Verwaiste Fußballplätze waren im Seuchenjahr 2020 die Regel.
+
Verwaiste Fußballplätze waren im Seuchenjahr 2020 die Regel.

Wann hat das warten endlich ein Ende?

Kein Ende der Beschränkungen in Sicht: Spiel- und Trainingsverbot  

  • Rolf Gercke
    vonRolf Gercke
    schließen

Corona war 2020 das alles Corona war 2020 das alles bestimmende Thema – auch im Amateurfußball. Nun stellt sich die Frage, wann es endlich wieder weitergehen kann.

DachauNur kurz währte nach dem ersten deutschen Fall beim Autozulieferer Webasto die Hoffnung, dass man das Problem ohne große Einschränkungen in den Griff bekommen könnte. Ein trauriger Trugschluss. Im Frühjahr wurde aus den schlimmsten Befürchtungen bittere Realität: Die Epidemie wuchs sich zur weltweiten Pandemie aus, die das Leben alles in sämtlichen Bereichen des Alltags extrem beeinflusste.

Schnell und erbarmungslos breitete sich das Virus aus – und Covid-19 machte vor nichts Halt. Ab März ging schließlich für Monate nichts mehr: Geschlossene Lokale und Geschäfte, Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen, Spiel- und Trainingsverbot, Home-Office statt Büroalltag, Online-Seminare statt Präsenzschulungen, Kurzarbeit, die Maske als ständiger Begleiter – eine bis dahin nicht gekannte Situation, die alles auf den Kopf stellte und auch im bayerischen Amateurfußball viele Fragen aufwarf.

Saisonabbruch oder Fortsetzung?

Die alles entscheidende lautete: Saisonabbruch oder Fortsetzung? Bei der Suche nach den passenden Antworten machte der Bayerische Fußball-Verband das, was er bei Entscheidungen von großer Tragweite seit jeher macht – er informierte offen und transparent und band alle 4600 Vereine per Meinungsbild in den Entscheidungsprozess mit ein.

Mit dem Entschluss, die Saison 2019/2020 mit Ausnahme der Junioren auszusetzen und sportlich bis spätestens 2021 zu Ende zu bringen, ging Bayern einen Sonderweg, der zunächst von vielen Skeptikern argwöhnisch beäugt wurde, sich aber spätestens im November, so der BFV, „als einzig gangbarer Weg“ erwies, als die zweite Welle anrollte und nach einer kurzen Rückkehr auf den Platz abermals nichts mehr ging.

Amateurfußball: Corona betrifft alle

Die Krise machte aber auch deutlich, dass die Amateure echte Profis sind und das Ehrenamt einen unbezahlbaren Stellenwert in der Gesellschaft genießt. Kartenvorverkauf und frühere Platzöffnung, Ausweiskontrollen und Kontaktdatenerfassung, Hygienekonzepte, ausgewiesene Sitzplätze auf den Tribünen und zusätzlich bestuhlte Gästeblöcke, Abstandsmarkierungen und Maskenpflicht in den Kabinen. Alle Vereine setzten während der Teilöffnung die staatlichen Auflagen penibel und pflichtbewusst um und trugen so ihren Teil dazu bei, das Virus in Schach zu halten – egal ob renommierter Regionalligist oder kleiner C-Klassist.

Und als wäre das alles nicht fordernd genug, riefen die Klubs überall im Freistaat Vereinsinitiativen ins Leben, um ältere oder chronisch kranke Menschen zu unterstützen und zu schützen. Gelebte Solidarität und ein großer Mutmacher für die sehnsüchtig erwartete Zeit nach Corona.

Winterpause wird wohl länger andauern

Der verschärfte Corona-Lockdown erhärtet bei Bernhard Slawinski den Eindruck, dass die Winterpause für die Amateurfußballer wohl ein gutes Stück länger ausfallen könnte, als er es noch vor Kurzem gehofft hat. Dabei erklärte der Spielleiter im Kreis München des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) in einer Rundmail an alle Vereinsvertreter bereits damals, dass man sich in einer Situation befinde, „deren Ende sich nicht einschätzen lässt“.  

(Rolf Gercke)

Auch interessant

Kommentare