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Maxi Bergner schoss den ASV früh in Führung.

Fußball

ASV Dachau verspielt 2:0-Pausenführung

  • vonMoritz Stalter
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Der ASV Dachau hat die Qualifikation zur ersten Hauptrunde des Toto-Pokals 2020/21 verpasst. Im Duell mit dem Landesligarivalen SpVgg Landshut kassierten die Stadtwälder trotz zweimaliger Zwei-Tore-Führung eine 3:4-Niederlage.

Die Dachauer gingen die Aufgabe im Pokal-Wettbewerb, der 1947 erstmals und seit 1998 wieder jährlich ausgetragen wurde, ernsthaft an. „Wir brauchen Erfolgserlebnisse. Von denen, die fit waren und auflaufen konnten, hat die beste Elf gespielt“, sagte ASV-Trainer Bernhard Ahammer. Zu dieser Startformation gehörte Thomas Rieger, der nach einer Viertelstunde die Riesenchance auf das 1:0 hatte, seinen Kopfball aus kurzer Distanz aber knapp am Tor vorbei setzte. Wenig später verhinderte auf der Gegenseite ASV-Torhüter Korbinian Dietrich gegen Kenneth Sigl den Rückstand.

Nach etwa 20 Minuten hatten die Dachauer ihre anfänglichen Probleme mit den langen Diagonalbällen der „Spiele“ bewältigt. Und vorne profitierten sie von einem Fehler der Gästeverteidiger, der sich den Ball von Andreas Roth klauen ließ. Roth passte daraufhin auf Maximilian Bergner, der vor SpVgg-Torhüter Stefan Schmid an den Ball kam und zum 1:0 einschob (21. Minute). Ahammer gefiel, was er von seiner Mannschaft sah. „Wir haben das Spiel in bestimmten Zonen eng gemacht, auf Fehler gelauert und dann schnell umgeschaltet“, so der ASV-Trainer. Und weiter: „Beim 1:0 haben wir das sehr gut umgesetzt.“ Seine Laune wurde kurz darauf noch besser, als Christoph Krüger im Strafraum den Körper rein stellte und von einem Landshuter umgerissen wurde. Roth schnappte sich den Ball und verwandelte den Elfer sicher zum 2:0 (25.).

Die Gäste hatten vor der Pause noch eine gute Aktion durch Youngster Sigl, der auffälligste Offensivakteur der Gäste in Halbzeit eins verzog aber knapp. „Wir haben nur zwei Chancen zugelassen. Die Führung zur Halbzeit war verdient“, bilanzierte Ahammer. Seine Mannschaft kam gut aus der Kabine und war bis zur 50. Minute voll im Spiel. Eine gute Grundlage, um das die Gäste nicht aufkommen zu lassen. Doch dann machte der ASV den Gegner stark. Aus einer harmlosen Situation resultierte eine Ecke, die Marcus Plomer zum 2:1 über die Linie köpfte (51.). Die „Spiele“ reagierte euphorisch, spielte aggressiv und lief die Dachauer so an, dass ein geordneter Spielaufbau beim ASV nicht mehr möglich war.

Die Heimelf konnte sich nur noch selten befreien, doch dann traf Krüger nach einer Ecke per 18-Meter-Dropkick in den Winkel (63.). Für Trainer Ahammer kam das Traumtor Krügers „aus dem Nichts, aber genau zum richtigen Zeitpunkt.“ Plötzlich hatte der ASV wieder beste Chancen auf das Weiterkommen. Da sieben Minuten später Robin Justvan nach einer Standardsituation den Ball über die Linie drückte, wurde die Partie wieder eng. Bei den Dachauern zeigte der Anschlusstreffer Wirkung: Die Verunsicherung wuchs, die Kräfte schwanden. Und die Heimelf gab das Spiel noch aus der Hand. Vincent Ketzer schloss nach einem Pass in die Schnittstelle eiskalt zum Ausgleich ab (79.) und Florentin Seferi erzielte per Abstauber das 3:4 (81.). Bei Dachau ging danach nichts mehr. „Das war ärgerlich, weil wir in der ersten Halbzeit gut waren, alle vier Gegentore aber durch individuelle Fehler oder Zuordnungsprobleme begünstigt haben“, so Ahammer über die Gründe für das Aus in der Quali. Wichtiger ist für den ASV zwar der Klassenerhalt, doch über den Pokal hätte sich der Tabellensiebzehnte der Landesliga Südost Spielpraxis und Selbstvertrauen holen können; diese Chance fällt nun weg.

Stenogramm

ASV Dachau - SpVgg Landshut 3:4 (2:0)

ASV Dachau: Korbinian Dietrich, Fabian Liedl, Korbinian Beck, Milos Kobilarov, Zvonimir Kulic, Thomas Rieger, Sebastian Mack, Leon Schleich, Maximilian Bergner, Andreas Roth, Christoph Krüger – Christian Roth, Miridon Rexhepi, Tobias Erl, Jonas Dworsky

SpVgg Landshut: Stefan Schmid, Robin Oswald, Robin Justvan, Kenneth Sigl, Burim Zekaj, Vincent Ketzer, Jerome Faye, Patrick Sudol, Marcus Plomer, Johannes Zettl, Alexander Hagl – Florentin Seferi, Daniel Kernstein, Altin Avdyli.

Schiedsrichter: Silas Kempf

Zuschauer: 100

Tore: 1:0 (21.) – Maximilian Bergner. 2:0 (25.) Andreas Roth (Elfmeter). 2:1 (51.) – Marcus Plomer. 3:1 (63.) – Christoph Krüger. 3:2 (70.) – Robis Justvan. 3:3 (79.) – Vincent Ketzer. 3:4 (81.) – Florentin Seferi.

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