1. Startseite
  2. Sport
  3. Amateurfußball
  4. Landkreis Dachau

Eintracht Karlsfeld verliert gegen cleveren SV Erlbach - ASV Dachau mit Arbeitssieg gegen TSV Eching

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Bonjour Tristesse: Karlsfelds Spieler (im Bild Dominik Pöhlmann und Fabian Schäffer) waren nach der Heimpleite gegen Erlbach restlos bedient.
Bonjour Tristesse: Karlsfelds Spieler (im Bild Dominik Pöhlmann und Fabian Schäffer) waren nach der Heimpleite gegen Erlbach restlos bedient. © hab

Der TSV Eintracht Karlsfeld ging gegen den Tabellenführer SV Erlbach mit 0:3 baden. Damit rutschen die Landesligisten auf den vierten Rang ab.

Ein Kriterium für Spitzenmannschaften ist, dass sie ihre Chancen im richtigen Moment nutzen. Der TSV Eintracht Karlsfeld hat dies im bisherigen Saisonverlauf häufig mit seinen Gegnern gemacht, bei der 0:3-Heimniederlage gegen den Tabellenführer SV Erlbach ist er aber an seine Grenzen gestoßen. Die Gäste waren cleverer und verteidigten nahezu perfekt.

Erlbach spielt eine super Saison. Der SVE gewinnt nicht nur, er dominiert seine Gegner. Die Karlsfelder Trainer Sebastian Stangl und Jochen Jaschke ahnten, dass viel Arbeit auf ihr Team zukommen würde. Die Anfangsphase durften sie daher als ersten Erfolg verbuchen. „Erlbach war stark, wir aber auch“, sagte Stangl. Beide Teams duellierten sich auf hohem Niveau. Das Karlsfelder Mittelfeld mit den Schäffer-Brüdern Fabian und Dominik sowie Marko Juric hielt mit gegen Erlbachs top besetzte Zentrale um Spielertrainer Lukas Lechner, den jungen Levin Ramstetter und Johannes Maier.

TSV Eintracht Karlsfeld stieß beim Tabellenführer SV Erlbach an seine Grenzen

Obwohl beide Mannschaften im Angriff stark besetzt sind, gab es zunächst kaum Torchancen. Dies änderte sich in der 19. Minute: Nach einem Diagonalball in die Spitze kreuzte ein Erlbacher den Laufweg von Eintracht-Verteidiger Jonas Eicher und kam zu Fall. „Clever gemacht vom Erlbacher und ein klares Foul von uns“, kommentierte Karlsfelds Trainer Stangl die Szene. Maximilian Manghofer verwandelte und brachte die Gäste in Führung. „In einem Spiel, in dem beide Mannschaften an ihr Maximum gehen müssen, ist ein Elfer richtungsweisend“, so Stangl weiter.

Die Karlsfelder mussten abwägen, ob sie das Risiko erhöhen und damit Konterräume Erlbachs schnelle Außenspieler Sebastian Hager und Wolfgang Hahn öffnen, oder ob sie geduldig weiterspielen. Sie entschieden sich für die sicherere Variante. Hager kam dennoch einmal durch und lief alleine auf das Eintracht-Tor zu, Torhüter Dominik Krüger parierte aber stark. Weitere Großchancen fehlten. „Mit dem 0:1 zur Pause war noch alles möglich. Nach dem Seitenwechsel haben wir das Zepter übernommen“, so Stangl.

TSV Eintracht Karlsfeld: Entscheidung kurz vor Schluss

Die Eintracht hatte nun sehr viel Ballbesitz. Man könnte aber auch die Perspektive wechseln: Erlbach ließ die Karlsfelder spielen in dem Wissen, stark verteidigen zu können. „Wir sind mit Michi Dietl und Leon Ritter immer gut für ein Tor gut, sie waren in der Defensive aber extrem gut“, sagte Stangl. Zweimal gelang es der Eintracht, zum Abschluss zu kommen. Mittelstürmer Michael Dietl (69.) und Dominik Schäffer (81.) fanden aber ihren Meister in SVE-Keeper Welder de Souza Lima. Stangl lobte den Schlussmann der Gäste nicht nur wegen seiner Paraden: „Lima hat extrem gut mitgespielt. Auch deshalb sind wir mit Pässen nicht hinter ihre Kette gekommen“, so Karlsfelds Trainer.

