Italo-Joker bringen die Eintracht auf Kurs

- TSV Karlsfeld besiegt den TSV Grünwald durch ein spätes Lombardi-Tor doch noch mit 1:0. Es war die schönste Szene des Matches - und sie war spielentscheidend.

Eine Blitzkombination der Eintracht, an der auch die beiden in der Pause eingewechselten Italo-Joker Lui Marseglia und Michele Lombardi beteiligt waren, bescherte dem Bezirksoberliga-Aufsteiger vom Sportpark Jahnstraße einen Dreier in einem typischen 0:0-Spiel. "Das war auch schon das einzig Sehenswerte in diesen 90 Minuten", bestätigt Eintracht-Pressesprecher Sepp Helfer. "Aber was soll's, in ein paar Tagen fragt keiner mehr danach, wie dieser Sieg zustande gekommen ist."

Über weite Strecken präsentierten sich die ersatzgeschwächt angetretenen Karlsfelder genauso orientierungslos wie jener Schwanen-Schwarm, der nach der Pause mehrmals das Eintracht-Sportgelände überflog, um dann, unter lautem Schwanengesang, endlich den Weg in Richtung Süden einzuschlagen. "Die haben kurz vorm Flughafen gewendet, weil's gemerkt haben, dass sie falsch fliegen", meinte TSV-Stadionsprecher Horst Jungwirth trocken, als die gen Norden entfleuchten Vögel plötzlich wieder auftauchten, um dann südwärts abzuziehen. Und da die Grünwalder mit dem Ball genauso wenig anzufangen wussten wie die Kicker des Gastgebers, plätscherte die Partie an einem trüben Novembertag lange ereignislos vor sich hin. "Heit' ist's irgendwie fad'", meinte Eintracht-Fan Fonse Kölbl, als wieder einmal ein Angriff der nicht so zielstrebig wie in den Wochen zuvor agierenden Karlsfelder Mannschaft im Nirvana verpuffte. Umso größer war die Freude der tapfer durchhaltenden Zuschauer, als die in der Pause eingewechselten Karlsfelder Joker spät, aber eben nicht zu spät, doch noch stachen.

Auch der Karlsfelder Spielertrainer Stefan Hofer, der wegen anhaltender Leistenprobleme mal wieder eine Pause einlegte, zeigte sich mit dem Ergebnis, nicht aber mit dem Spiel seiner Elf zufrieden: "Das war keine Glanzleistung, aber auch solche Spiele muss man erstmal gewinnen."

Belebend wirkte sich die Einwechslung der in der ersten Halbzeit auf der Bank schmorenden Lui Marseglia und Michele Lombardi aus. Ohne echten Spielgestalter wirkten die Karlsfelder im ersten Durchgang nicht zielstrebig genug; zwischen Abwehr und Angriff klaffte ein Riesenloch, das weder vom links verhungernden Domenico Tanzillo noch vom rechts indisponiert agierenden Fabian Schäffer gestopft werden konnte.

Bis auf eine Ausnahme durfte jene Karlsfelder Elf ran, die eine Woche zuvor beim Tabellenführer Unterföhring ein 1:1 erkämpft hatte. Im Tor stand allerdings Ergin Soner, denn Florian Hartl hatte schon beim Clubabend am Donnerstag erfahren, dass er wg. Rotation wieder auf die Bank muss. Neben Christoph Biberger fehlte auch Marius Eugler. Wann er nach einer Elektrotheraphie an der Patellasehne wieder trainieren darf, ist offen.

TSV Eintracht Karlsfeld - TSV Grünwald 1:0 (0:0): Karlsfeld: Soner, Grohmann, Mereu, Hasala, Härer, A. Lombardi (46. M. Lombardi), Schiller, Schäffer, Shannik, Tanzillo, Zepeda (46. Marseglia) Grünwald: Herz, Baum, Klein (86. Simic), Kluge, Summerer, Vötter, Niemeyer (80. Chruszcz), Kubina, Smith, Samweber, Özdemir Schiedsrichter: Andreas Kornblum (TSV Chieming) Zuschauer: 90 Tor: 1:0 (83.) - Der von Fabian Schäffer angespielte Lui Marseglia leitet die Kugel direkt zum durchgestarteten Mounir Shannik weiter. Der Eintracht-Stürmer sieht, dass Michele Lombardi noch besser steht als er, also schiebt er den Ball quer zum mitgelaufenen Regisseur, der den Ball aus 17 Metern genau ins rechte Kreuzeck schlenzt.

rolf gercke

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