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Ein Bild mit Symbolcharakter: Christian Doll & Co. sahen gegen Lukas Göttle und dessen Landsberger Kollegen kein Land.

Stumpfe Spitzen und murrende Fans

Landsberg schießt 1865 endgültig in die Tristesse: Breuer fliegt und Dachau verliert

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Der Baum brennt – lichterloh. Nach der 0:1-Heimpleite gegen den TSV 1882 Landsberg lagen an der Jahnstraße die Nerven blank.

VON ROBERT OHL

Dachau – Die immer kleiner werdende Fangemeinde des TSV 1865 Dachau sparte nach der Niederlage nicht mit giftigen, teilweise vor Sarkasmus triefenden Kommentaren.

So gab nach dem Schlusspfiff sogar Stadionsprecher Klaus Hübl den 65-Spielern, die vollkommen frustriert in die Kabine eilten, einen guten Rat mit auf den Weg: „Für einen Sieg sollte man schon ein bisschen besser spielen.“ Ein langjähriger TSV-Anhänger fügte grummelnd hinzu: „Ein bisschen langt hier wohl nicht mehr, das war unterirdisch.“

In kleinen Gruppen wurde intensiv diskutiert, viele Dachauer Zuschauer wunderten sich, warum „immer der gleiche Stiefel gespielt wird, egal, ob man vorne oder hinten ist.“ Andere meinten, dass „seit Wochen die schlechtesten drei Spieler immer wieder auflaufen dürfen und andere keine Chance bekommen.“

Die Verantwortlichen sehen das ganz anders, zur Halbzeit meinte 1865-Fußballboss Ugur Alkan: „Ich sehe kein schlechtes Spiel von unserem Team, aber es fehlt eben auch mal das Glück, ein Tor zu erzielen.“

Fakt ist, dass die Dachauer in der ersten Halbzeit zwei sogenannte Hundertprozentige hatten, diese aber wurden wieder einmal schon fast kläglich vergeben. Somit ist die Lamotte-Elf im Abstiegskampf angekommen, es ist also genau das passiert, was man an der Jahnstraße unbedingt vermeiden wollte.

Die Landsberger, die mit dem ehemaligen 1865-Spieler Florian Mayer (Saison 2012/2013) antraten, legten los wie die Feuerwehr, sie zelebrierten in den ersten zehn Minuten ein gnadenloses Pressing. Damit hatten die Dachauer erhebliche Probleme, sie schafften es nur selten, eigene Angriffe vernünftig aufzubauen. Und als die Hausherren in der 23. Minute dann auch noch das 0:1 durch Alessandro Mulas kassierten, der am 65-Keeper Maximilian Mayer vorbeikam und aus sechs Metern einlochte, wurde die Aufgabe noch anspruchsvoller. Nur eine Minute vor seinem Treffer hatte Mulas nach einem kapitalen Abwehrfehler von Alexander Weiser schon eine erste dicke Chance auf dem Fuß, die aber von Mayer stark vereitelt wurde. Die beste Dachauer Chance in der ersten halben Stunde hatte Mario Maric, der nach einer Flanke von Sebastian Brey drei Meter vor dem Tor stehend im Abschluss versagte. Noch schlechter machte es in der 33. Minute Dachaus Flügelflitzer Ryosuke Kikuchi, anstatt den Ball aus fünf Metern überlegt in das leere Tor zu schieben donnerte er drauflos als gäbe es kein Morgen mehr. Das Resultat: die Kugel knallte an den Außenpfosten und von dort ins Toraus (30.). Auch in dieser Szene kam die Vorlage vom gut spielenden Sebastian Brey, der sich mal wieder auf der rechten Außenbahn durchgesetzt hatte. Mit dem Halbzeitpfiff jagte dann noch Alexander Weiser den Ball nach einem Freistoß von Christian Doll überhastet in die Wolken.

Die zweite Spielhälfte begann für die Hausherren mit einem weiteren Tiefschlag, Felix Breuer, der den stärksten Landsberger Andreas Fülla wieder einmal nur mit einem Foul bremsen konnte, sah in Minute 54 die Ampelkarte und wurde so frühzeitig zum Duschen geschickt.

Erstaunlich war dann, dass die Lamotte-Elf in Unterzahl keine größeren Probleme bekam, nun versuchten die 65-Kicker wirklich alles, um das 1:1 zu erzielen.

Ein bisschen Leben in die Bude brachte der Dachauer Robin Volland, der in der 65. Minute für den blassen Christian Doll eingewechselt wurde. Der Bruder des Leverkusener Bundesligastars kam in der 75. und in der 80. Minute zu zwei dicken Chancen, aber auch er schaffte es nicht, den erlösenden Ausgleichstreffer zu erzielen.

Das letzte Wort hatten dan aber doch die Gäste aus Landsberg, Matchwinner Alessandro Mulas scheiterte Sekunden vor dem Abpfiff mit einem Kopfball aus fünf Metern am wieder einmal glänzend reagierenden Dachauer Keeper Maximilian Mayer.

Dachaus Spielertrainer Fabian Lamotte sagte gleich nach dem Schlusspfiff nicht viel, er brauchte einige Minute, um das Erlebte zu verdauen. Dann stellte er fest: „Mit zehn Mann ist es sehr schwer, solch ein Spiel zu drehen. Wir schwächen uns wieder einmal selbst, obwohl genau das in der Halbzeitpause angesprochen worden ist. Landsberg war nicht besser als wir, aber unsere Torausbeute ist seit Wochen ein Riesenproblem. Wir haben auch gegen Landsberg wieder einige wirklich gute Chancen vergeben – und deshalb verlieren wir das Spiel.“

Stenogramm

TSV 1865 Dachau - TSV 1882 Landsberg 0:1 (0:1)

TSV 1865 Dachau: Maximilian Mayer, Felix Breuer, Fabian Lamotte, Alexander Weiser, Alexander Weiss, Dominik Schäffer, Sebastian Brey, Mario Maric (56. Thomas Ettenberger), Christian Doll (65. Robin Volland), Hüseyin Ceker, Ryosuke Kikuchi (81. Nickoy Ricter)

TSV 1882 Landsberg: Patrick Rösch, Sebastian Bonfert (86. Rainer Storhas), Martin Hennebach, Felix Mailänder (75. Sören Göbel), Alessandro Mulas, Philipp Siegwart, Julian Birkner, Florian Mayer, Lukas Göttle, Andreas Fülla, Maximilian Holdenrieder (69. Jonas Meichelböck)

Schiedsrichter: Florian Fleischmann

Zuschauer: 80

Gelb-Rote Karte: Felix Breuer (54.)

Tore: 0:1 (25.) – Alessandro Mulas.

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