Der Verband zieht den Corona-Paragrafen: Für die älteren Jahrgänge wird Spielzeit 1 zu Ende gespielt, während die U 9 und die U 11-Ligen abgebrochen und neu angesetzt werden. Der BFV hofft, dass die Saison 2021/2022 nicht vom Coronavirus gefährdet ist. 
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Der Verband zieht den Corona-Paragrafen: Für die älteren Jahrgänge wird Spielzeit 1 zu Ende gespielt, während die U 9 und die U 11-Ligen abgebrochen und neu angesetzt werden. Der BFV hofft, dass die Saison 2021/2022 nicht vom Coronavirus gefährdet ist. 

Corona-Paragraf und Meldeligen

BFV: Bezirksjugendleiter Fuchs erklärt die Vorgehensweise im Juniorenbereich

  • Rolf Gercke
    vonRolf Gercke
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Wie es mit dem Juniorenfußball im neuen Jahr weitergehen soll, ist schon länger klar. Bezirksjugendleiter Fuchs blickt auf 2020 zurück und schaut in die Zukunft.

Ein schwieriges Jahr liegt hinter allen Nachwuchs-Fußballteams in der Region. Aufgrund der Lockdowns konnten nur wenige Spiele absolviert werden, zeitweise war und ist auch jetzt wieder sogar der Trainingsbetrieb untersagt. Kurz vor dem Jahreswechsel blickt der oberbayerische Bezirksjugendleiter Joachim Fuchs zurück, er gibt zudem einen Ausblick auf das Fußballjahr 2021, das erneut holprig zu beginnen droht.

BFV: Spielzeit wird 2021 zu Ende gespielt

Die wichtigste Entscheidung traf der Verbandsjugendausschuss in Abstimmung mit den Bezirksjugendleitern Anfang Dezember. So wird die Spielzeit 1, die von Juli bis November 2020 geplant war, im neuen Jahr zu Ende gespielt. Die Spielzeit 2, die von März bis Juni 2021 angesetzt war, wurde abgesagt.

„Diese Vorgehensweise wurde im Zusammenspiel mit den Vereinen erarbeitet und beschlossen. Ganz bewusst, um sicherzustellen, dass zumindest eine Spielzeit der Saison 2020/21 auf alle Fälle zu Ende gespielt werden kann.“, erklärt Fuchs.

Als Gründe führt er folgendes an: „Keiner von uns weiß, ob wir tatsächlich im März oder April überhaupt schon wieder spielen dürften. Das aktuelle Infektionsgeschehen und die Beschlüsse der Staatsregierung lassen darauf schließen, dass das nicht der Fall sein wird.“

Fuchs: „Wer von uns glaubt, dass wir Anfang März wieder ohne Einschränkungen spielen dürfen?“

Deshalb kam der sogenannte Corona-Paragraf zum Einsatz, der es ermöglicht, Spielzeiten aus pandemiebedingten Gründen abzusagen. Diese Entscheidung wirft aber neue Probleme auf, denn die Zahl der absolvierten Spiele unterscheidet sich von Liga zu Liga stark. Teilweise sind noch bis zu sieben Spieltage zu absolvieren, bis Ende April wäre dies nicht zu garantieren gewesen. Fuchs: „Seien wir mal ehrlich: Wer von uns glaubt, dass wir Anfang März wieder ohne Einschränkungen spielen dürfen? Und was noch wichtiger ist: Wer glaubt daran, dass es dann zu keinen weiteren Spielverschiebungen aufgrund von Corona-Fällen und Quarantäne-Maßnahmen kommen wird?“

Durch die getroffenen Entscheidungen hätten die Vereine nun Planungssicherheit für 2021 und die Saison 2021/2022 ist – zumindest vorerst – nicht gefährdet. Für alle Mannschaften, die keine oder nur noch wenige offene Partien vor sich haben, soll es alternative Spielrunden für das Frühjahr 2021 geben – dann allerdings ohne zusätzliches Aufstiegsrecht.

Die Planungen der Spielleiter für diese Runden laufen bereits. Die einzige Ausnahme in dem Beschluss stellen die U 9- und U 11-Ligen dar. Diese Ligen werden abgebrochen und neu angesetzt, zumal es hier ohnehin kein Aufstiegsrecht gibt.

BFV: Große Zustimmung für die Meldeligen

Auch auf die Einführung der Meldeligen geht Fuchs detailliert ein. Die Meldeligen ermöglichen es den Vereinen, ihre Teams selbst der Stärke nach in eine Liga von der Gruppe bis hin zur Kreisliga einzuteilen. So soll vermieden werden, dass schwächere Jahrgänge, die auf starke Jahrgänge folgen, in den höheren Ligen dann nur Klatschen kassieren und die Lust am Fußball verlieren. Oder aber auch um starke Jahrgänge, die in die nächsthöhere Altersklasse aufsteigen, entsprechend einzugruppieren.

Im Sommer 2020 hatte sich der Bezirk Oberbayern mit einer Mehrheit von über 90 Prozent für die Einführung der Meldeligen entschieden – übrigens als einziger bayerischer Bezirk. Größtenteils hätten die Klubs die Einschätzung ihrer Teams sehr verantwortungsvoll vorgenommen. „Die sportliche Entwicklung und der Spaß am Spiel sollen wieder in den Vordergrund rücken und nicht das reine Erfolgsdenken“, erklärt Fuchs. „Ich bin mir sicher, die meisten von uns wollen weg von den 15:0- oder 1:17-Ergebnissen, die weder dem Sieger noch dem Verlierer weiterhelfen.“

Im Frühjahr soll es noch einmal einen Erfahrungsaustausch zu diesem Thema geben. Grundsätzlich blickt der Bezirksjugendleiter optimistisch in ein „hoffentlich wieder einigermaßen normales“ Jahr 2021. „Wir befinden uns in einer Situation, die wir alle so noch nicht einmal im Ansatz schon mal so erlebt haben. Trotzdem versuchen wir alle unser Bestes, um den Kindern und Jugendlichen möglichst schnell wieder das Trainieren und Spielen zu ermöglichen.“ Bisher sei man – so findet Fuchs – einigermaßen gut durch diese schwierige Situation gekommen. Das liege vor allem daran, „weil es ein Miteinander zwischen den Vereinen und dem Verband gegeben hat und mit Sicherheit weiter geben wird“. ts/ge

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