1:5 mit dem letzten Aufgebot

- Jetzt gehen der Eintracht auch noch die Leute aus. Nachdem Youngster Serkan Ergin, er war direkt von der Spätschicht nach Moosinning geeilt, eingewechselt worden war, saß mit Fredi Ebenhöh nur noch der AH-Keeper auf der Karlsfelder Bank. "Wenn sich noch ein Spieler verletzt hätte, hätte Fredi als Feldspieler ran gemusst", erzählt Alex Plabst, der leidgeprüfte Coach des Bezirksligisten aus Karlsfeld. Der ebenfalls angeschlagene Spielertrainer der Eintracht hatte eigentlich mit einem Einsatz spekuliert, doch nach mehreren Absagen am Spieltag war ihm das Risiko dann doch zu groß.

 "Ich will nächste Woche im Auswärtsspiel beim SV Nord unbedingt dabei sein; wenn ich auch noch ausfallen würde, dann bekämen wir unter Umständen nicht einmal elf Mann zusammen", so Plabst, der der seit Monaten anhaltenden Pechsträhne der Eintracht mit einer großen Portion Fatalismus begegnet. "Es hat sich einfach alles gegen uns verschworen. Ausfälle ohne Ende, unglückliche Gegentore, umstrittene Schiedsrichterentscheidungen - und dann fehlt uns bei den eigenen Chancen auch noch das nötige Quäntchen Glück." So trafen beim Stande von 2:0 für Moosinning innerhalb von 120 Sekunden gleich drei Karlsfelder aus kürzester Distanz nicht ins Tor. Plabst: "Luigi Marseglia, Baris Yalcin und Stefan Hasala hätten uns wieder ins Spiel bringen können, ja: müssen, aber es ist einfach wie verhext. Auch diese drei ,Toten" haben wir nicht verwerten können."

 Obwohl erst wenige Stunden vor dem Spiel mit den grippekranken Sven Hochleitner und Salvatore Mereu zwei weitere Stammspieler hatten absagen müssen, legten die Karlsfelder in Moosinning munter los. "Wir waren in der ersten 25 Minuten das bessere Team, sind dann aber durch einen unglücklichen Abpraller und ein klares Abseitstor in Rückstand geraten", ärgert sich Plabst. Es folgten die erwähnten drei Großchancen für den Gast, die allesamt nicht genutzt werden konnten. "Als dann Moosinning kurz vor der Pause noch zweimal nachlegen konnte, waren wir natürlich angeschlagen - aber resigniert hat niemand", so Plabst, der seinen Spieler keinen Vorwurf machen wollte. "Wie sich beispielsweise der junge Marseglia reingehängt hat, das war beeindruckend. Man hat gesehen, dass die Mannschaft noch nicht tot ist; was uns fehlt, ist Glück und ein größerer Kader."

 Den soll es nach der Winterpause geben. Jens Feix hat zwar aus beruflichen Gründen absagen müssen, aber mit Marcus Stegmann, er hat schon unterschrieben, und Alex Krempl, er soll in dieser Woche verpflichtet werden, stehen zwei Neuzugänge bereits fest. "Ein , zwei Leute wollen wir zusätzlich noch holen, sonst wird es schwer werden, den Anschluss ans hintere Mittelfeld tatsächlich noch einml herzustellen", weiß Plabst. "Unmöglich ist das aber nicht, vorausgesetzt, wir absolvieren eine konzentrierte Vorbereitungsphase und haben im Frühjahr ein wenig mehr Fortune als in diesem trüben Herbst."

 Ihr letztes Punktspiel im Jahr 2002 bestreitet die Karlsfelder Eintracht am kommenden Wochenende - sofern es das Wetter zulässt. Um 14.30 Uhr tritt sie am Sonntag beim SV Nord-Lerchenau an, der in der Vorrunde bei der Eintracht mit seinem letzten Aufgebot ein 0:0 erreicht hat. "Wir müssen dort punkten, um die Chancen auf den Relegationsplatz oder sogar einen Nichtabstiegsplatz zu wahren", betont der Karlsfelder Coach. 

 

FC Moosinning - TSV Eintracht Karlsfeld 5:1 (4:0):
Karlsfeld: Hartl, Grippo, Hasala, Demus, Eugler (46. Ergin), Schiller, Yalcin, Hofer, Marseglia, Klose, Lombardi.
Schiedsrichter: Hans Kroll (Ingolstadt).
Zuschauer: 150.
Gelbe Karten: 1 x Moosinning - 2 x Karlsfeld (Lombardi, Hasala).
Gelb-Rote Karte: Stefan Hasala (90.+2).
Tore: 1:0 (30.) - Ball wuchtet das gleichnamige Spielgerät aus 20 Metern in Richtung Karlsfelder Tor. Von der Ferse des Eintracht-Verteidigers Marius Eugler prallt die Kugel, unhaltbar für den Gästekeeper Florian Hartl, ins Netz des TSV-Tores; 2:0 (36.) - Christoph Ball schließt ein Solo, das er allerdings aus stark abseitsverdächtiger Position gestartet hat, erfolgreich ab; 3:0 (40.) - Marc Hennig verwandelt einen Freistoß aus 20 Metern direkt; 4:0 (43.) - Eine von Sepp Schmid vor das Karlsfelder Tor gezogene Freistoß-Flanke wird immer länger, der vom Wind getriebene Ball landet zur Verwunderung der Zuschauer genau im langen Eck; 4:1 (62.) - Eintracht-Joker Serkan Ergin trifft nach einem Klose-Pass ins Eck; 5:1 (90.) - Christian Wieland verwandelt einen von Stefan Hasala an Zeljko Budisa verursachten Foulelfmeter.



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