Vorne lauerte Goran Divkovic und sorgte für Entlastung. „Der ist so stark, dass wir aufpassen mussten. Er hat die Qualität, auch zwei, drei Spieler auszuspielen und zu treffen“, sagte Ahammer. Auch deshalb verzichtete er darauf, noch offensiver zu agieren. „Hätte er getroffen und wir gegen acht Spieler verloren, wäre das ziemlich sicher der Abstieg gewesen“, so Ahammer.

So blieb es bei einem 1:1-Remis, dass sich erst einmal wie eine Niederlage anfühlt. Aber: Die Dachauer haben das wesentliche bessere Torverhältnis, ein Nachholspiel auf der Habenseite und eine gute Form. „Noch ist nichts verloren“, so Ahammer. Bei einer Niederlage hätte es anders ausgesehen.  stm

Stenogramm

ASV Dachau - TSV Ampfing 1:1 (0:1)

ASV Dachau: Korbinian Dietrich, Christian Roth, Korbinian Beck (66. Fabian Liedl), Mathias Leiber, Dimitrios Papadopoulos, Thomas Rieger, David Dworsky, Leon Schleich, Miridon Rexhepi (55. Jonas Dworsky), Sebastian Mack, Christoph Krüger (55. Michael Kornprobst)

TSV Ampfing: Issa Ndiaye, Ante Petrovic, Danut Moisi, Waldemar Miller, Daniel Toma, Anel Salibasic, Goran Divkovic (90.+3 Marius Duhnke), Mateo Cacic (40. Ivan Pete), Liviu Pantea (78. Christian Richter), Irfan Selimovic, Burhan Bahadir

Schiedsrichter: Felix Hoffmann

Zuschauer: 100

Gelb-Rote Karte: Danut Moisi (56.)

Rote Karten: Anel Salibasic (75.), Ante Petrovic (79.)

Tore: 0:1 (45.) – Irfan Selimovic. 1:1 (64.) – Sebastian Mack.

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