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FCP will direkte Abstiegsplätze verlassen

Pipinsried gegen Garching: Kelmendi-Bruderduell im Abstiegskampf

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Zwei Siege in vier Tagen – und der FC Pipinsried mischt wieder mit im Kampf gegen den Abstieg aus der Fußball-Regionalliga. Zunächst kommst es am heutigen Samstag um 14 Uhr in der Pipinsrieder NAT-Arena an der Reichertshauser Straße zum Heimspiel gegen den VfR Garching.

Am kommenden Dienstag, 2. April, um 17.45 Uhr gibt der vom Ex-Pipinsrieder Trainer Tobi Strobl gecoachte FC Ingolstadt II seine Visitenkarte im Ilmtal ab. Pipinsried muss gegen Garching auf seinen Spielertrainer Fabian Hürzeler verzichten, er ist wegen seiner zehnten gelben Karte gesperrt. Hürzeler wird zusammen mit Marcel Richter die Mannschaft von außen coachen.

Und noch eine Hiobsbotschaft störte die Vorbereitung des FCP auf die beiden anstehenden richtungsweisenden Begegnungen: Am vergangenen Dienstag verletzte sich im Training Stürmer Kasim Rabihic am Oberschenkel. An weitere Übungseinheiten war für den Rest der Woche nicht zu denken, ob der drittbeste Torjäger der Liga seinem Team am Samstag zur Verfügung stehen wird, ist fraglich.

Entschieden wird der Kampf um den Klassenerhalt an diesem Wochenende nicht, aber es kann durchaus zu einer Vorentscheidung kommen. Der Tabellenletzte FC Pipinsried erwartet mit dem VfR Garching jenes Team, das momentan den ersten Nichtabstiegsplatz belegt. Der FCP hat derzeit 22 Punkte auf seinem Konto, der Gast aus Garching 26. Verliert das Team aus dem Dachauer Hinterland auch diese Partie, dann sinken die Chancen auf ein Happy-End gen Null – und der Gast aus Garching ist erstmal raus aus dem gröbsten Schlammassel. Gewinnt allerdings der FCP, dann ist werden die Karten in der unteren Tabellenregion komplett neu gemischt. Heimstetten (23 Punkte), Rosenheim (24) und der FC Augsburg II (25) befinden sich in Reichweite der Gelb-Blauen aus dem Ilmtal.

Auf dem Feld werden sich, so sie aufgestellt werden, die beiden Kelmendi-Brüder treffen. Arijanit ist der ältere und kickt für Pipinsried, sein Bruder Lirim schnürt für Garching die Stiefel. Der Weg der beiden Brüder ist so unterschiedlich wie ihr äußeres Erscheinungsbild. Arijanit ist ein Jahr älter und etwa eineinhalb Köpfe größer, der ein Jahr jüngere Lirim hingegen hatte lange in Sachen Fußball die Nase vorn. Bis zur U 12 spielten beide gemeinsam beim TSV Mindelheim, dort fiel Lirim über diverse Auswahlmannschaften den Scouts des TSV 1860 München. Er war später Stammkraft in den Bundesliga-Mannschaften U 17 und U 19 der Löwen, bevor ihn der Weg von der Regionalliga-Mannschaft TSV 1860 II zum Ligakonkurrenten Garching führte.

„Wir hatten zwei verschiedene Laufbahnen, Lirim die privilegiertere Karriere eingeschlagen“, sagt Arijanit Kelmendi. Sein Weg führte über die Jugend des TSV Forstenried zum Landesligisten FC Deisenhofen und dann in die Bayernliga zum FC Unterföhring, mit dem er in die Regionalliga aufstieg. Nach dem Abstieg des FCU in die Bayernliga wechselte Arijanit zum FC Pipinsried.

„Taktisch war er der bessere“, sagt Lirim Kelmendi über seinen großen Bruder, „meine Stärken sind mehr die Schnelligkeit und der Zweikampf.“

Das Match Pipinsried gegen Garching ist aber auch ein Duell der Trainer. Fabian Hürzeler gilt mit 26 Jahren als einer der talentiertesten jungen Übungsleiter Deutschlands. Auf der anderen Seite steht mit Daniel Weber ein Trainerfuchs, der weit über die Grenzen Bayerns hinaus einen sehr guten Ruf genießt.

Für Weber wird es der letzte Auftritt als Coach des VfR Garching beim FC Pipinsried sein, denn nach der Saison gibt er aus privaten Gründen sein Amt ab.

Es wird also einmal mehr eine Taktikschlacht, für die sich die beiden Übungsleiter sicherlich etwas besonderes einfallen lassen werden.

Für beide Teams gilt aber auch in erster Linie: Verlieren verboten. Entsprechend wird die Defensive gestärkt werden. Das hat der Gastgeber auch dringend nötig, denn mit bisher 56 Gegentoren ist der FC Pipinsried die Schießbude der Liga. Allerdings hat der heutige Gegner das Toreschießen nicht erfunden; mit derzeit 29 erzielten Treffern ist die Mannschaft um VfR-Kapitän Dennis Niebauer nur ein klein wenig gefährlicher als Statistik-Schlusslicht TSV Rosenheim, das es bisher gerade einmal auf 21 Tore gebracht hat.

Böse Zungen prophezeien, es werde das Duell Not gegen Elend. Dass dem aber nicht so sein muss, das haben beide Teams in dieser Saison schon mehrfach gezeigt. In der vergangenen Woche kassierte Garching erst in der Nachspielzeit den Ausgleichs gegen den FC Ingolstadt II. Und dass der FC Pipinsried aufdrehen kann, bewies er u.a. beim 5:0 gegen Schweinfurt 05.

Zudem haben fast alle Heimspiele der Hürzeler-Elf einen hohen Unterhaltungswert, denn bis auf einmal – beim 0:0-Unentschieden gegen Nürnberg – sind immer Tore gefallen.

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