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Ein Fußball-Weltmeister beim TSV Hilgertshausen: Klaus Augenthaler macht bei Freundschaftsspiel mit

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„Brezn-Auge“: mit Bürgermeister Markus Hertlein, Klaus Augenthaler, Bäckermeister Georg Kornprobst und TSV-Vorstand Hans Pröbstl (v. l.).
„Brezn-Auge“: mit Bürgermeister Markus Hertlein, Klaus Augenthaler, Bäckermeister Georg Kornprobst und TSV-Vorstand Hans Pröbstl (v. l.). © ost

FC-Bayern-Legende Klaus Augenthaler war zu Gast beim TSV Hilgertshausen. Der 64-jährige Fußball-Weltmeister zeigte, dass er sein Handwerk noch immer versteht, bevor er dann aus seinem Leben erzählte – und natürlich Autogramme verteilte.

Hilgertshausen – Ein tolles Fußballfest hat Hilgertshausen am Dienstagabend beim Besuch von Klaus Augenthaler erlebt. Die FC-Bayern-Legende spielte mit der TSV-AH vor rund 100 Zuschauern gegen die erste Mannschaft des TSV und erzählte anschließend im voll besetzten Sportheim über seine fußballerische Karriere. Krönender Abschluss von Augenthalers Besuch war sein Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde Hilgertshausen-Tandern, um den ihn Bürgermeister Markus Hertlein gebeten hatte. Einen Fußball-Weltmeister hat man schließlich nicht alle Tage in Hilgertshausen!

Dass Augenthaler zur TSV-AH kommt, hatte sich schnell im Ort herumgesprochen. Viele Autogrammjäger kamen schon vor dem Spiel, das die AH mit Augenthaler in der Abwehr knapp mit 1:2 gegen die Erste verlor. Ein Unentschieden wäre aber gerecht gewesen, beide Teams gingen hoch motiviert zur Sache, und Augenthaler ließ mehrmals aufblitzen, dass er sein Handwerk, das er einst beim FC Vilshofen begann, nicht verlernt hat.

Augenthaler engagiert sich mit Hilgerthausen-Spieler für Leukämiekranke

Augenthaler zu Ehren hat Bäckermeister Georg Kornprobst vier riesengroße Breznzöpfe gebacken, die gut belegt aneinandergereiht den Namen „Auge“ ergaben. Eine echte Gaumenfreude für all die Sportler im TSV-Heim! Viele fragten sich, wie es überhaupt möglich war, den Fußball-Weltmeister von 1990 für ein Gastspiel in Hilgertshausen zu gewinnen, doch schnell ließ sich dieses Rätsel lösen: Der Hilgertshauser AH-Kicker Martin Zeindl hat ein freundschaftliches Verhältnis zum langjährigen Bayern-Star. Gemeinsam hatten sich Augenthaler und Zeindl für die Leukämiehilfe Ostbayern engagiert und bereits hohe Spendengelder zur Hilfe für leukämieerkrankte Kinder gesammelt.

Als der 64-jährige Augenthaler dann über sein Leben sprach, wurde es mucksmäuschenstill im Vereinsheim. Der Niederbayer erzählte vieles, was er in den 551 Pflichtspielen für den FC Bayern München erlebte, aber in der Öffentlichkeit nicht bekannt war. Da war von Schwabinger Nächten zu hören, die so gar nicht zu einem Profifußballer passten. Augenthaler, der nun am Ammersee lebt, gab aber auch zu verstehen, dass er schnell seinen Lebensstil ändern musste.

„Aber im Spiel habe ich ihn schon ein paarmal rasiert.“

Klaus Augenthaler über Duelle mit Diego Maradonna.

In der Jugend habe er noch als Stürmer gespielt, aber beim FC Bayern, mit dem er siebenmal Deutscher Meister wurde, hatte er auch als klassischer Libero eine gute Figur gemacht. Schon mit 17 war er nach München gekommen, sein fußballerisches Idol war damals Sigi Held. „Unvergesslich ist für mich die Meisterschaft von 1986, denn da sind wir erst am letzten Spieltag Erster geworden“, erinnerte sich Augenthaler. Als Nationalspieler habe er nur 27 Länderspiele bestritten. Den perfektesten Spieler, den er weltweit erlebt habe, sei Diego Maradona gewesen. „Aber im Spiel habe ich ihn schon ein paarmal rasiert“, so Augenthaler. Mit den Worten „Ich wollte eigentlich nie Trainer werden“, berichtete er aus seiner Trainerzeit. Seit 2017 ist er Nachwuchstrainer für internationale Nachwuchsprogramme. Er habe auch nie darüber nachgedacht, in seiner Fußballerzeit ins Ausland zu gehen: „Ich hab immer nur rot-weiß gedacht!“

Dennoch nahm er gerne aus der Hand von TSV-Vorstand Hans Pröbstl den Wimpel der Grün-Weißen aus Hilgertshausen entgegen. Pröbstl sind natürlich auch die rot-weißen Farben nicht fremd, er ist schließlich auch der Vorsitzende des FC-Bayern-Fanclubs „Bayerntreue“ Gerolsbach. Wie Augenthaler ist auch er davon überzeugt, dass der FC Bayern auf dem richtigen Weg ist. Was Augenthaler aber leicht bemängelte, ist die Nachwuchsarbeit beim Rekordmeister.

Den Zuhörern versicherte er, auch wenn er beim Eberhofer mitgespielt habe, keine Schauspieler-Karriere mehr anzustreben. Nachdem Martin Zeindl das Interview mit Augenthaler beendet hatte, dankten die Besucher dem beliebten Fußball-Profi mit donnerndem Beifall. (Josef Ostermair)

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