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TSV 1865 Dachau: Gemeinsam den Karren aus dem Dreck ziehen

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Einigkeit macht stark: Die 65er haben sich für den Rest der Saison viel vorgenommen.
Einigkeit macht stark: Die 65er haben sich für den Rest der Saison viel vorgenommen. © Robert Ohl

Der TSV 1865 Dachau bleibt in der aktuellen Saison bislang hinter seinen Erwartungen zurück. Trotzdem bekommen die Verantwortlichen weiterhin das Vertrauen ausgesprochen.

Dachau – Schlecht bis durchwachsen ist die Saison 2021/2022 bisher für den Fußball-Bayernligisten TSV 1865 Dachau verlaufen. 22 von insgesamt 38 Spielen haben die Mannen von Spielertrainer Fabian Lamotte bisher absolviert, sie holten 24 von 66 möglichen Punkten und belegen so momentan den 14. Platz in dem 19er-Feld. Ein gefährliches Terrain, auf dem sich die 65-Kicker derzeit aufhalten, denn Platz 14 würde am Ende der Punktrunde die Teilnahme an der Abstiegs-Relegation bedeuten.

Nach Horrorserie sollte alles anders werden

Nachdem sich die Corona-Saison 2019/2020 bis ins Jahr 2021 hingezogen hatte wollte man an der Jahnstraße im Sommer einen Neustart wagen. Platz 12 mit einem Schnitt von 1,15 Punkten pro absolviertem Spiel hatte niemanden im Lager des TSV Dachau zufriedengestellt.

Alle Uhren wurden zurückgeschraubt, alles und jeder wurde in Frage gestellt, jeder Stein wurde umgedreht, um zu schauen, wo man ansetzen muss, um die Wende zum Positiven zu schaffen.

65-Fußball-Boss Ugur Alkan blickt auf die Findungsphase vor dem Beginn der laufenden Serie zurück: „Es war eine schonungslose Analyse. Der Kader wurde modifiziert, mit Lirim Kelmendi, Mathias Leiber, Daniel Leugner, Oliver Wargalla und Chaka Menelik Ngu Ewodo haben wir an Qualität gewonnen.“

Punkteschnitt hat sich sogar noch verringert

Doch der Schuss ging nach hinten los. Zu Buche steht ein Punkteschnitt von 1,09 aus 22 Spielen, weniger als in der Chaosserie zuvor. Klar ist: In dieser Saison werden keine Quotienten oder direkte Vergleiche zur Ermittlung der Endplatzierung herbeigezogen, man muss sich auf sportlichem Wege retten. Und das in einer Bayernliga, die so viel Qualität wie schon seit Jahren nicht mehr aufzuweisen hat.

Urlaubsplanung war ein kollektiver Flop

Ein Ärgernis waren die hausgemachten Probleme zu Beginn der Saison. Die Urlaubsplanung der Lamotte-Elf war eines Bayernligisten unwürdig. Pünktlich zu Beginn der Saison setzte sich der Reisetross des TSV in Bewegung. Die Folge waren viele fehlende Stammspieler. Und nach dem Urlaub folgte ein fatales Anwachsen der Verletzungsliste, da die zurückgekehrten Akteure sofort spielen mussten. So befanden sich teilweise mehr Spieler im Urlaub oder im Vereinslazarett als auf dem Trainingsplatz.

Spieltagsplanung des BFV stößt auf Kritik

Kontraproduktiv wirkte sich für den TSV 1865 Dachau der Rahmenterminkalender des BFV mit unzähligen englischen Wochen in den ersten Monate der Saison 2021/2022 aus. Nicht selten wurde der TSV 1865 Dachau unter der Woche auf weite Reisen geschickt. In drei englischen Wochen kamen für die Lamotte-Elf 650 Reisekilometer zusammen.

