Grenzenloser Jubel nach dem Ausgleich: Die halbe Mannschaft liegt aus dem Torschützen Faton Dzemailji.
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Grenzenloser Jubel nach dem Ausgleich: Die halbe Mannschaft liegt aus dem Torschützen Faton Dzemailji.

FUSSBALL-REGIONALLIGA - Dezimierte Pipinsrieder drehen zum Auftakt 0:2-Rückstand in Nürnberg

FC Pipinsried feiert 2:2 beim Club wie einen Sieg

  • VonBruno Haelke
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Der FC Pipinsried kehrt zum Saisonstart in der Regionalliga Bayern vom 1. FC Nürnberg II mit einem verdienten 2:2 (1:0)-Unentschieden zurück ins Dachauer Hinterland. Die Mannschaft von FCP-Trainer Andreas Thomas egalisierte dabei einen 0:2-Rückstand.

Nürnberg/Pipinsried - Mann des Spiels war der Pipinsrieder Faton Dzemailji, der den Ausgleich mit einem fulminanten Schuss erzwang. Gegen die spielstarken Franken hatten die Gäste allerdings die besseren Einschussmöglichkeiten, unter dem Strich ist das Remis verdient.

Freudestrahlend gingen die Spieler des FC Pipinsried vom Spielfeld am Valznerweiher. Einige Stunden zuvor hatte es allerdings lange Gesichter gegeben, denn in einem Schreiben des BFV wurde dem Verein mitgeteilt, dass die Spieler Albano Gashi und Dominik Schröder im Vorbereitungsspiel ohne Gastspielgenehmigung gespielt hätten.   

Ab in die Klinik: Pablo Pigl zog sich eine Platzwunde zu, die später im Klinikum Nürnberg Süd mit drei Stichen genäht wurde.

Die Strafe für die Spieler wurde im ersten Absatz des Schreibens auf sechs (!!) Freundschaftsspiele festgelegt, um ein paar Absätze weiter dann zu schreiben, dass diese Sperre auch für andere Wettbewerbe zählen würde. Zumindest wurde das Schreiben so verfasst, dass selbst der in sportlichen Prozessen anerkannte Rechtsanwalt Reinhard Höß nichts damit anfangen konnte. Der FCP ging auf Nummer sicher, er verzichte auf die beiden Spieler (ausführlicher Bericht zur Thematik folgt).

Da die Pipinsrieder bereits auf ihren verletzten Offensivakteur Ati Lushi verzichten mussten, war Improvisation angesagt. Last-Minute-Neuzugang Serhat Imsak wurde auf die Mittelstürmerposition beordert, Pablo Pigl bildete zunächst mit Benny Kauffmann das offensive Mittelfeld, die Dreier-Kette wurde mit Zitzelsberger, Guinari und Fippl gebildet.

Im ersten Spielabschnitt gelang dem Aufsteiger nur wenig im spielerischen Bereich, allerdings waren die Ilmtaler, wenn sie vor dem Gehäuse des guten Club-Keepers Jan Reichert auftauchten, gefährlich. Pablo Pigl, Serhat Imsak und Benny Kauffmann scheiterten in Eins-gegen-Eins-Situationen an Reichert, zudem rutschte die Kugel bei einem Weitschuss von Niko Jesilic sowie bei einem Fast-Eigentor der Nürnberger nur knapp am Gehäuse vorbei.

Robuster Einsatz: Club-Keeper Jan Reichert springt Pablo Pigl (verdeckt) über den Haufen. Mit dabei im Vordergrund der Ex-Pipinsrieder Noel Knothe.

Zwingende Torchancen hatte der Gastgeber hingegen kaum, sieht man von einem Weitschuss, der einen Meter über das Gehäuse ging, und einem weiteren Distanzschuss, der von FCP-Keeper Alex Eiban ohne Mühe im Stehen weggeboxt wurde, ab. Immerhin wussten die Franken durch ihr technisch gutes Spiel speziell durch die Mitte zu gefallen. Vor oder im Strafraum war dann zumeist Feierabend, die Defensive der Pipinsrieder stand gut.

Nachdem der Club kurz nach der Pause auf 2:0 erhöhte, schien die Sache gelaufen zu sein. Doch die Pipinsrieder schalteten endlich ein bis zwei Gänge hoch, scheuten keinen Zweikampf und übernahmen das Kommando. Nach dem glücklichen Anschlusstreffer durch ein Eigentor der Heimmannschaft kamen die Gäste erst so richtig in Fahrt. Auch eine Platzwunde am Kopf von FC-Angreifer Pablo Pigl konnte den FCP nicht stoppen. Angefeuert durch die mitgereisten Fans und die Ersatzbank gelang sieben Minuten vor dem Abpfiff der verdiente Ausgleich durch einen sehenswerten Treffer von Faton Dezmailji. (Bruno Haelke)

Stenogramm

1. FC Nürnberg: Jan Reichert, Benas Satkus, Christopher Wähling (76. Jonas Groß), Tim Latteier (64. Pascal Moll), Tim Sausen (85. David Ismail), Nikola Komljenovic, Linus Rosenlöcher, Mario Suver (90. Damian Herth), Noel Knothe, Tim Steinmetz, Lukas Schleimer

FC Pipinsried: Alex Eiban, Jakob Zitzelsberger, Jannik Fippl, Peter Guinari, Niko Jelisic, Lucas Schraufstetter, Benny Kauffmann, Dominik Wolfsteiner, Faton Dzemailji, Pablo Pigl, Serhat Imsak (66. Marvin Jike)

Schiedsrichter: Christian Dietz

Zuschauer: 177

Tore: 1:0 (28.) – Benas Satkus staubt einen nicht sauber getroffenen Schuss von Lukas Schleimer aus kurzer Distanz ab. 2:0 (48.) – Tohowabohu im Pipinsrieder Strafraum, Benas Satkus köpft die Kugel an den langen Pfosten, Christopher Wähling hat kein Problem, das Leder aus kurzer Distanz einzuschieben. 2:1 (70.) – Eigentor. Linus Rosenlöcher, einer von vier Spielern aus dem Profi-Kader drischt den Ball nach einer Dzemailji-Ecke von rechts am kurzen Pfosten ins eigene Tor. 2:2 (83.) – Faton Dzemailji setzt zu einem Solo auf der linken Seite an. Kein Nürnberger kann ihn stoppen, dann drischt er das Spielgerät aus 20 Metern halblinke Position in die Maschen.

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