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Wann wieder gekickt werden kann steht noch in den Sternen. Die Amateurclubs haben in diesen Wochen mit etlichen Problemen zu kämpfen.

Verbände haben große wirtschaftliche Schwierigkeiten

BFV: Coronakrise ist für die Amateurclubs besonders gefährlich

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Die Coronakrise könnte für die Amateurclubs besonders gefährlich werden. Der BFV will in dieser Phase als Kümmerer agieren.

Wie lange verhindert das Coronavirus die Austragung von Fußball-Spielen und anderen Sport-Events? Und welcher finanzielle Schaden wird für Vereine und Verbände entstehen? Niemand kann dazu eine seriöse Aussage treffen. Auch wenn der Profi-Fußball möglicherweise noch irgendwie die Saison beenden kann, dürften im Amateurfußball andere Regeln gelten.

Wie schwer sich Sport-Funktionäre derzeit tun, konnte in den vergangenen Tagen jeder am Beispiel Thomas Bach verfolgen. Obwohl bereits die halbe Welt wegen des Coronavirus alleine den Gedanken an Olympische Spiele im Juli in Tokio als fixe Idee empfand, wand sich der Deutsche, versuchte mit ausschweifenden und diplomatischen Reden die Schwierigkeit einer Entscheidungsfindung zu rechtfertigen, um am Ende dann doch auf den kommenden Sommer zu verschieben. DFB-Vize- und BFV-Präsident Rainer Koch wird mit seinem Kollegen gefühlt haben. Auch das Oberhaupt des Bayerischen Fußball-Verbands weiß um die Problematik und wählte in den vergangenen Tagen seine Worte genau. Am Montag versendete der Verband eine Pressemitteilung. Koch macht außerdem klar, dass der Amateur- und Profi-Fußball zu trennen sei. Schatzmeister Jürgen Faltenbacher ergänzt, dass die Vereine nicht auf Unterstützung des BFV hoffen können.

Koch fordert Solidarität auf vier Ebenen

Koch war am Sonntag im Sport1-Doppelpass zu Gast und nahm die ganze Fußball-Familie in die Pflicht: er forderte Solidarität auf vier Ebenen. Einmal innerhalb der Bundesliga, dann innerhalb des gesamten Fußballs, des gesamten Sports und der Gesellschaft. Drei Gruppen hob der 61-Jährige hervor: „Wir haben 25 000 Fußballvereine. Da gibt es ganz viele Menschen, die ein paar Euros als Jugendtrainer verdienen, die sich ihr Studium finanzieren oder Senioren, die sich für ganz wenig Geld im Verein engagieren und trotzdem ihre Rente aufbessern. Das müssen wir im Blick behalten. Besonders besorgt ging sein Blick in Richtung „Entgelt-Vereine und Amateur-Spitzenklubs in der Ober- und Regionalliga“. „Die haben überhaupt keine Fernsehgelder“, sagt Koch, der die 3. Liga in einer ähnlich prekären Situation wähnt: „Ganz schwierig, die leben extrem von Zuschauern.“ Der Jurist spannte den Bogen noch weiter und benannte auch die Probleme, denen sich Sport-Institutionen werden stellen müssen: „Die Verbände haben riesengroße wirtschaftliche Schwierigkeiten. Bei mir im Bayerischen Fußball-Verband geht die Prognose in die Millionen, was an Defiziten entsteht. Jeder klammert sich an den Strohhalm, irgendwo her Geld zu bekommen“, sagt Koch, der die Aufgabe der kommenden Wochen und Monate gleich klar definiert. „Als Verbände müssen wir unbedingt Kümmerer sein. Wir müssen Sorgen aufnehmen, müssen mit der Politik, den Landessportbünden, dem DOSB reden und überall deutlich machen: „Wenn wir wollen, dass die Zivilgesellschaft erhalten bleibt, braucht sie Unterstützung. Alles hängt davon ab, dass der Profi-Sport schnell wieder in die Spur kommt.“

Die Einheit sei extrem wichtig, glaubt Koch. Ein Szenario hat der BFV-Präsident hingegen ausgeschlossen: „Wir sollten uns einig sein, dass die Bezahlung der Spieler überhaupt kein Thema der Gesellschaft ist. Die Frage nach Erhalt von Arbeitsplätzen, wie Leute, die im Fan-Shop hinter der Theke stehen – darum möchte ich kämpfen, dass sie nicht in die Arbeitslosigkeit geschickt werden. Das ist auch ein Teil von Solidarität.“  

Text: dn

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