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Will vorangehen: Stephan Thee beim FC Pipinsried. 

Ex-Drittliga-Spieler neuer Kapitän beim FCP

Stephan Thee vom FC Pipinsried: „Haben sehr gutes Gerüst"

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Der 30-jährige Defensivspezialist Stephan Thee, der bereits in der 3. Liga beim VfL Osnabrück, dem SV Wacker Burghausen und der SpVgg Unterhaching aktiv war, ist neuer Kapitän beim FC Pipinsried.

Stephan Thee kam mit Pablo Pigl und Christoph Resch vom SV Türkgücü München ins beschauliche Dachauer Hinterland. In der Jugend kickte Thee bei der SpVgg Unterhaching.

Herr Thee, wie kommt ein gestandener Drittligaspieler wie Sie nach Pipinsried?

Es ist der Zahn der Zeit, man wird nicht jünger (lacht). In Osnabrück hatte ich zwei schöne Jahre. Allerdings habe ich da im zweiten Jahr nicht mehr viel gespielt. Auch wenn man in der 3. Liga spielt, man muss danach trotzdem arbeiten. So mit Mitte 20 habe ich mir dann überlegt, ob ich nochmal zwei Jahre irgendwo in der 3. Liga angreife, dann bin ich 30, dann wird es auch schwierig mit dem Berufseinstieg. Da ich heimatverbunden bin, hat es mich wieder nach München gezogen. Ich hatte eine Zusage von der Polizei, dass ich dort anfangen kann. Dann habe ich das Angebot von Buchbach bekommen, habe dort eineinhalb Jahre gespielt. Als es dann mit der Polizei losging, hat mich Andy Pummer angerufen, als Türkgücü München in der Landesliga gespielt hat. Da war der Aufwand natürlich geringer und, plus, den Andy kenne ich schon lange, er ist neben dem Yilmaz mein bester Freund. Beide haben fast jeden Tag angerufen. Dann habe ich zugesagt, außerdem wollte ich sehen, wie es mit dem Beruf geht, der Vorrang hat. Jetzt war es ja so, dass Türkgücü auf Profitum umgestellt hat. Dann war es für mich klar, dass das zeitlich nicht funktioniert. Ich habe eine 40-Stunden-Woche bei der Polizei, fahre jetzt in der Früh nach Dachau zur Bepo, dann Abends weiter nach Pipinsried.

Haben Sie schon einige Besonderheiten des FC Pipinsried kennengelernt?

Ich kenne Pipinsried. Das letzte Mal als ich hier war, war das mit Unterhaching, aber da war ich sogar noch verletzt. Es ist also schon sehr lange her. Jetzt habe ich Pipinsried natürlich erstmal kennengelernt durch Roman Plesche und Uli Bergmann. Roman hat sich sehr um mich bemüht, wir haben uns oft getroffen. Er hat mich da in vieles einbezogen, auch was die Kaderplanung betrifft, welche Charaktere zueinander passen. Ich musste nicht raus fahren, um zu sehen, wo Pipinsried liegt, was es für einen Platz und Kabinen gibt. Bis jetzt habe ich einen sehr familiären Eindruck, man kann es mit Buchbach vergleichen, es liegt halt weit draußen auf dem Land, wo einfach viele Leute mithelfen, davon lebt der Verein einfach. Der erste Eindruck ist sehr familiär, sehr offen, sehr freundlich. Ein gewisses Miteinander ist das, was es dann auch ausmacht.

Letztes Jahr fehlte beim FCP der Teamgeist. Wie ist Ihr Eindruck von der Mannschaft und was machen Sie als Kapitän, dass das nicht nochmal passiert?

Ich war ja letztes Jahr noch nicht da. Ich glaube aber schon, dass es eine Mannschaft mit sehr sehr guten Fußballern war. Und wenn dann so eine Mannschaft absteigt, dann muss man sich immer fragen, ob irgendwas nicht gestimmt hat. Roman hat bei der Zusammenstellung der Mannschaft schon sehr, sehr genau darauf geschaut, welche Spieler er holt. Klar, da sind vier Spieler mit Pablo Pigl, Christoph Resch, Marcel Ebeling, den ich jetzt einfach mal dazu rechne, weil er auch schon in Türkgücü gespielt hat, die einen Brocken ausmachen. Dazu kommt zum Beispiel Max Zischler, der super reinpasst, oder auch Benni Kauffmann, mit dem ich schon in Unterhaching gespielt habe. Oder der Pablo Pigl, der den Steffen Krautschneider von Schweinfurt her kennt. Es sind immer irgendwo Verzahnungen der Spieler. Man hat ganz genau geschaut, passen die Spieler hier her, passen die Spieler zusammen.
Das war der erste wichtige Schritt, also dass man nicht irgendwelche Stareinkäufe, nenn ich sie mal, holt. Da würde man zwar Qualität holen, aber sie würden nicht dazu passen.
Dann gilt es natürlich, auch wenn man Kapitän ist, wie man sich auf dem Platz verhält, kann ich meinem Nebenmann komplett vertrauen. Ich halte nichts davon, irgendwelche Sprüche rauszuhauen. Klar kann man Team-Building-Maßnahmen machen, aber diese Maßnahmen machen immer Spaß, auch wenn ein schlechter Charakter dabei ist. Es liegt an mir und meinem Stellvertreter Christoph Resch, dass wir vorangehen. Ich bin der Meinung, dass die Mannschaft davon lebt, wie man auf dem Platz miteinander umgeht.
Bei Türkgücü haben alle von einer Söldnertruppe gesprochen. Aber als wir in der Landesliga einen Zwölf-Punkte-Rückstand auf Freising noch aufgeholt haben – das schaffst du nur mit einer ordentlichen Mannschaft. Es waren viele Charaktere da, aber es hat unfassbar gut gepasst. Es war drumherum Theater ohne Ende, das muss die Mannschaft wegklicken. Genau das muss die Mannschaft hier auch machen. Es heißt ja hier jetzt auch schon Startruppe, oder die gleiche Favoritenrolle wie Türkgücü. Das kann uns alles egal sein. Das kann jeder schreiben, auch der Gegner kann es so sehen. Aber wir müssen Woche für Woche unsere Leistung bringen, dann wächst die Mannschaft zusammen. Die Mannschaft kennt sich noch nicht so gut, wir mussten Spiele mit zwölf oder 13 Mann bestreiten, aber das schweißt auch eine Mannschaft zusammen.
Auch das Zusammenspiel mit dem Fans ist ganz wichtig, aber, Achtung eine Floskel: Entscheidend ist alleine das was auf dem Platz passiert. Wenn man auf dem Platz zusammen hält und Gas gibt, dann sind auch die Fans dabei.

Stehen die Vorzeichen auf Aufstieg?

Wenn es so einfach wäre, würden wir es natürlich mitnehmen, aber es ist unmöglich zu sagen. Es sind sehr viele neue Mannschaften in der Bayernliga, es ist ganz schwer einzuschätzen. Wir sind absolut noch in der Findungsphase. Wir können mit der Vorbereitung zufrieden sein, aber es wird sich zeigen, wie wir starten.
Ich glaube, wir haben einen sehr, sehr guten Kader, eine sehr gute Elf, ein sehr gutes Gerüst und auch eine sehr, sehr gute Achse, aber der Alltag ist dann nochmal was ganz anderes. Was wir leisten können, hat man in den ersten 30 Minuten gegen Rain gesehen, allerdings darf man das nicht überbewerten, da sie einen anderen Vorbereitungsstand hatten.

Interview: aha

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