Gregor-Märkl-Grundschule
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Wie sich die Ganztagsbetreuung an der Gregor-Märkl-Grundschule gestalten könnte und ob Vorleistungen zu erbringen sind, wollen die Röhrmooser Gemeinderäte vom Schulrat erfahren.

Antrag der Freien Wähler in Röhrmoos: Gemeinde muss sich auf 2025 vorbereiten

Ganztagsbetreuung rückt näher

Röhrmoos – Die Freien Wähler von Röhrmoos haben Anfang März schriftlich bei Bürgermeister Dieter Kugler (CSU) angeklopft und hinsichtlich Erweiterung der Kinderbetreuung nach einem Konzept für die Ganztagsschule angefragt. In diesem Antrag verwies der Freie-Wähler-Ortsvorsitzende und Gemeinderat Günter Bakomenko auf Regelungen im Koalitionsvertrag der Bundesregierung, wonach ab dem Jahr 2025 jedes Grundschulkind eine verlässliche Betreuung auch nachmittags erhalten soll.

Vorgesehen sei unter anderem, dass Grundschulkinder von der ersten bis zur vierten Klasse einen Anspruch von acht Stunden pro Tag bekommen sollen. Die Umsetzung soll im Jahr 2025 beginnen, in den darauf folgenden Jahren sollen die weiteren Klassenstufen folgen. Der Anspruch auf Ganztagsbetreuung soll auch in den Schulferien gelten, es können aber Schließungszeiten von vier Wochen möglich sein.

Als jetzt der Freie-Wähler-Antrag im Gemeinderat behandelt wurde, erklärte der Bürgermeister: „Bisher sind entsprechende gesetzliche Regelungen noch nicht vorhanden. Nachdem noch keine Rahmenbedingungen vorliegen, wäre es aus Sicht der Verwaltung sinnvoll, die entsprechenden Regelungen abzuwarten. Gerade im Zuwendungsbereich wäre es förderschädlich, wenn bestimmte Maßnahmen vorab umgesetzt würden“.

Auch in einem Gespräch auf Bürgermeisterebene mit Vertretern des Bayerischen Gemeindetages sei die Thematik der künftigen Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder angesprochen worden. „Dabei wurde die Empfehlung ausgesprochen, erst die künftigen Regelungen abzuwarten. Eine Umsetzung wird über das jeweilige zuständige Bundesland in die Wege geleitet, wenn vom Bund der entsprechende Rahmen beschlossen wurde“, unterstrich Kugler.

Mit diesen Ausführungen wollte sich aber Bakomenko keinesfalls zufrieden geben. Vielmehr betonte er, dass man sich gar nicht zu früh mit dem Thema Ganztagsbetreuung befassen könne. Das zeige sich schon beim Engpass im Röhrmooser Hortbereich. Starke Kindergartenjahrgänge würden in ein bis zwei Jahren in die Grundschule wechseln. Nicht umsonst würden Nachbargemeinden wie Schwabhausen, Petershausen, Weichs und Altomünster schon Betreuung anbieten.

Bakomenko geht von einem gewissen Prozess aus, währenddessen man zumindest Informationen einholen und an Eltern und andere Beteiligte weitergeben sollte. „Welche Form der Betreuung es am Ende sein wird, wissen wir jetzt noch nicht. Aber warum sollte man nicht mit Bürgermeistern und Schulleitungen sprechen, die bereits Erfahrungen gesammelt haben. Nichts anderes steht in unserem Antrag, wir wollen weder ein Grundstück kaufen noch einen Bauauftrag vergeben“, erklärte Bakomenko.

Er forderte zudem den Gemeinderat auf, sich schon mal Gedanken zu machen, damit man schnell reagieren könne, wenn die Rahmenbedingungen feststehen. „Denn wir werden nicht die einzige Gemeinde sein, die 2025 einen Antrag auf Förderung stellen wird. Manche werden vorbereitet sein, manche eben nicht.“ Deshalb lehnte es Bakomenko ab, wie im Beschlussvorschlag vorgesehen, die Behandlung seines Antrags zurückzustellen.

Unterstützung bekam er von seinem Fraktionskollegen Georg Niederschweiberer und von SPD-Gemeinderat Wolfgang Götz. Während sich Niederschweiberer dafür aussprach, in einem Konzept früh genug die Schulleitung einzubeziehen und Erziehungspartnerschaften weiterzuführen, kam von Götz der Hinweis, dass pädagogische Betreuung für die Kinder immer wichtiger werde. Schon allein deshalb sei es wichtig, sich früh genug über entsprechende Möglichkeiten bei den Nachbargemeinden zu informieren.

Andreas Humbs (Grüne) bedauerte, erst vier Tage vor der Sitzung alle wichtigen Dokumente zum Thema Ganztagsbetreuung von der Verwaltung erhalten zu haben. Weil es im Röhrmooser Gemeinderat immerhin elf neue Ratsmitglieder gibt, meinte Vize-Bürgermeister Arthur Stein (Grüne), dass es nicht schaden würde, wenn der Schulrat zu Fragen der Ganztagsbetreuung vor dem Gemeindeparlament Rede und Antwort stehen würde. Man dürfe den Antrag der Freien Wähler nicht auf den St.-Nimmerleins-Tag verschieben. So beauftragte der Gemeinderat schließlich einstimmig die Verwaltung, zu versuchen, den Schulrat für ein informatives, klärendes Gespräch in einer Gemeinderatssitzung zu gewinnen.

Josef Ostermair

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