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Pipinsried: Einzige Konstante ist die Inkonstanz - Jelisic: „Wir müssen die Umschaltmomente nutzen“

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Genauso verbissen um jeden Ball kämpfen wie im Hinspiel wollen die Augsburger und Pipinsrieder am Samstag.
Genauso verbissen um jeden Ball kämpfen wie im Hinspiel wollen die Augsburger und Pipinsrieder am Samstag. © HAE

Der FC Pipinsried muss zur U 23 nach Augsburg. Der FC konnte in den letzten acht Spielen nur einmal dreifach Punkten. Demnach stehen die Gäste unter Druck.

Pipinsried – Knapp 40 Kilometer Anfahrt zu einem Auswärtsspiel – eine Rarität in der Fußball-Regionalliga Bayern. Der Aufsteiger aus Pipinsried ist da schon einiges mehr gewohnt, so zum Beispiel die 350 Kilometer einfach nach Aschaffenburg – und das unter der Woche.

Da mutiert der Trip am heutigen Samstag zur U 23 des Bundesligisten FC Augsburg (Anpfiff: 14 Uhr) ob der kurzen Anfahrt schon fast zur Kaffeefahrt mit Wohlfühlfaktor. Allerdings müssen sich die Pipinsrieder Kicker auf alles andere einstellen als auf ein Kaffeekränzchen.

Das altehrwürdige Rosenau-Stadion hat schon einiges gesehen und mitgemacht. Zu den Negativ-Erlebnissen gehört sicher auch die 1:2-Niederlage des FCA II am 21. September 2018 gegen den damaligen Liga-Neuling FC Pipinsried. Für die Ilmtaler trafen damals Luis Grassow und Oliver Wargalla ins Schwarze.

Der einzige Spielername von damals, der auch diesmal im Kader eines der beiden Teams auftaucht, ist Marian Knecht. Er wechselte in der Zwischenzeit zwar einmal aus Pipinsried zu Türk Gücü München, kehrte aber zu Beginn der laufenden Serie wieder zurück zu den Gelb-Blauen. Nach seiner langwierigen Schambeinentzündung sah es zunächst so aus, als ob Knecht zeitnah den Sprung zurück in die Mannschaft schaffen könnte. Seit geraumer Zeit fehlt er aber, „aus beruflichen Gründen“, wie Co-Trainer Niko Jelisic zu Protokoll gab.

FC Pipinsried: Chefcoach Andreas Thomas war erkrankt - Co-Trainer Jelisic übernahm die Trainingswoche

Apropos Niko Jelisic: Der Co-Trainer übernahm in der abgelaufenen Woche die Übungseinheiten des erkrankten Chefcoaches Andreas Thomas. Die Wahrscheinlichkeit, dass Thomas am heutigen Nachmittag am Spielfeldrand steht, liege derzeit, so die FCP-Verantwortlichen, bei 50 Prozent.

Verzichten müssen die Pipinsrieder weiter auf ihren Innenverteidiger Jakob Zitzelsberger, der Probleme mit dem Syndesmoseband am Sprunggelenk hat. Ob der Neuzugang aus Eichstätt in diesem Jahr nochmal für den FCP auflaufen kann, steht derzeit in den Sternen.

Verzichten müssen die Pipinsrieder zudem auf die erkrankten Spieler Paolo Cipolla, Albano Gashi und Marvin Jike; fehlen werden zudem Marc Koch und die Rekonvaleszenten Ati Lushi und Tim Greifenegger.

Doch es gibt auch erfreuliche Neuigkeiten für die Fans der Dachauer Landkreis-Kicker: Lucas Schraufstetter steht dem Pipinsrieder Team wieder zur Verfügung.

„Wir müssen die Umschaltmomente nutzen und endlich wieder das Tor treffen. Wir hatten letzte Woche gegen Nürnberg gerade in der ersten Halbzeit sehr gute Chancen, im Abschluss müssen wir besser werden“, fordert Co-Trainer Niko Jelisic vom Team. Der Thomas-Vertreter gibt die Marschrichtung vor: „Wir dürfen nicht zu passiv agieren.“

Nach sechs Niederlagen in den letzten sieben Spielen ist der Vorsprung auf den Tabellenkeller nach dem guten Saisonstart weitestgehend verspielt worden. Warum die Mannschaft gegen die „Großen“ der Liga gute bis sehr gute Leistungen zeigt, aber gegen die Teams auf Augenhöhe nur selten etwas zustande bekommt, ist allen beteiligten ein Rätsel. Fakt ist: Wenn in der Mannschaft nicht alle einhundert Prozent geben, reicht es für einen Sieg nicht.

FC Pipinsried: Spieler geben nicht immer alles gegen vermeintlich „kleiner Gegner“

Gegen die vermeintlich „Kleinen“ geben augenscheinlich einige Pipinsrieder Spieler, vielleicht unbewusst, nicht alles. Dies führt dann zu taktischen Mängeln, die von den Gegnern gnadenlos bestraft werden. In diesem Punkt ist die sportliche Leitung der Pipinsrieder gefordert, sie muss den Spielern mit deutlichen Worten den Weg aufzeigen.

In der Rosenau treffen Jelisic & Co. auf einen Gegner, der sich im Laufe der Saison prächtig entwickelt hat. Das Hinspiel hat der FC Pipinsried gegen den Nachwuchs des Bundesligisten zwar mit 3:1 gewonnen, allerdings hatten die Ilmtaler damals auch jede Menge „Spielglück“, wie es der FCP-Trainer Andreas Thomas nach dem Spiel formulierte.

Mit Fortuna Frieden geschlossen hat das Team von FCA-Trainer Josef Steinberger im weiteren Verlauf der Saison. Der aus Memmingen gekommene Stürmer Marco Nickel hat sich langsam eingewöhnt, er trifft nun regelmäßig. Kopf der Mannschaft ist Hendrik Hofgärtner, der Mittelfeldspieler zieht die Fäden im Spiel der U 23 des Bundesligisten. Hin und wieder kommt auch der Dachauer Tim Civeja zum Einsatz, er hat es allerdings auch schon in den Kader des Bundesligisten geschafft.

In den kommenden vier Wochen treffen die Pipinsrieder zudem noch auf die Mannschaften aus Heimstetten, Eltersdorf, Rosenheim, Eichstätt und Memmingen – alles Teams Marke „Augenhöhe“. Da hätten die FCP-Akteure die Gelegenheit, sich ins Mittelfeld der Tabelle abzusetzen. Wird diese Möglichkeit nicht genutzt, steht dem FCP ein ungemütliches Jahr 2022 in Haus. (BRUNO HAELKE)

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