Wechselhafte Auftritte bremsen den TSV aus

Ungewöhnlich oft folgte beim TSV 1865 Dachau einem sportlichen Highlight wie dem 0:0 gegen Donaustauf ein sportlicher Knockdown wie die unsägliche 0:5-Pleite im folgenden Spiel bei Türkspor Augsburg. Schlimm: Das 3:0 gegen den VfR Garching am 11. September 2021 war der letzte Sieg des TSV 1865 Dachau im Jahr 2021. Und gespielt wurde immerhin noch bis weit in den November hinein.

Ursachenforschung im Lager des TSV 1865

In vielen Spielen waren die Dachauer den Anforderungen als Team durchaus gewachsen, aber zu oft blieb man in spielentscheidenden Situationen vor dem eigenen Tor und dem gegnerischen Kasten zweiter Sieger.

Im Fokus standen dabei häufig die Offensivkräfte, denn insgesamt wurden zu viele klare Torchancen leichtfertig vergeben. Und in der Rückwärtsbewegung agierte man zu pomadig, das war oft eher Begleitschutz mit Autogrammanfrage als ein Bayernliga taugliches Zweikampfverhalten.

Löwenspiel als Beweis: Es geht auch anders

Das seit Jahren beste Heimspiel lieferte die Lamotte-Elf am 1. September 2021 gegen den TSV 1860 München II ab, der 2:0-Triumph war der verdiente Lohn für eine rundum überzeugende Leistung des Bayernligisten von der Jahnstraße. Alle waren sich einig: Das war begeisternder Fußball vom Allerfeinsten, das Match hat gezeigt, was in der Mannschaft von der Jahnstraße steckt, wenn sie ihre PS auf den Platz bringt.

Nicht alle Neuzugänge erfüllen Erwartungen

Der für Robin Volland geholte Chaka Menelik Ngu Ewodo konnte in der Herbstserie fast keine Akzente setzen, eine Ausnahme war sein wunderschönes Kopfballtor im Spiel beim TSV Schwaben Augsburg. Er hatte viel mit Verletzungen zu kämpfen – schon vor dem ersten Punktspiel – und er wirkte körperlich nicht in der besten Verfassung. So war es nahezu unmöglich, den nach Unterföhring abgewanderten Robin Volland auch nur ansatzweise gleichwertig zu ersetzen.

Volltreffer waren dagegen Mathias Leiber (ASV Dachau), der sofort Stammspieler wurde und mit guten Leistungen aufwartete, und der Regionalliga erfahrene Lirim Kelmendi, der vom VfR Garching an die Jahnstraße gewechselt war.

Der beste Neuzugang war allerdings Daniel Leugner. Er führte das 65-Team auf dem Feld und überzeugte zudem als Torschütze vom Dienst mit sechs Treffern und sieben Assists.

Überraschend wenig Spielzeit bekam Oliver Wargalla der vom Regionalligisten FC Pipinsried an die Jahnstraße gewechselt war. Wenn er auf dem Platz stand dann zeigte er vollen Einsatz und wirkte auch immer torgefährlich.

Auch im Betreuerstab gab es einen Wechsel

1865-Urgestein Hans Vogelsang und dessen Tochter Sandra Vogelsang übergaben nach langer Amtszeit den Staffelstab an Tuncer Bayrak. Die Familie Vogelsang steht somit nur noch als Feuerwehr zur Verfügung.

65 will Stagnation mit neuen Ideen stoppen

Die Tatsache, dass es der TSV 1865 im Moment jedem Gegner leicht macht, sich auf das Spiel der Dachauer einzustellen, bereitet allen Mitarbeitern im Fußballbereich Kopfzerbrechen. Die jungen Spieler in der 1865-Riege brauchen sicherlich noch Zeit, um Erfahrungen zu sammeln und aus diesen zu lernen. Aber die starke Liga wartet nicht, sie fordert ein schnelleres Tempo. Vielleicht spielt der starke Reservekader des TSV 1865 Dachau von Trainer Marcel Richter demnächst noch eine wichtige Rolle. Der unangefochtene Tabellenführer der Kreisklasse hat den Aufstieg in die Kreisliga im Visier; einige Spieler haben in der Herbstrunde schon die Chance erhalten, sich in der Bayernliga zu präsentieren.

