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„Absolut enttäuschend und desolat“: TSV 1865 kommt unter die Räder

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Nicht immer hatten die Dachauer Spieler (im Bild Mathias
Leiber) den Durchblick im 65-Stadion.
Nicht immer hatten die Dachauer Spieler (im Bild Mathias Leiber) den Durchblick im 65-Stadion. © Robert Ohl

Eine turbulente Woche ist für den Fußball-Bayernligisten TSV 1865 Dachau mit einer eiskalten Dusche zu Ende gegangen.

Dachau – Drei Spiele in sechs Tagen, dazwischen eine außerordentliche Abteilungsversammlung mit der Wahl eines neuen Spartenleiters – langweilig wird es den 65-Kickern derzeit nicht. Nach den Topleistungen in Garching und Hankofen kassierten die Dachauer vor 134 zahlenden Zuschauern im heimischen Stadion an der Jahnstraße eine deftige Watschn. Die Richter-Elf kam gegen den SV Kirchanschöring mit 1:6 so richtig unter die Räder, sie verpasste den angestrebten Big Point im Abstiegskampf und muss nun weiterhin sorgenvollen Blickes nach unten schauen.

Es war eine verpasste Gelegenheit, denn tags zuvor waren mit Hallbergmoos und Wasserburg zwei Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt leer ausgegangen. Schon vor dem Anpfiff schwante einigen 65-Fans nichts Gutes, denn der zuletzt überragende Franz Hübl war mit dem TSV 1860 München beruflich in Freiburg unterwegs. Alex Weiss und Sebastian Brey fielen wegen Krankheit aus, und Patrick Bromm hatte sich wegen einer Zerrung ins Vereinslazarett verabschieden müssen. Immerhin, mit Florian Mayer stand ein Dachauer Spieler nach abgesessener Rot-Sperre wieder zur Verfügung. Vier Fehler der Dachauer bescherten den Gästen aus Kirchanschöring eine 4:0-Halbzeitführung.

Neben eklatanten Fehlern im Spielaufbau offenbarten die Hausherren diesmal auch enorme Schwächen im Zweikampfverhalten, es wurde eher mit dem Fernglas gedeckt als konzentriert am Mann gearbeitet. Nun zeigte sich, dass der TSV nach den extremen Belastungen der jüngsten Zeit nicht in der Lage ist, die vielen Spiele und die vielen Spielerausfälle zu kompensieren. Dachau trat zu den drei Englische-Woche-Matches fast mit der gleichen Aufstellung an, am Ende gingen alle Spieler buchstäblich am Stock. Die Gäste waren ausgeruht zu diesem Auswärtsspiel gefahren – und sie bestraften im ersten Durchgang fast jeden Fehler der Dachauer mit einem Tor.

Pechvogel des Spieles war der Dachauer Kapitän Stefan Vötter, er ließ gleich zwei sogenannte Hundertprozentige ungenutzt verstreichen (30./ 65.) und verursachte zudem einen Foulelfmeter, der in der 68. Minute zum 1:5 führte. Der Torreigen eröffnete Florian Hofmann in der 14. Minute. Nachdem 65-Keeper Marco Jacob zweimal gut pariert hatte, fiel der Ball dem Torschützen vor die Füße. Vorausgegangen sind dem Treffer mehrere verlorene Zweikämpfe der TSV-Abwehr. Das 2:0 in der 31. Minute markierte Thorsten Nicklas, der eine viel zu kurze Abwehr des Dachauer Keepers eiskalt bestrafte. Im Vorfeld des Treffers hatte Vendim Sinani in einem entscheidenden Zweikampf den Kürzeren gezogen.

Auch beim 3:0 für Kirchanschöring in der 39. Minute durch Maximilian Neumüller sah 65-Schlussmann Jakob nicht sonderlich gut aus, der Ball schlug allerdings im Winkel ein. Vorausgegangen waren auch diesem Treffer zwei leichte Ballverluste der Hausherren in Zweikampfsituationen. Kurz vor der Halbzeit erhöhte Julian Galler nach einer Flanke von rechts auf 4:0. Erneut wurde ein individueller Fehler der Dachauer bestraft, Lirim Kelmendi hatte leichtfertig in der eigenen Hälfte den Ball verdaddelt. Ergebniskorrektur betrieb zehn Minuten nach dem Seitenwechsel Nickoy Ricter, er verwandelte einen an Oliver Wargalla verursachten Foulelfmeter ins rechte obere Eck.

Wargalla war über links in den Strafraum eingedrungen und konnte nur noch elfmeterreif gebremst werden. Eine Viertelstunde später stellten die Gäste den alten Vier-Tore-Vorsrung wieder her, Luca Schmitzberger sorgte, ebenfalls per Straftoß, für das 5:1. Und es gab noch einen weiteren Elfer in dieser Partie, in der 78. Minute wurde Dachaus Triumf Gudaci von SVK-Keeper Egon Weber umgerannt. Erneut trat Nickoy Ricter an, doch im mittlerweile eingesetzten Schneetreiben wuchtete er die Kugel vom Punkt in Richtung Kirche St. Peter.

Den Schlusspunkt setzte in der 80. Minute Jonas Kronbichler er machte das halbe Dutzend für den SVK voll. 65-Fußball-Boss und Trainer Marcel Richter war natürlich bedient: „Absolut enttäuschend und desolat war die erste Halbzeit. All das, was wir in letzter Zeit in Training und Spiel gezeigt haben, bekamen wir diesmal nicht auf den Platz. Mangelhaftes Zweikampfverhalten, viele falsche Entscheidungen – und keinerlei Kommunikation. Die zweite Hälfte war in Ordnung, wir waren bemüht und engagiert, haben aber erneut dumme individuelle Fehler bei den Toren gemacht.“  (Robert Ohl)

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