Viele Vereine dürften sich über die Verdopplung der Vereinspauschale freuen.
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Viele Vereine dürften sich über die Verdopplung der Vereinspauschale freuen.

BLSV strebt stufenweise Wiederaufnahme des Sportbetriebs an

BLSV: Vereinspauschale wird verdoppelt, positive Signale

  • Rolf Gercke
    vonRolf Gercke
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Die Corona-Krise hat Auswirkungen auf die Vereine in Bayern. Sportminister Joachim Herrmann hat angekündigt, die Vereinspauschale zu verdoppeln.

BLSV: Vereinspauschale wird verdoppelt

Die Corona-Krise hat weitreichende Auswirkungen auf den organisierten Sport in Bayern mit teilweise immensen wirtschaftlichen Schäden in den bayerischen Sportvereinen. Hierzu wurde durch das zuständige Bayerische Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration bestätigt, was der Bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder bereits Tage zuvor in seiner Regierungserklärung angekündet hatte: Der Ministerrat der Bayerischen Staatsregierung hat beschlossen, die Vereinspauschale in diesem Jahr um zusätzliche 20 auf 40 Millionen Euro zu verdoppeln.

Laut Sportminister Joachim Herrmann benötigen die bayerischen Sportvereine in der aktuellen Corona-Krise dringend schnelle und unbürokratische Unterstützung: „Wir lassen unsere Vereine in dieser Ausnahmesituation nicht allein. Mit der Verdopplung der Vereinspauschale kommt die Hilfe flächendeckend und schnell dort an, wo sie gebraucht wird. Jeder Verein, der heuer bereits die Vereinspauschale beantragt hat, erhält automatisch das Doppelte. Die Vereine müssen keine zusätzlichen Anträge stellen, auch eine weitere Prüfung durch Behörden ist nicht nötig.“

BLSV-Präsident begrüßt die Maßnahmen

BLSV-Präsident Jörg Ammon begrüßt die Maßnahmen der Staatsregierung: „In dieser schwierigen Zeit die Vereinspauschale zu verdoppeln, ist ein starkes Signal der Politik an unsere bayerischen Sportvereine. Für die rasche Unterstützung sind wir sehr dankbar.“

Sportvereine und Sportfachverbände können am Hilfsprogramm des Bayerischen Wirtschaftsministeriums teilnehmen und Unterstützung aus dem Corona-Soforthilfeprogramm in Anspruch nehmen, sofern Schäden im wirtschaftlichen Bereich bzw. Zweckbetrieb infolge der Corona-Pandemie entstanden sind. Die Soforthilfe kann beim Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie online beantragt werden. Mehr Informationen zu diesem Thema gibt es auch in den FAQs auf der BLSV-Internetseite unter www.blsv.de/coronavirus.

Wie Sportminister Joachim Herrmann ebenfalls noch einmal betonte, ist Sport und Bewegung an der frischen Luft für Sportarten wie beispielweise Joggen, Wassersport auf natürlichen Gewässern wie etwa Schwimmen, Segeln oder Rudern, aber auch Reiten oder Fahrradfahren derzeit ausdrücklich erlaubt. „Derzeit arbeiten wir an einem Konzept für die Freigabe weiterer Sportarten ab Anfang Mai. Wir wollen den Menschen so viele Sportarten wie möglich erlauben. Dabei werden wir das aktuelle Infektionsgeschehen aber sehr genau im Blick behalten. Im Zweifel geht der Infektionsschutz vor“, so Herrmann.

Auch stufenweise Wiederaufnahme des Sportbetriebs im Mittelpunkt

Für den BLSV steht neben der finanziellen Unterstützung für den bayerischen Sport die stufenweise Wiederaufnahme des Sportbetriebs im Mittelpunkt. Zusammen mit der Politik, dem DOSB, den Landessportverbänden sowie den Spitzenfachverbänden steht der BLSV derzeit im engen Austausch, um Vorschläge zur schrittweisen Wiederaufnahme des Sportbetriebs und zur Öffnung von Sportanlagen und Sportstätten zu entwickeln - insbesondere auch für den Breiten- und Freizeitsport. Darüber hinaus arbeiten die Sportministerinnen und -minister der Länder zur Zeit an einem Positionspapier, um am morgigen Donnerstag in die Beratungen mit der Bundesregierung zur weiteren Öffnung der Gesellschaft in der Corona-Pandemie zu gehen.