In der 85. Minute sorgte Nicolas Barth nach einem Konter für die Vorentscheidung. Wenig später kassierte Dietl für sein zweites Foul die Gelb-Rote Karte. In der Nachspielzeit legte SVE-Joker Barth den 0:3-Endstand nach. Ein zu hohes Ergebnis in einem Spitzenspiel, das beide Teams auf Augenhöhe führten. „Beide Teams sind ans Maximum gegangen. Die Erlbacher waren in den entscheidenden Situationen besser. Sie haben die Tore gemacht, super verteidigt und deshalb auch verdient gewonnen“, resümierte Stangl.

Wenn sich ein Team aus dem Tabellenkeller und eine Spitzenmannschaft ein ausgeglichenes Duell liefern, dann gehen die Bewertungen der Trainer zur eigenen Leistung meist weit auseinander. Manuel Haupt, der Trainer des ASV Dachau, sagte nach dem 2:1-Sieg gegen den TSV Eching: „Es war kein schönes Spiel und kein Glanz-, sondern ein Kampfsieg. Ich hätte nicht gedacht, dass uns die Corona noch so nachhängt.“

Zebras-Trainer Michael Schütz aus Eching sah trotz der 1:2-Niederlage ein Spiel „auf Augenhöhe, in dem wir Dachau phasenweise sogar hinten reingedrückt haben. Die Leistung war super, nur schießen wir zu wenige Tore“. Die Dachauer brauchten in ihrem zweiten Spiel nach der coronabedingten Zwangspause 20 Minuten, um sich zurechtzufinden. „Neun Spieler hatten Corona. Die waren zwei Wochen komplett raus, haben im Bett gelegen. Sie sind noch nicht fit und auf dem Platz mit sich beschäftigt“, so Haupt.

ASV Dachau: Ausgeglichenes Spiel zwischen Aufstiegsaspiranten und Schlusslicht

Diese Erkenntnis hatte er beim 2:2-Remis am vergangenen Mittwoch in Palzing gewonnen. Gegen Eching verfestigte sie sich. Die Zebras waren in der Anfangsphase besser, ohne sich Chancen zu erspielen. Dann wurde Dachau besser – und prompt erfolgreich: Nach einer Balleroberung spielte Andreas Roth den Ball in den Lauf von Max Bergner, der Echings Torhüter Alessandro Kestler umkurvte und dann ins Zentrum passte; der mitgelaufene Miridon Rexhepi hatte keine Mühe, sein Team in Führung zu schießen (21.)

Die Spieler beider Teams hatten in der Folge das gleiche Problem: Sie trafen falsche Entscheidungen. „Das letzte Zuspiel war nicht gut“, sagte Haupt. Schütz sah es ähnlich: „Wir haben unsere Angriffe nicht gut zu Ende gespielt.“ Nach dem Seitenwechsel hatten die Dachauer nach einer Ecke die Chance auf ihren zweiten Treffer, danach wurde Eching besser. „Wir waren am Drücker“, spürte Schütz. Seine Mannschaft strahlte aber wie so oft in dieser Saison zu wenig Torgefahr aus: Die Echinger erzielen als einziges Team der Bezirksliga Nord weniger als ein Tor pro Partie.

ASV Dachau: Miridon Rexhepi erzielt beide Tore für den Bezirksligisten

Als ASV-Verteidiger Tim Bürchner in der 75. Minute nach einer Ecke aufs Tor köpfte und Rexhepi den Ball über die Linie drückte, wussten die Gäste, dass es sehr schwer werden würde. „Das Gegentor in einer Phase, in der wir gut im Spiel waren, hat natürlich weh getan“, sagte Schütz. Und fügte dann an: „Aber die Mannschaft hat eine tolle Moral und gibt nicht auf.“ Vier Minuten später spielten sich die Zebras gut von hinten raus. Der eingewechselte Manuel Goronzi setzte sich robust gegen Dimitrios Papadopoulos durch und traf per Heber zum 1:2. Das Tor war sehenswert, der Zweikampf zuvor mindestens grenzwertig.