Alkan und Lamotte blicken nach vorne

Ein weiterer Hoffnungsträger der Dachauer Fußballer ist Ugur Alkan, der die Abteilung unaufgeregt führt. Er betont: „Wir alle sind natürlich mit der Vorrunde nicht zufrieden. Das haben wir uns ganz anders vorgestellt. Unser Co-Trainer Alex Weiser konnte leider wegen einiger Verletzungen nur wenige Spiele absolvieren. Jetzt brauchen wir eine gute Vorbereitung, damit wir da unten so schnell wie möglich rauskommen. Wir sind davon überzeugt, dass wir es schaffen. Aber von nichts kommt nichts in dieser starken Liga.“

Spielertrainer Fabian Lamotte sieht es ähnlich: „Die bisherige Punktausbeute und der damit verbundene Tabellenplatz sind natürlich enttäuschend. Wir haben es leider viel zu selten geschafft, unsere Qualität auf dem Platz umzusetzen. Trotzdem bin ich von dieser Mannschaft überzeugt. Ich bin mir sicher, dass wir nach der Winterpause die nötigen Punkte holen, um uns von den Abstiegsrängen zu entfernen.

Moll spricht Alkan & Co das Vertrauen aus

In einer Pressemitteilung hat sich 65-Boss Wolfgang Moll kürzlich zur Situation geäußert. In dieser lautet es: „Unser Fußball-Herrenteam ist in der laufenden Bayernligasaison, verglichen mit den zu Saisonbeginn ausgerufenen sportlichen Zielen, deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben, das Ergebnis ist somit unbefriedigend. Eine ausführliche, vor allem aber selbstkritische Aussprache und Erörterung zwischen dem Gesamtvorstand, der Fußballabteilungsleitung und der sportlichen Leitung ergab, dass es zwar eine Reihe von, auch nachvollziehbare, Erklärungen für einzelne Misserfolge gibt, aber das alles nicht als Ausrede für das bislang verfehlte Saisonziel – eine sorgenfreie Saison in der oberen Tabellenhälfte – angeführt werden darf. Auch lässt, insbesondere der Gesamtvorstand, keine einzelnen Verantwortlichkeiten für die bisherigen 22 Meisterschaftsspiele und das Ausscheiden in den Pokalspielen gelten. Entsprechend wird es auch bis zum Ende dieser Saison 2021/2022 keine Personalentscheidungen geben. Vielmehr wird allen Verantwortlichen bis zum Saisonende das Vertrauen ausgesprochen, gleichwohl aber auch von allen Beteiligten erwartet, dass sie den Ernst der Lage erkannt haben.“

Fahrplan

Der TSV 1865 Dachau startet am Donnerstag, 20. Januar, ins Vorbereitungstraining auf die Frühjahrsserie in der Bayernliga Süd. Folgende Testspiele stehen schon fest:
Mittwoch, 26. Januar, 19 Uhr: TSV 1865 Dachau - SV Donaustauf

Samstag, 29. Januar, 12 Uhr: TSV 1865 Dachau - Türkspor Augsburg

Samstag, 5. Februar, 15 Uhr: TSV 1865 Dachau - FC Pipinsried

Dienstag, 8. Februar, 19.30 Uhr: TSV 1865 Dachau - SV Nord Lerchenau

Samstag, 12. Februar, 12 Uhr: TSV 1865 Dachau - SE Freising

Mittwoch, 16. Februar 19.30 Uhr: TSV 1865 Dachau - TSV Ampfing

Punktspielstart

Samstag, 16. Februar,13.30 Uhr: TSV 1865 Dachau - TSV 1874 Kottern (Robert Ohl)

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