BLSV-Präsident Jörg Ammon: „Der Sport leistet gerade einen enorm wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wir stehen in vielen intensiven Abstimmungsprozessen, um die stufenweise Wiederaufnahme des Sportbetriebs mitzugestalten. Oberste Prämisse ist auch hier der Gesundheitsschutz für unsere Sportlerinnen und Sportler. Ich bin zuversichtlich, dass wir zeitnah ein tragfähiges Konzept vorstellen können.“  ge

Stenogramm

Allgemeine Information zur Vereinspauschale: Die Vereinspauschale wird jährlich unter Beachtung der Sportförderrichtlinien des Freistaats Bayern zur Unterstützung des Sportbetriebs der Vereine ausgereicht. Die Höhe der den jeweiligen Vereinen zustehenden Vereinspauschale wird mithilfe sogenannter Mitgliedereinheiten ermittelt, wobei Mitgliedschaften von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie der Einsatz von Übungsleiterlizenzen besonders stark gewichtet werden. Im Jahr 2019 wurde eine Mitgliedereinheit mit 0,29 Euro bewertet.

DOSB: Zwischenbilanz gibt Anlass zur Hoffnung

Nach vollständiger Einstellung des Sportbetriebs und Schließung aller Sportstätten in Deutschland aufgrund der Corona-Pandemie sehen der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Landes-Sportbünde Signale, die eine Wiederaufnahme des Sporttreibens in den einzelnen Bundesländern ermöglichen. Dazu gab es am Samstag bei einer Videokonferenz der 16 Landessportbünde (LSB-Konferenz) gemeinsam mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) ein einstimmiges Votum.

BLSV-Präsident Jörg Ammon, der diesmal den Vorsitz der LSB-Konferenz hatte: „Der eingeschlagene Weg zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ist erfolgreich und sollte daher fortgesetzt und mit Umsicht an die sich verändernden Rahmenbedingungen angepasst werden. Der Schutz der Gesundheit der Bevölkerung muss unverändert Priorität haben. Zur Gesundheitsvorsorge dient insbesondere das Sporttreiben. Dies haben wir in der Konferenz erörtert und waren uns alle zusammen mit dem DOSB einig, dass unter bestimmten Vorkehrungen der Startschuss zur Rückkehr in den Vereinssport gegeben werden kann.“

Der organisierte Sport in Deutschland ist bereit. Im Schulterschluss zwischen dem DOSB und den 16 Landessportbünden wird nun das Angebot an die politischen Verantwortungsträger in Bund und Ländern konkretisiert. „Nach den positiven Rückmeldungen der Sportminister der Länder haben wir unser Angebot an die Politik für eine Wiederaufnahme des vereinsbasierten Sporttreibens weiterentwickelt. Neben zehn DOSB-Leitplanken liegen nun auch angepasste sportartspezifische Übergangs-Regeln der Fachverbände für einen ersten vorsichtigen Schritt ins vereinsbasierte Sporttreiben vor. Wir sind somit auf einen verantwortungsvollen Wiedereinstieg vorbereitet und hoffen nun zeitnah auf ein bundeseinheitliches Signal der Öffnung durch die Politik“, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann.

Positive Effekte des Sports fehlen der Gesellschaft

„Die unzähligen positiven Effekte des Sports auf die Mitglieder in den rund 90 000 Sportvereinen in Deutschland fehlen der gesamten Gesellschaft von Tag zu Tag mehr. Mit dem nun vorliegenden Paket aus Leitplanken und spezifischen Regeln für die einzelnen Sportarten ist eine gute Handlungsgrundlage für die Umsetzung in den Vereinen geschaffen“, so Jörg Ammon. Nach den gemeinsamen Vorstellungen von organisiertem Sport und der Sportministerkonferenz der Länder wird ein erster Schritt der Lockerung ausschließlich für Bewegungsangebote im Freiluftbereich gelten, zudem sind umfassende weitere Regelungen wie Mindestabstand und Hygienevorgaben zu beachten. Dabei bleiben die Sportheime, deren Umkleiden und Gastronomiebereiche und Hallen geschlossen. Bei positivem Verlauf können später die nächsten Schritte zur weiteren Öffnung erfolgen.

Der organisierte Sport verzichtet ganz bewusst auf eine Positivliste von Sportarten, denn es geht um angepasste Bewegungsangebote für alle Mitglieder in den Vereinen. „Seitens des Sports können wir mit bewährten Strukturen und den unzähligen erfahrenen Verantwortungsträgern einen wertvollen Teil dazu beitragen, dass Deutschland wieder in Bewegung kommt. Dabei sind wir uns der besonderen Chancen und Risiken bewusst und werden deshalb stets nach der Maxime handeln, dass Infektionsrisiken so weit wie irgend möglich minimiert werden müssen“, sagt DOSB-Präsident Hörmann.

