Nicht zu halten: Benedict Geuenich (links) wechselt im Sommer vom Südwest-Landesligisten TSV Jetzendorf zum Südost-Landesligisten SE Freising.
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Nicht zu halten: Benedict Geuenich (links) wechselt im Sommer vom Südwest-Landesligisten TSV Jetzendorf zum Südost-Landesligisten SE Freising.

Landesligist verliert Toptorjäger 

Benedict Geuenich wechselt vom TSV Jetzendorf zum SE Freising

  • vonMoritz Stalter
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Der TSV Jetzendorf verliert einen ihrer besten Offensivspieler. Benedict Geuenich wechselt im Sommer vom Landesligisten in die Landesliga Südost zum SE Freising.

Die Grün-Weißen hatten nach eigener Aussage keine Chance, ihren Aufstiegshelden zu halten. Vor knapp zwei Jahren feierten die Jetzendorfer mit dem Aufstieg in die Landesliga den größten Erfolg ihrer Vereinsgeschichte. Geuenich hatte einen riesigen Anteil daran – auch, wegen eines Schachzugs seines Trainers: Alexander Schäffler stellte den Außenspieler in einer zentraleren Rolle auf. Geuenich blühte auf. Er erzielte in 29 Ligaspielen 25 Tore und wurde Torschützenkönig. Zum 4:1-Sieg beim SV Neuperlach im letzten Relegationsspiel brachte er sein Team in Führung. Danach: Großer Jubel.

„Das, was er im Aufstiegsjahr geleistet hat, wird man ihm in Jetzendorf nie vergessen“, sagt Schäffler. Der Anteil Geuenichs ging aber weit über seine Tore hinaus. „Ben hat sich in jener Saison zu einem Führungsspieler entwickelt. Er hat ein super Spielverständnis und weiß, wann er entgegenkommen und wann er steil gehen muss. Damit war er verantwortlich dafür, ob wir das Spiel schnell oder langsam gemacht haben“, erklärt Schäffler. Diese Qualitäten werden dem TSV nun fehlen.

Benedict Geuenich „hat das Zeug für gehobenes Landesliga-Niveau oder die Bayernliga“

Auch menschlich wird der 26-Jährige eine Lücke hinterlassen. „Ich schätze ihn sehr. Ben ist bodenständig und klug – ein ganz feiner Mensch“, so Schäffler. Er versuchte, Geuenich umzustimmen, wusste aber, dass er keine Chance hat. „Wer ihn kennt, den überrascht der Schritt nicht. Ben kam 2017 aus Pfaffenhofen, wo er ein gefestigtes Umfeld hatte. Aber er wollte es versuchen, sich in einer höheren Liga durchzusetzen“, berichtet Schäffler.

Der Wechsel nach Freising ist der logische nächste Schritt: „Der einzige Grund ist die sportliche Perspektive. Freising gehört seit Jahren zu den Top-Teams in der Landesliga. Ben hat das Zeug für gehobenes Landesliga-Niveau oder die Bayernliga – davon bin ich überzeugt“, erzählt Schäffler. „An ihm war ich zwei Jahre dran“, sagt Freisings Trainer Alex Plabst über den Stürmer. „Umso mehr freue ich mich, dass es nun klappt.“

TSV Jetzendorf fehlen Argumente für Verbleib 

Die Jetzendorfer kämpfen in ihrer ersten Landesliga-Saison gegen den Abstieg. Als Tabellensiebzehnter stehen die Chancen auf den Klassenerhalt schlecht, der Rückstand auf die Relegationsplätze beträgt zwar nur einen Punkt, der direkte Konkurrent Olching hat aber zwei Spiele weniger absolviert. Nur ein Saisonabbruch ohne Absteiger könnte den TSV wohl noch retten.

Doch selbst im Fall des Klassenerhalts hätten die Grün-Weißen Geuenich nicht halten können. „Das, was er in Freising sportlich vorfindet, können wir ihm hier nicht bieten. Da fehlen uns die Argumente“, so Schäffler.

Für den Spielertrainer geht es darum, Geuenichs Position neu zu besetzen. „Wir sind natürlich in Spielergesprächen, das ist aber in der aktuellen Situation schwer. Es könnte trotzdem demnächst etwas passieren“, so Schäffler. Auch eine interne Lösung hat er im Kopf. „Ludwig Dietrich kann die Position spielen, Luis Sarisakal und Dominik Liebl auch. Ich glaube, dass wir Bens Position füllen können“, sagt der TSV-Spielertrainer. 

(Moritz Stalter)

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