„Ein klares Foul. Wenn der Echinger unseren Verteidiger nicht foult, kommt er nicht zum Abschluss“, sagte Haupt. Weil bei den Dachauern die Kraft nachließ, mussten sie noch einmal zittern – aber es reichte für den elften Saisonsieg. „Wir treffen aktuell häufig die falschen Entscheidungen. In der Schlussphase müssen wir einige Situationen klären, spielen aber kleinklein. Das ist nicht clever. Aber es hat eben Gründe“, so Haupt. Während Eching als Tabellenletzter in die Winterpause geht, haben die Dachauer noch zwei Nachholspiele, mit denen sie sich ein Polster an der Tabellenspitze erspielen könnten.

Kalt und dunkel – es war ungemütlich im Lorenz-Wagner-Stadion. Das Duell zwischen dem TSV Jetzendorf und der SpVgg Kammerberg ist lange Zeit so trist gewesen wie das Wetter. In der Schlussphase nahm die Partie Fahrt auf. Es wurde hitzig. Kammerberg hat nach dem Führungstor durch Lukas Fladung wie der Sieger ausgesehen, in der Nachspielzeit erzielte Dominik Liebl den 1:1-Endstand.

Für die stark dezimierten Gäste fühlte sich der Punkt wie eine Niederlage an. Die Spielvereinigung wollte die Partie eigentlich verlegen, da viele Spieler krank, verletzt oder beruflich verhindert waren.

SpVgg Kammerberg: Trainer Matthias Koston plagen Personalsorgen

„Wir hatten zuletzt nur noch sieben Leute im Training“, sagte Kammerbergs Trainer Matthias Koston. Im Nachhinein dürfte er froh gewesen sein, dass Jetzendorf spielen wollte. Die Grün-Weißen hatten ihre Gründe: Für sie war es das letzte Spiel vor der Winterpause, sie hätten den Trainingsbetrieb um zwei Wochen verlängern müssen. Eine Verlegung auf den Ostersonntag, ein beliebter Termin für Nachholspiele, fiel ebenfalls weg. Koston verstand die Begründung der Grün-Weißen – und stellte seine Mannschaft gut ein.

Beide Teams duellierten sich auf einem überschaubaren Niveau. Für Kammerberg war dies der erste Teilerfolg. Die Gäste hatten zwar deutlich weniger Ballbesitz als der Tabellenführer aus Jetzendorf, verteidigten aber den eigenen Sechzehner. Bis auf einen Abschluss von Dominik Liebl, der knapp am Tor vorbeistrich, hatte Kammerbergs Torhüter Stefan Fängewisch wenig zu tun (18.). „Kammerberg hat das wirklich gut gemacht, wir haben aber auch zu ungenau gespielt“, sagte TSV-Sprecher Manfred Zeindl in der Halbzeitpause.

TSV Jetzendorf: Tabellenführer verhindert Derby-Niederlage in der Nachspielzeit

Nach dem Seitenwechsel erst einmal alles so wie davor. Beide Teams lieferten sich ein intensives Duell, dem die Glanzlichter fehlten – bis in die Schlussphase. Lukas Fladung brachte die Kammerberger nach einem Konter in Führung (71.). Ausgerechnet Fladung, den Koston von der zweiten Mannschaft geholt hatte. Patrick Sturm hatte - ebenfalls per Konter – die große Chance auf das 2:0 – vergab aber.

Es blieb eng und davon profitierte Jetzendorf spät: In der ersten Minute der Nachspielzeit traf Dominik Liebl zum 1:1-Endstand. „Mit der Leistung bin ich sehr zufrieden und mit dem Punkt eigentlich auch, nach dem Spielverlauf fühlt er sich aber nach einer Niederlage an“, sagte SpVgg-Teammanager Klaus Kollmair. Die Jetzendorfer konnten mit dem Remis leben. „Das geht heute in Ordnung“, sagte TSV-Sprecher Zeindl. (Moritz Stalter)

Auch interessant

Kommentare