In den nächsten Schritten soll über die Nutzung von Hallen, die Rückkehr zum Wettkampfbetrieb sowie über Kontakt- und Zweikampfsportarten diskutiert werden.

Die LSB-Konferenz hat sich darauf verständigt, dass für Bundeskader-Athleten das Training sowohl im Indoor- wie im Outdoor-Bereich wieder geöffnet werden sollte. Für Landeskader-Athleten dagegen sollte das Training zunächst im Outdoorbereich beginnen. Um Ungleichbehandlung zu verhindern, sollen die Regeln in allen Bundesländern einheitlich gelten.  ge

Leitplanken des DOSB

Distanzregeln einhalten:Ein Abstand von mindestens zwei Metern zwischen den anwesenden Personen trägt dazu bei, die Übertragungswahrscheinlichkeit von Viren deutlich zu reduzieren. Auf Grund der Bewegung beim Sport ist der Abstand großzügig zu bemessen. Die Steuerung des Zutritts zu den Sportanlagen sollte unter Vermeidung von Warteschlangen erfolgen.

Körperkontakte müssen unterbleiben:Sport und Bewegung sollten kontaktfrei durchgeführt werden. Auf Händeschütteln, Abklatschen, in den Arm nehmen und Jubeln oder Trauern in der Gruppe wird komplett verzichtet. Die Austragung von Zweikämpfen, z.B. in Spielsportarten, sollte unterbleiben. In Zweikampfsportarten kann nur Individualtraining stattfinden.

Mit Freiluftaktivitäten starten:Sport und Bewegung an der frischen Luft im öffentlichen Raum oder auf öffentlichen und privaten Freiluftsportanlagen erleichtern das Einhalten von Distanzregeln und reduzieren das Infektionsrisiko durch den permanenten Luftaustausch. Spiel- und Trainingsformen sollten, zunächst auch von traditionellen Hallensportarten im Freien durchgeführt werden.

Hygieneregeln einhalten: Häufigeres Händewaschen, die regelmäßige Desinfektion von stark genutzten Bereichen und Flächen sowie der Einsatz von Handschuhen kann das Infektionsrisiko reduzieren. Dabei sollten die Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen bei gemeinsam genutzten Sportgeräten besonders konsequent eingehalten werden. In einigen Sportarten kann der Einsatz von Mund-Nasen-Schutzmasken sinnvoll sein.

Vereinsheime und Umkleiden bleiben geschlossen:Die Nutzung von Umkleiden und Duschen in Sporthallen und Sportvereinen wird vorerst ausgesetzt. Die Gastronomiebereiche bleiben geschlossen, ebenso wie die Gesellschafts- und Gemeinschaftsräume.

Fahrgemeinschaften vorübergehend aussetzen:In der Übergangsphase sollte auf die Bildung von Fahrgemeinschaften zum Training und zu Wettkämpfen verzichtet werden. Ebenso ungeeignet ist der Einsatz von Minivans. Zudem ist auf touristische Sportreisen zu verzichten.

Veranstaltungen und Wettbewerbe unterlassen:Um die Distanzregeln einzuhalten, sollten derzeit keine sozialen Veranstaltungen des Vereins stattfinden. Dies gilt sowohl für Festivitäten als auch für Versammlungen. Die Bundesregierung hat es Vereinen kurzfristig gestattet, ihre Mitgliederversammlungen im Bedarfsfall auch digital durchzuführen. Zudem sind jegliche Zuschauerveranstaltungen in den Vereinen untersagt. Nicht gestattet sind zunächst auch sportliche Wettbewerbe.

Trainingsgruppen verkleinern: Durch die Bildung von kleineren Gruppen beim Training, die im Optimalfall dann auch stets in der gleichen Zusammensetzung zusammenkommen, wird das Einhalten der Distanzregeln erleichtert und im Falle einer Ansteckungsgefahr ist nur eine kleinere Gruppe betroffen bzw. mit Quarantäne-Maßnahmen zu belegen.

Angehörige von Risikogruppen schützen: Für Angehörige von Risikogruppen ist die Teilnahme am Sport ebenfalls von hoher Bedeutung. Umso wichtiger ist es, das Risiko für diesen Personenkreis bestmöglich zu minimieren. In diesen Fällen ist nur geschütztes Individualtraining möglich.

Risiken in allen Bereichen minimieren:Dieser Punkt ist insbesondere ein Appell an den gesunden Menschenverstand. Wenn man bei einer Maßnahme ein ungutes Gefühl hat, sich über die möglichen Risiken nicht im Klaren ist, sollte darauf verzichtet werden und alternativ eine risikofreie Aktivität gesucht werden.

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